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Zeche Graf Beust

Essen-Ostviertel - Zeche Graf Beust

...ehemaliges Gebäude der Zeche Graf Beust...




Überblick

Essen-Ostviertel - Zeche Graf Beust

Verwaltungsgebäude der ehemaligen Zeche Graf Beust im Essener Ostviertel



Im Ostviertel der Essener Innenstadt befindet sich das ehemalige Betriebsgelände der Zeche Graf Beust. Wer nicht weiß, wo sich diese Zeche damals befand, würde sie oder das Gelände im heutigen Ostviertel der Stadt Essen nicht mehr finden, denn das Zechenareal wurde größtenteils komplett überbaut. Der Betriebsbeginn der Zeche Graf Beust war bereits im Jahr 1842 und das Betriebsende war 1929- dem Jahr der Weltwirtschaftskrise. Die noch vorhandenen Gebäude stehen heute unter Denkmalschutz. Die höchste Jahresförderung betrug 569.122 Tonnen Steinkohle. Das Bergwerksunternehmen beschäftigte bis zu 1844 Arbeiter. Ein großer Teil des ehemaligen Betriebsgeländes wird als Betriebshof der Essener Verkehrs-AG genutzt.




Essen-Ostviertel - Zeche Graf Beust

Beuststraße


Benannt wurde die Zeche nach dem rheinischen Berghauptmann Ernst August Graf von Beust. Graf von Beust (1783 - 1859) war ein preußischer Geologe und Bergbeamter und der erste Berghauptmann des rheinischen Oberbergamtes. Heute ist nur noch ein kleiner Teil der einstigen Beuststraße vorhanden, die einst von der Schützenbahn direkt zum Bergwerk führte. Zudem trägt der Gewerbepark Graf Beust im Essener-Ostviertel, Graf-Beust-Allee, den Namen des Bergwerks weiter, das u.a. auf dem Gelände des ehem. Dampf-Sägewerks der Zeche Graf Beust entstanden ist.


Geschichte

Essen-Ostviertel - Zeche Graf Beust

Zeche Graf Beust - ehem. Gebäude der Schmiede und Waschkaue


Die Zeche Graf Beust war ein Steinkohlebergwerk in Essen-Mitte-Ost- damals noch außerhalb des Kernbereichs der Essener Altstadt. Diese Zeche war neben der Zeche Friedrich Ernestine eines der Gründungsmitglieder des Rheinisch-Westfälischen Kohlen-Syndikats. Die Zeche gehörte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu den bedeutendsten Zechen des Regierungsbezirks Düsseldorf. Sie war eine der ersten Mergelzechen im Ruhrgebiet. Die bergrechtliche Gewerkschaft des Steinkohlenbergwerks Graf Beust wurde 1838 durch Mathias Stinnes gegründet, der hier 2/3 der Anteile besaß. Erwähnenswert ist, dass auch die Zeche Friedrich Ernestine von Mitgliedern der Familie Stinnes gegründet wurde. Am 7. April desselben Jahres wurde ein Schurfschein beim Bergamt Essen-Werden beantragt.


Essen-Ostviertel - Zeche Graf Beust

Zeche Graf Beust - Stützmauer des ehem. Schachtgeländes


Stinnes beabsichtigte, im Nordosten der Stadt Essen in einem Feld am Sessenberg Schürfarbeiten durchführen zu lassen. Im Auftrag von Stinnes legte Friedrich Dahlmeyer die Mutung auf ein Geviertfeld in der Nähe der heutigen Sessenbergstraße. Die Mutungsbohrung an dieser Stelle brachte allerdings keinen Erfolg, erst eine erneute Mutungsbohrung in einem angrenzenden Feld am 31. Januar 1840 erreichte bei einer Teufe von 26 1/2 Lachtern (etwa 53 m) das Karbon. Nach Fertigstellung von Schacht 1 (bis 645 m Teufe) konnte im Jahr 1842 mit der Förderung begonnen werden. Im selben Jahr wurde mit den Teufarbeiten für den Schacht 2 (bis 945 m Teufe) begonnen.


Pferdebahn

Essen-Altendorf

Pferdebahnstraße - ehem. Verlauf der Pferdebahn-Trasse, einst für den Transport der Kohle konzipiert zwischen der Zeche Graf Beust und den Mülheimer Zechen


Der Schacht 2 erhielt den Namen Schacht Ernestine und wurde 40 Meter westlich von Schacht 1 angesetzt. Im Jahr 1853 wurde begonnen, eine eigene Pferdebahn zu bauen. Die Bahn erstreckte sich von der Zeche Graf Beust über die Zechen Victoria Mathias und Vereinigte Helene & Amalie bis nach Mülheim an der Ruhr. Die Trasse dieser Pferdebahn wurde kurze Zeit später von der Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft beim Bau ihrer Bahnstrecke Osterath–Dortmund Süd verwendet. Im Jahr 1866 wurde eine Kokerei in Betrieb genommen. Die Kokerei bestand aus 70 Koksöfen des Systems Otto. 1870 wurde auf der Zeche Graf Beust Schacht 1 ein deutsches Strebengerüst nach einem Entwurf von Geisler errichtet. Dieses Fördergerüst war das zweite Fördergerüst im gesamten Ruhrrevier.


Essen-Ostviertel - Zeche Graf Beust

Zeche Graf Beust - ehemaliges Betriebsgelände - heute der Betriebshof der EVAG


Am 21. Dezember des Jahres 1871 wurde der Zeche Graf Beust die Abbaugenehmigung im Teilfeld Ernestine erteilt. Im Jahr 1878 wurde ein Feldertausch mit den Zechen Friedrich Ernestine und Königin Elisabeth getätigt. Im Jahr 1884 wurde ein Durchschlag zu den Zechen Victoria Mathias und Friedrich Ernestine erstellt. Im selben Jahr lief der Pachtvertrag mit der Firma Friedrich Krupp ab und die Gewerkschaft Beust übernahm wieder das Bergwerk. Zu Beginn des Jahres 1897 wurden von der Gewerkschaft Graf Beust mehrere Erwerbungen getätigt. Zunächst einmal wurde die Berechtsame der Zeche Vereinigte Hoffnung & Secretarius Aak erworben. Außerdem wurde das an der südlichen Markscheide angrenzende Feld Neuwerk erworben sowie ein Feldesteil der Zeche Vereinigte Hagenbeck.


Grubenfeld

Essen-Ostviertel - Zeche Graf Beust

...ehem. Verwaltungsgebäude der Zeche - Rückseite....


Diese Zeche war zuvor vom Rheinisch-Westfälischen Kohlen-Syndikat gekauft worden. Durch diese Neuerwerbungen hatte das gesamte Grubenfeld der Zeche Graf Beust nun eine Fläche von drei Quadratkilometern. Im Jahr 1918 wurde mit dem Abbau auf der 9. Sohle (789 m) begonnen. Im Jahr 1921 wurde auf der 9. Sohle ein Durchschlag mit der Zeche Victoria Mathias erstellt. Am 9. März desselben Jahres wurde die Zeche Graf Beust an das RWE (Rheinisch-Westfälisches Elektrizitätswerk) angegliedert. Im Jahr 1925 erfolgte die erneute und nun endgültige Stilllegung der Kokerei. Im Jahr 1928 war das Feld Ernestine abgebaut. Am 28. Februar des Jahres 1929 wurden die Tagesanlagen des Bergwerks stillgelegt.


Essen-Ostviertel - Zeche Graf Beust

Waschkaue


Das Baufeld mit den Schächten wurde von der Zeche Victoria Mathias übernommen. Die Hebung der Grubenwässer der beiden Bergwerke erfolgte über die Wasserhaltung von Graf Beust. Der Schacht 1 wurde zunächst weiterhin als Wetterschacht genutzt. Schacht Ernestine wurde für die Seilfahrt verwendet. Am 31. Juli des Jahres 1952 wurde die Gewerkschaft Graf Beust aufgelöst. Ihr Bergwerksvermögen wurde mit der ebenfalls zum ehemaligen Stinnes'schen Familienbesitz zählenden Gewerkschaft Friedrich Ernestine auf die Gewerkschaft Victoria Mathias vereinigt.


Essen-Ostviertel - Zeche Graf Beust

Zechenmauer am Barbarakirchgang - an der Durchfahrt zur neuen Verwaltung der EVAG


Auf dem Gelände der ehemaligen Kokerei der Zeche, die bereits 1915 stillgelegt wurde, befindet sich heute, wie bereits zuvor erwähnt, der Betriebshof der Essener Verkehrs-AG. Schacht 1 von Graf Beust befindet sich auf dem Areal einer Autofirma, Schacht 2 etwa 40 Meter rechts davon, wurde wahrscheinlich überbaut. Als letzte Relikte des Bergwerks sind u.a. noch eine Zechenmauer, eine Waschkaue und ein Verwaltungsgebäude aus dem Jahr 1926 vorhanden, das die Gewerkschaft Graf Beust bauen ließ- es steht heute unter Denkmalschutz [1]. Die Beuststraße, einstiger Zugang zur Zeche und zum Schacht 1, endet heute in einer Sackgasse an der Goldschmidtstraße.


Ernst August von Beust (1783 - 1859)

Berlin

Preußisches Staatsministerium an der Wilhelmstr. 63/64, 1932 - Foto: Wikipedia - Autor: Bundesarchiv, Bild 183-H0115-0500-003 / CC-BY-SA 3.0


Ernst August Graf von Beust wurde am 21. November 1783 geboren. Er war ein preußischer Geologe und Bergbeamter und der erste Berghauptmann des rheinischen Oberbergamtes. Beust studierte an der Bergakademie Freiberg in Sachsen. Hier schloss er sich im Jahre 1800 der Erzgebirgische Landsmannschaft der Montanen, dem späteren Corps Montania, an. Nach dem Studium machte er schon in jungen Jahren eine steile Karriere innerhalb der preußischen Bergverwaltung. Im Jahre 1816 wurde er im Range eines Geheimen Oberbergrates kommissarisch mit der Organisation und interimistischen Direktion eines königlich preußischen Oberbergamtes für die niederrheinischen Provinzen beauftragt. Im Jahre 1817 wurde Beust erster Berghauptmann des Oberbergamtes Bonn. Beust wurde 1820 Mitglied der Leopoldina. Am 1. November 1840 erfolgte seine Ernennung zum Oberberghauptmann und die Berufung zum Direktor der Abteilung für das Berg-, Hütten- und Salinenwesen im Preußischen Finanzministerium nach Berlin. Bis zu seiner Pensionierung am 1. Oktober 1848 war Beust damit der höchste Bergbeamte Preußens.

Ihm zu Ehren wurden zahlreiche bergmännische Anlagen benannt, von denen die Zeche Graf Beust in Essen die bekannteste ist [2].


Kriegsgräberstätte Zeche Graf Beust

Essen-Ostviertel - Denkmal

Zugang zur Kriegsgräberstätte auf dem Gelände der ehem. Zeche Graf Beust


Die 1963/64 angelegte Kriegsgräberstätte der ehemaligen Zeche Graf Beust befindet sich im Essener Ostviertel an der Gerlingstraße. Sie besteht aus einer Grünanlage mit Grabdenkmal und aus einem teilweise zerstörten, als Grabstätte belassenen unzugänglichen Luftschutzstollen, der sich unter dem Denkmalbereich befindet. Von der Gerlingstraße - ein Schild am Zugang verweist auf diese Stätte - führt ein schmaler Weg durch eine Grünanlage bis zum eigentlichen Denkmal....

Weitere Informationen zur Kriegsgräberstätte auf dem ehem. Gelände der Zeche Graf Beust im Essener Ostviertel finden Sie hier....!


Zeche Victoria Mathias

Essen-Segeroth - Zeche Victoria Mathias

Fassade des Verwaltungsgebäudes der ehem. Zeche Victoria Mathias


Mit dem Aufschwung des Kohlenbergbaus, in diesem Gebiet speziell die Abteufung der Zeche Victoria Mathias im Jahre 1840, und später auch durch die enorme Expansion der Kruppwerke stieg die Bevölkerung Essens durch Zuwanderungen von Arbeitskräften sprunghaft an, und damit auch die Nachfrage nach billigem Wohnraum. So entstand innerhalb weniger Jahre, wo vorher noch Viehweiden und Äcker lagen, das Arbeiterviertel Segeroth. Die Siedlung erhielt zunächst aus Mitteldeutschland, und bald hauptsächlich aus Ost- und Westpreußen Zuzug....

Weitere Informationen zur ehemaligen Zeche Victoria Mathias im Essener Stadtteil Segeroth finden Sie hier....!


Zeche Hercules

Essen-Ostviertel - Zeche Hercules

Areal der ehem. Zeche Hercules zwischen der Natorpstraße und der Glashüttenstraße


Im Ostviertel der Essener Innenstadt befindet sich das Areal des ehemaligen Bergwerks Hercules. Heute erinnert außer der Straßenbezeichnung Herkulesstr. fast nichts mehr an das Steinkohlenbergwerk. Die Zeche Hercules befand sich zum Zeitpunkt der Gründung außerhalb der Stadtmauern von Essen und somit auch außerhalb der Stadt in einem damals zwar noch ländlichen aber stadtnahen Gebiet. 1855 konsolidierten mehrere Essener Kaufleute die Grubenfelder „Hercules“, „Katharina“, „Wohlfahrt“ und „Amsterdam“ zur Gewerkschaft Hercules mit....

Weitere Informationen zur ehemaligen Zeche Hercules im Ostviertel der Essener Innenstadt finden Sie hier....!


Zechen im Ruhrgebiet und am Niederrhein



Quellennachweis:


1.: Die Informationen zur Geschichte der Zeche Graf Beust basieren auf dem Artikel Zeche Graf Beust (Stand vom 30.09.2014) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz [27 KB] für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. Das Foto "Preußisches Staatsministerium an der Wilhelmstr. 63/64, 1932 - Autor: Bundesarchiv, Bild 183-H0115-0500-003 / CC-BY-SA 3.0" unterliegt der Lizenz Creative Commons - Attribution ShareAlike 3.0 und dürfen unter diesen Bedingungen bearbeitet und verbreitet werden.

2.: Informationen zu Ernst August von Beust stammen aus der Wikipedia, zuletzt abgerufen am 01.11.2016!


Fotos Zeche Graf Beust und Umgebung




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