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Essener Münster

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Münsterkirche in Essen




Gründung

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Münsterkirche in Essen - Wappen des Stiftes Essen



Das Essener Münster ist die Bischofskirche des Bistums Essen, des „Ruhrbistums“. Die den Heiligen Märtyrern Cosmas und Damian, der Allerheiligsten Dreifaltigkeit sowie der Jungfrau Maria geweihte Kirche, die seit der Bistumsgründung auch oft Essener Dom genannt wird, steht am Burgplatz in der östlichen Innenstadt von Essen. Etwa um 850 gründete der spätere Bischof von Hildesheim Altfrid ein Damenstift auf dem Grund seines Gutes Asthnide. Erbaut wurde die Münsterkirche im Jahre 852 von der ersten Äbtissin des Stiftes Essen. Aus dieser Zeit stammen die ältesten noch erhaltenen Bauteile der Kirche und der Münsterschatz mit einzigartigen Arbeiten ottonischer Goldschmiedekunst (die Bezeichnung Ottonen geht auf die drei deutschen Kaiser zurück: Otto I., Otto II. und Otto III. - 919 - 1002).

...vom Stift zur Abtei...

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Münsterkirche in Essen - Essener Domschatzkammer


In einer Seitenkapelle steht das berühmteste Werk des Münsterschatzes, die "Goldene Madonna", eine mit Goldblech überzogene Lindenholzplastik. Um 947 erhielt das Stift Essen das Recht auf freie Äbtissinenwahl und das Recht der geistlichen und weltlichen Gerichtshoheit. Um 1275 wurde aus dem Stift eine Abtei. Die Äbtissin konnte sich fortan als Fürstäbtissin bezeichnen und besaß als Reichsfürstin Sitz und Stimme im Reichstag. Die Wahrnehmung der weltlichen Aufgaben und die der Gerichtsbarkeit wurden auf einen Vogt übertragen, der den jeweiligen Landesherren wie z.B. den Grafen von Altena und Berg, Friedrich von Isenburg, den Grafen von der Mark und zuletzt dem König von Preußen unterstand.


Westwerk

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Münsterkirche in Essen - Westwerk des Domes zu Essen


Hierdurch verlor das Stift Essen einen Teil seiner politischen Unabhängigkeit. Von 1512 bis zur Auflösung gehörte die Reichsabtei zum Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreis. 1802 fiel das Stift im Zuge der Säkularisation an den Staat Preußen. Die letzte Äbtissin, Maria Kunigunde von Sachsen, starb am 8. April 1826 in Dresden. Die erste Äbtissin, Gerswied, war die Schwester von Altfrid, Bischof von Hildesheim und unter ihrer Regentschaft entstand die erste große karolingische Kirche. Um 946 brennt diese Kirche nieder und wird aber sofort wieder aufgebaut. In der Zeit von 973 - 1058 wird die Kirche neu errichtet und wahrscheinlich während der Regierungszeit der Äbtissin Theophanu (1033 - 1058) vollendet. Von den Bauten aus dieser Zeit sind heute noch bedeutende Bestandteile erhalten.


Atrium

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Essener Münster - Atrium


Aus dieser Zeit stammt auch das Westwerk des Doms, der noch heute das Bild der Kirche bestimmt. Auch eine Krypta wurde hinzugefügt, die um 1051 eingeweiht wurde. Durch das Atrium - mit seinen beiden Pfeilergängen um 1050 entstanden - betritt man die Münsterkirche. 1275 vernichtete ein Großbrand die ottonische Stiftskirche, wobei der Westbau und die Krypta erhalten blieben. Beim Aufbau, der in die Amtszeit der Äbtissinnen Berta von Arnsberg und Beatrix von Holte fiel, verbanden die Baumeister altes mit den neuen Bauformen der Gotik. Im Zweiten Weltkrieg schwer zerstört wurde die Kirche so wiederaufgebaut, wie sie unter der Äbtissin Beatrix von Holte (1292 - 1327) vollendet wurde.


Kreuzgang

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Essener Münster - Romanischer Kreuzgang aus dem 13. Jahrhundert


Die Kirche selbst besteht aus drei gleichhohen Schiffen und einem gotischen Hallenchor. An sie schließt sich ein Kreuzgang aus dem 13. Jahrhundert an, der nach dem Krieg wiederhergestellt wurde. Zum Hochaltar gehören die beiden noch erhaltenen Flügel (1522 - 1525) mit den bedeutendsten Werken des Künstlers Barthel Bruyn (Kölner Schule). Unter dem Hochaltar befindet sich die Krypta mit der lezten Ruhestätte des Bischofs Altfrid. Auf der Gegenseite befindet sich die sogenannte Adveniatkrypta- eine Grablege für die Essener Bischöfe. Der Name wird abgeleitet von der bischöflichen Aktion Adveniat, die ihren Sitz in Essen hat.


Siebenarmiger Leuchter

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Münsterkirche in Essen - Siebenarmiger Leuchter (Münsterschatz)


Weiterhin interessant ist der zum Münsterschatz gehörende siebenarmige Leuchter, der vor dem Westwerk der Kirche steht. Es handelt sich hier um ein nach dem Vorbild des Leuchters im salomonischen Tempel in Jerusalem entstandenen Kunstwerk, das um die Jahrtausendwende als Bronzearbeit geschaffen wurde. In der linken Seitenkapelle befindet sich das Meisterstück des Domschatzes- die sogenannte "Goldene Madonna". Das Kunstwerk wurde um 990 geschaffen- während der Regierungszeit der Äbtissin Mathilde II. (971 - 1011). Wieder zurück zum Atrium sieht man an der Ostwand der Johanniskirche ein Kruzifix aus dem 14. Jahrhundert.


St. Johanniskirche

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Bildmitte: Spätgotische St. Johanniskirche (Anbetungskirche)


Die spätgotische Johanniskirche stellt in ihrer jetzigen Form als ehemalige Pfarrkirche einen Neubau von 1471 dar (anstelle einer alten Taufkapelle). Diese Kirche ist heute dem Gebet und der Andacht vorbehalten und wird auch als Beichtkirche genutzt. Durch das nördliche Tor des Atriums gelangt man in die kleine Gasse "An St. Quintin". Ihren Namen leitet sie von der an dieser Stelle erbauten ehemals ältesten Kirche in Essen ab, der St. Quintinus-Kapelle. Eine Tafel am gegenüberliegenden Gebäude verweist auf den früheren Standplatz.


St. Quintinus-Kapelle

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Spätgotische St. Johanniskirche (Anbetungskirche)


Die Kirche wurde um 835 oder später von Bischof Altfrid auf seinem Gut Astnide zu Ehren und mit den Reliquien des Hl. Quintin errichtet und geweiht. Quintinus war ein in Westfranken hochverehrter römischer Märtyrer. Die Kirche war ein querrechteckiger Saalbau mit einem langgestreckten Chor. In ihr ruhte die erste Essener Äbtissin Gerswida (Gerswied), eine Schwester von Altfrid. 1817 wurde dieser Bau abgebrochen.


Stift Essen

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Münsterkirche in Essen - Atrium


Das Stift Essen war ein Frauenstift, das von ungefähr 845 bis 1803 bestand, und das zugleich Reichsfürstentum im Heiligen Römischen Reich war. Die Geschicke des Essener Stiftes waren immer eng mit ihren regierenden Äbtissinnen verbunden, deren Herrschaftsbereich sich u.a. bis weit in den Westen nach Elten (heute Ortsteil von Emmerich) erstreckte. Im Norden des Territoriums befand sich seit 1073 das Kloster Stoppenberg und im Süden das Stift Rellinghausen. Zu den Besitzungen des Stifts gehörte auch die Umgebung um Huckarde, an der Grenze zur Grafschaft Dortmund und vom Essener Territorium durch die Grafschaft Mark getrennt.


Besitzungen

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Essener Münsterkirche - Eingang an St. Quintin


Das Stift besaß rund zwei- bis dreitausend Besitztitel in der Umgebung, im Vest Recklinghausen, am Hellweg sowie um Breisig und bei Godesberg. Insgesamt gehörten rund 40 Grundherrschaften dazu, abgesehen vom Salland, rheinaufwärts bis in die Gegend von Andernach, genauer Breisig. Verstreuter Besitz bestand zudem in Westfalen und an der Lahn um Fronhausen südlich von Marburg. Bedeutende Frauen aus alten Adelsgeschlechtern standen dem Kloster vor. Das Stift war die Keimzelle für die Entwicklung der Stadt Essen. Die Stiftskirche, das Essener Münster, dient heute dem Ruhrbistum als Kathedrale. Der erhaltene Kirchenschatz umfasst einige der bedeutendsten ottonischen Kunstwerke wie auch Kunstschätze späterer Epochen.


Münsterschatz

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Brunnen vor der Münsterkirche


Neben der Besichtigung des Hohen Doms und der St. Johanniskirche, dem bedeutenden Kreuzgang und dem Atrium ist auch ein Besuch der Essener Domschatzkammer sehr zu empfehlen. Der Essener Domschatz ist eine der bedeutendsten Sammlungen kirchlicher Kunstwerke in Deutschland. Vom Burgplatz betritt man den Vorplatz des Essener Münsters und sieht auf der rechten Seite die Domschatzkammer, die in den Jahren von 2008 - 2009 umgebaut und erneuert wurde. Der heutige Domschatz stammt aus dem Schatz des Essener Damenstiftes, deren Äbtissinnen das reiche Erbe ihrer Vorgänger bewahrten und durch eigene Sammlungen, durch Stiftungen und Schenkungen mehrten.


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Detailaufnahme des Mathildenkreuzes des Essener Domschatzes - Bildquelle: Wikipedia - Autor: Domschatzkammer Essen - Lizenz s.u.


Mathilde II, Enkelin Kaiser Ottos I. führte das Stift von etwa 973 bis 1011, unter ihr kamen die bedeutendsten Kunstschätze des Essener Domschatzes nach Essen. Auch ihre beiden Vorgängerinnen Hathwig und Ida und ihre beiden Nachfolgerinnen Sophia und Theophanu entstammten dem liudolfingischen Geschlecht und mehrten damit Reichtum und Einfluss des Stiftes. Mit der Gründung des Bistums Essen 1957 ging der Domschatz in das Eigentum des Bistums über. Auf Wunsch des ersten Essener Bischofs Franz Hengsbach wurde die Domschatzkammer uneingeschränkt für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. U.a. enthält der Essener Domschatz mehrere kunsthistorisch bedeutende Werke insbesondere aus der ottonischen Epoche wie z.B. vier Vortragekreuze aus ottonischer Zeit, das Otto-Mathilden-Kreuz, das Kreuz mit den großen Senkschmelzen, das Theophanu-Kreuz und die Goldene Madonna (in der Münsterkirche), die älteste vollplastische Marienfigur.


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Essener Münster - Domschatzkammer


Desweiteren gehören zum Domschatz mehrere Reliquiare, Messkelche und einige Handschriften, darunter das sprachwissenschaftlich wie künstlerisch bedeutsame Evangeliar Essener Domschatzkammer Hs. 1 (Pergamenthandschrift des Essener Domschatzes - um 800 entstanden), sowie Skulpturen und weitere bedeutende Kunstgegenstände.

Adresse:

Domschatzkammer Essen

Burgplatz 2
45127 Essen

Telefon: 0201 / 2204-206
Fax: 0201 / 2204-236

E-Mail: domschatz@bistum-essen.de
Internet: Domschatzkammer
Öffnungszeiten:

Dienstag - Samstag - 10.00 - 17.00 Uhr
Am Sonntag - und an Feiertagen - 11.30 - 17.00 Uhr

An bestimmten hohen kirchlichen Feiertagen ist die Domschatzkammer geschlossen. Bitte informieren Sie sich vor einem Besuch auf der o.a. Website!


Quellenangabe:


Die Informationen zur Geschichte des Stiftes zu Essen basieren auf dem Artikel Stift Essen (Stand vom 26.10.2007) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz [27 KB] für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. Das Foto "Detailaufnahme des Mathildenkreuzes des Essener Domschatzes - Autor: Domschatzkammer Essen" stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und ist lizenziert unter der Creative Commons-Lizenz „Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported [24 KB] . Bild der Domschatzkammer Essen- auf strikte Einhaltung der Lizenz bei Weiterverwendung ist zu achten!



Fotos der Essener Domkirche




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