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Klusenkapelle

Essen-Bredeney - Zur Kluse

Klusenkapelle




Die Kluse

Essen-Bredeney - Zur Kluse

Klusenkapelle



Die Anfänge der Klusenkapelle liegen im Dunkeln vergangener Zeiten. Sie ist dem heiligen Aegidius, einem der 14 Nothelfer, geweiht. Die Kirche wurde wahrscheinlich vor 1300 erbaut. Bereits 1269 wird die Gegend urkundlich erwähnt, ohne dass aber die Kluse genannt wird. Aus einer Urkunde aus dem Jahre 1359 geht hervor, dass an der Kapelle ein Priester tätig gewesen ist. So ist anzunehmen, das die Kirche schon vorher erbaut wurde. Auf der ältesten Landkarte der Abtei Werden von 1582 ist sie im Bild dargestellt. Erzählt wird, eine nahe Verwandte des Grafen Friedrich von Isenburg habe sich nach dem Überfall Friedrichs auf Engelbert, den Erzbischof von Köln, am 07. November 1225 in einer Kluse (Klause) einschließen lassen, um für den Mord an Engelbert zu sühnen.

Geschichte

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Klusenkapelle


Diese Erzählung ist aber historisch nicht haltbar. Dagegen ist bekannt, dass Erzbischof Wigold von Köln 1297 auf Bitten der Essener Äbtissin Beatrix von Holte derem Dekan erlaubt hat, zwei Angehörige einer religiösen Genossenschaft deren Wunsch entsprechend "an einem passenden Ort einzuschließen, damit sie Gott vollkommen dienen könnten". Zwar ist nicht bekannt, ob dieser "passende Ort", an dem die Schwestern Mabylia und Christiane von Umminch als Klausnerinnen gelebt haben, die Kluse gewesen ist, doch gibt es keine Erkenntnisse, die dem widersprechen würden.


Kapelle des hl. Aegidius

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Klusenkapelle


In der weiteren Geschichte war die Kapelle möglicherweise das Gotteshaus einer Leprosenstation. Im Jahre 1505, als in Essen die Pest ausgebrochen war, soll sich eine erkrankte Äbtissin "umb der sterfden willen" in die Kluse zurückgezogen haben. In einer Urkunde vom 27. April 1747 wird erstmals der heilige Aegidius als Schutzpatron für die Kapelle genannt. Von 1674 bis 1773 betreuten Jesuiten die Kapelle. Im Jahre 1776 wird der Offizial des Stiftes Essen, Aloysius Brockhoff, zum Rektor der Kapelle ernannt. Ihm ist es zu danken, dass das altersschwache Gebäude gründlich restauriert wurde. Vor dem Altar hatte er Gräber entdeckt, möglicherweise die der Gründerin und ihres geistlichen Betreuers oder ihrer Mitschwester.


Aloysius Brockhoff

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Detail aus der Klusenkapelle - Gemälde von Aloysius Brockhoff


Über den Gräbern ließ Brockhoff (Bild links) den neuen Altar errichten. Unter dem Datum vom 29. Januar 1796 erhielt er vom Päpstlichen Nuntius, Graf Hannibal von Genga, die Erlaubnis, den Altar zu weihen. Brockhoff legte auch ein genaues Verzeichnis der Einnahmen und Ausgaben an. Es beginnt mit dem Jahre 1777 und endet 1824. Danach waren die Abgaben jährlich am Feste des heiligen Martin zu leisten. Klusemann, der Pächter des Kapellenhofes, entrichtete 25 Reichsthaler und vier Hühner, Küpper an der Bracht sieben Reichsthaler und 20 Stüber und zwei Hühner, Pott im Stift Essen 20 Reichsthaler und vier Hühner, Brückinghaus im Stift Essen ein Malter Gerste, Niermann und Hülsmann als Abgabe für vier Morgen Münsterkirchenland zusammen ein Pfund Wachs.


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Klusenkapelle


Nach dem Tode von Canonicus Brockhoff wurden Anfang 1832 die Einkünfte der Kapelle mit Einwilligung des Kirchenvorstandes in Werden von der geistlichen und weltlichen Behörde dem Pfarrer Berens in Kettwig als Beitrag für die Baukosten einer neuen Kirche überwiesen. Zum Ende des Jahrhunderts gingen die Einkünfte dann an die Pfarrei St. Markus in Bredeney. Jährlich am Feste des heiligen Aegidius fand eine Prozession zur Kapelle mit Gottesdienst statt. Seit einigen Jahren ist diese Feier auf den letzten Sonntag im August festgelegt, damit sie nicht mit der Reliquienprozession am ersten Septembersonntag in Werden zusammenfällt.


Patron der Klusenkapelle

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Kapellenfenster mit St. Aegidius


Die Kapelle ist dem heiligen Aegidius geweiht, der zu den 14 Nothelfern gerechnet wird. Sein Fest wird am 01. September gefeiert. Die Nothelfer sind Heilige, die besonders in Not und Bedrängnis vertrauensvoll angerufen werden. Ihre Verehrung entstand im 14. Jahrhundert, als die Pest in Deutschland weit verbreitet war (Vierzehnheiligen bei Bamberg). Im Mittelalter gab es eigene Meßformulare für das Fest der 14 Nothelfer. Aegidius lebte in Südfrankreich. Geboren wurde er etwa um das Jahr 640 in Athen (Griechenland) und am 1. September 720 oder 723 ist er in St. Gilles (Frankreich/Camargue) gestorben.




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Fenster in der Klusenkapelle


Er war Einsiedler und wurde der Legende nach zeitweilig von einer Hirschkuh mit ihrer Milch ernährt. An der Stelle seiner Einsiedelei vor der Rhonemündung gründete er um 680 ein Kloster, das er lange Jahrzehnte als Abt leitete. Sein Leichnam wurde in der Kirche St. Gilles beigesetzt. Das Grab war im Mittelalter ein berühmter Wallfahrtsort. Später wurden seine Reliquien in die Kirche St. Sernin in Toulouse übertragen. Dargestellt wird Aegidius in der Kleidung eines Benediktinerabtes mit Pfeil und Hunden. Verehrt wird er als Patron der Einsiedler und der Pestkranken.


Wandertipp

Essen-Bredeney - Zur Kluse

Ausflugsgaststätte "Zur Kluse"


Von dem Kreuzungspunkt Stadtwaldplatz des durch seine Lage bevorzugten Wohngebietes Essen-Stadtwald, führt der Weg zunächst durch einen Teil des schönen Stadtwaldes, links an alten Buchenhochstämmen vorbei, zur Kluse. Die Wanderung beginnt schräg gegenüber der ehemaligen Araltankstelle am Stadtwaldplatz und führt durch die Pirol- und Zeisigstraße. Im Wald ist der Weg zur Kluse durch Wegzeichen und Findlinge (markierte Steine) gut zu erkennen. Die kleine im 13. Jahrhundert gegründete Kapelle ist wahrscheinlich eine Klausnerei gewesen. Daneben liegt das alte, gemütliche Fachwerkhaus einer beliebten Ausflugsstätte.


Essen-Stadtwald

Café Heimliche Liebe


Von hier aus weiter unter der Eisenbahnunterführung durch hinauf zur Lerchenstraße. Auf der anderen Straßenseite (etwa 50 m bergab) führt der Pfad dann nach links und man erreicht 10 Minuten später eine kleine Siedlung (ehemalige Bergmannskotten). Wenn man zur "Heimlichen Liebe" wandern möchte, sollte man etwa drei Minuten vor der kleinen Bergmannssiedlung den Weg nach links nehmen. Er führt steil hoch zum Gebiet um das Ausflugscafé. Zum Baldeneysee weiter über die Siedlung geradeaus und den Weg abwärts zum See nehmen.


Essen-Bredeney

Ehemalige Bergmannskotten der Zeche Baldeney


An den Fachwerkhäusern vorbei - es handelt sich hier um die typischen Bergmannskotten der ehemaligen Zeche Baldeney (Baldeney = schmale Aue) - führt der Weg am Südhang der nördlichen Ruhrhöhen entlang über die Heimliche Liebe, an der Ruine der Isenburg vorbei zur Schwarzen Lene (beliebte Ausflugsgaststätte mit prachtvollem Blick über den Baldeneysee und auf die Villa Hügel). Die Namen der Gaststätten sind Spitznamen des „Trampelklubs" - einer Wandergesellschaft, in der Alfried Krupp auch Mitglied war. Bergab geht es von hier (Schwarze Lene) zum Baldeneysee und damit zu einer weiteren Sehenswürdigkeit in dieser Gegend. Gemeint ist Schloss Baldeney direkt am See hinter einem Deich.


Informationen zum Ausflugsziel:

Essen-Bredeney - Zur Kluse

Ausflugsgaststätte "Zur Kluse"


Neben der kleinen Klusenkapelle steht das nach einem Brand inzwischen wieder neu errichtete Fachwerkhaus der Ausflugsgaststätte "Zur Kluse". Es handelt sich hier um eine Traditionsgaststätte, die seit 1924 bereits zahlreiche Besucher anlockt. Ehemals als Bauernhaus errichtet diente es der Familie Klusemann über Generationen hinweg als Wohnhaus mitten im Wald. Das Haus soll aus dem Jahr 1695 stammen. Das wieder aufgebaute Ausflugslokal macht einen guten Eindruck, die Küche ist gutbürgerlich, aber frisch, Kuchen und Kaffee wie früher. Wer seinen Spaziergang/Wanderung hier unterbricht oder beginnt, wird das schöne Ambiente innen wie außen sicherlich zu schätzen wissen.


Adresse:

Café/Restaurant "Zur Kluse"

An der Kluse 27 b,
45133 Essen

Telefon: 0201/44 17 17


Fotos Essen-Bredeney - Klusenkapelle




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