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Geldern - Schloss Haag

Geldern - Schloss Haag

...innere Vorburg...




Überblick

Geldern - Schloss Haag

Ansicht vom ehem. Gartenportal im Süden der Schlossanlage



Eine der Hauptsehenswürdigkeiten von Geldern ist Schloss Haag. Das Schloss befindet sich im Norden der Stadt Geldern in malerischer, naturnaher Umgebung. An der Westseite des Anwesens führt die L 480 (Am Mühlenwasser) am Schloss vorbei in Richtung Kapellen. Auch die Niers fließt westlich des Schlosses vorbei, wobei das Wasser der Niers einst die Gräften von Schloss Haag speisten. Das Anwesen ist eine bedeutende spätmittelalterliche Anlage aus dem 15. Jahrhundert. Die erste Erwähnung datiert bereits aus dem Jahr 1337. Erhalten sind die innere Vorburg mit Wehrgang und vier Türmen sowie die äußere, zweite Vorburg von 1688, das Haupthaus von 1664 wurde 1945 in den letzten Kriegstagen restlos zerstört. Seit 1995 hat sich hier ein Golfclub etabliert und betreibt auf dem etwa 100 Hektar großen und flachen Gelände eine Golfanlage.


Geschichte

Geldern - Schloss Haag

...Wehrgang auf der Westseite von Schloss Haag...


Besichtigungen der inneren Vorburg im Rahmen eines Besuchs von Restaurant und Golfclub sind möglich, die äußere Vorburg allerdings befindet sich im Privatbesitz. Das Schloss ist über den Bartelter Weg auch für Fußgänger mit Geldern verbunden. Der Name von Schloss Haag leitet sich von dem altdeutschen Wort haeg ab, das ein Gehölz oder ein mit Bäumen bestandenes Gelände bezeichnete. Trotz großer Zerstörungen in den letzten Kriegstagen des Zweiten Weltkriegs ist es auch heute noch als eine einst stark befestigte Burganlage des Spätmittelalters zu erkennen. 1337 wird erstmal ein Hof in ghen Haege urkundlich erwähnt, der sich zu jener Zeit im Besitz Konrads von Issum befand.

Familie Hoensbroech

Geldern - Schloss Haag

Blick auf den Schlosshof der inneren Vorburg


Jahre später wird sogar von zwei Höfen gleichen Namens berichtet, die einem Johann von Boedberg gehörten. Nachdem Haag 1382 an die Grafschaft Geldern kam, gehörte die Anlage als Unterlehen zum Haus Hoenselaer in Wetten bei Kevelaer. Zu jener Zeit war der Enkel Johanns, ebenfalls mit Namen Johann, Besitzer auf Haag. Er gehörte zu der einflussreichen, geldrischen Ritterschaft und erwarb im Jahr 1431 das Erbmarschallsamt. In direkter Erbfolge kam Schloss Haag dann an Adrian, Cornelius und wieder einen Cornelius von Boedberg. Als jener Cornelius 1585 unverheiratet starb, trat sein Bruder Arnold die Nachfolge an. Aber auch er starb 1613, ohne männliche Nachkommen zu hinterlassen, und so kam das Schloss an Ulrich, Herr von Hoensbroek, der mit Johanna von Boedberg, der Schwester Arnolds und Cornelius', verheiratet war.


SchlossHaag07
Schloss Haag in Geldern, Lithografie aus dem 19. Jahrhundert - zwischen 1857 und 1883 - eingebunden über Commons Wikimedia

Geldern - Schloss Haag

Blick auf den Hof der äußeren Vorburg (Privatgelände)


Ulrichs Sohn Adrian übernahm den Besitz samt dem dazugehörigen Erbmarschallsamt im Jahre 1618. Dessen Sohn, Arnold Adrian, war Gesandter des spanischen Königs Karl II., der ihn 1675 für seine Verdienste in den Rang eines Marquis erhob. Nach Arnold Adrian folgten weitere elf Generationen der Familie Hoensbroech, die über Schloss Haag geboten. Ende des 18. Jahrhunderts löste es Schloss Hoensbroek (bei Heerlen, Niederlande - Provinz Limburg) als Stammsitz der Familie ab. Es ist auch heute noch im Besitz der Reichsgrafen von und zu Hoensbroech. Im 14. Jahrhundert waren die Höfe von Wäldern und Sümpfen umgeben.


Spanisch-Niederländischer Krieg

Geldern - Schloss Haag

...Westseite von Schloss Haag...


Nach und nach wurde die Burg von ihren Eigentümern allmählich zu einem wehrhaften Rittersitz ausgebaut. Heute besteht Schloss Haag aus der ehemaligen, nödlich gelegenen Vorburg und einem südlich vorgelagerten inneren Vorhof. Das einstige Herrenhaus ist nicht mehr erhalten. Nördlich der Vorburg befindet sich das einstige landwirtschaftliche Gut des Schlosses mit einem großen Gebäudekomplex. Während des spanisch-niederländischen Krieges hatte die seinerzeit stark befestigte Anlage unter dort einquartierten Truppen zu leiden, die es 1584 ausplünderten, teilweise abrissen und den Vorhof niederbrannten. Um weitere Besatzungen zu vermeiden, wandte sich der Magistrat der Stadt Geldern auf Bitte des Freiherren Arnold von Boedberg an den Statthalter der habsburgischen Niederlande, Alessandro Farnese, mit der Bitte, die Befestigungsanlagen von Schloss Haag schleifen zu lassen.


Zerstörung im Zweiten Weltkrieg

Geldern - Schloss Haag

Turm auf der Westseite


Die Bitte wurde gewährt und und die Wälle wurden niedergelegt und die Befestigungsmauern abgerissen. Im 80-jährigen Krieg von 1568 bis 1648 erkämpften die Niederlande ihre Unabhängigkeit vom spanischen Königreich. In diesem Zeitabschnitt fand ab 1618 - 1648 auch der Dreißigjährige Krieg statt, mit dem nun auch weite Teile Mitteleuropas konfrontiert wurden. In Geldern waren während des Zweiten Weltkrieges in der einstigen belgischen Kaserne Teile des Heeres der Deutschen Wehrmacht untergebracht. Auch die Organisation Todt unterhielt mehrere Unterkünfte mit Materiallagern in Geldern. Schlösser und Adelssitze wurden während der Kampfhandlungen requiriert und zu Feldkrankenhäusern umfunktioniert.


Geldern - Schloss Haag

...Bereich des Ostflügels...


Obwohl das Schloss während der Kampfhandlungen im Zweiten Weltkrieg mit Rotkreuz-Fahnen als Lazarett gekennzeichnet war, beschädigten Bombenangriffe der Alliierten es am 28. Februar 1945 sehr stark. Sein Westflügel und das Herrenhaus samt seiner wertvollen Kunstsammlung wurden vollständig zerstört. 1967 erfolgte an der Westseite eine Rekonstruktion der noch erhaltenen Ringmauer samt Wehrgang und Schießscharten, das Herrenhaus wurde jedoch nicht wieder aufgebaut. Die parkähnliche Umgebung der Schlosses geht auf Gartenanlagen des 17. und 19. Jahrhunderts zurück. Die Vorburg mit ihren runden Ecktürmen und dem quadratischen Torturm im Südwesten stammt in ihrer Grundsubstanz wahrscheinlich aus einer einzigen großen Bauphase in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Der Torturm war der frühere Eingang zur Burganlage.


Berühmte Gäste

Kaiser Napoleon I.

Napoleon Bonaparte (19. Jahrhundert) - Bildquelle: Wikipedia - Autor: Paul Delaroche (1797 – 1859) - Bild: Wikipedia (gemeinfrei)


Im Laufe seiner langjährigen Geschichte haben die Gebäude schon manch prominenten Besucher erlebt. Friedrich der Große gehörte ebenso dazu wie Kaiser Napoleon Bonaparte, der die Anlage am 12. September 1804 besuchte. 1814 war Zar Alexander I. zu Gast, und 1863 weilte König Wilhelm I. anlässlich der 150-jährigen Zugehörigkeit Gelderns zu Preußen dort. Das Schloss Haag ist auch heute noch Wohnsitz der gräflichen Familie. Das Gut wird von Katja Gräfin von und zu Hoensbroech verwaltet. Die äußere Vorburg dient der gräflichen Familie heutzutage zu Wohnzwecken und ist demnach privat. In der Vorburg sind ein Restaurant und Büros beheimatet, während das Außengelände als Golfanlage dient. Die Hofanlage kann besichtigt werden.


Archiv Schloss Haag

Geldern - Schloss Haag

Treppe im Westturm


Zu den weit über die Grenzen von Geldern bekannten Schätzen von Schloss Haag gehört das Archiv. Es handelt sich hier nicht um nur ein rein privates Adelsarchiv sondern um Hinterlassenschaften aus mehreren Jahrhunderten grenzübergreifender Geschichte der Familie von Hoensbruch mit niederländischen Wurzeln. Da es sich hier um eine große Familie des Adels handelt, die von Generation zu Generation dieses Erbe ihren Nachfolgern übertragen hat, können wir heute auf die Geschichte, Schriftstücke, Verträge und die Urkunden aus Jahrhunderten zurückgreifen. Der gesamte Archivbestand besteht im Einzelnen aus dem Urkunden- und Aktenbestand von 1312 – 1866 (5357 VE), einem Findbuch nach Pertinenzprinzip (1863) mit dem Titel „Haupt-Archiv-Register über sämmtliche, im Gräflich von und zu Hoensbroech´schen Archiv des Schlosses Haag beruhenden Urkunden und Papiere“ bearbeitet von Friedrich Nettesheim.

Neuerdings auch aus dem Publikationsfindbuch von Rien van den Brand, Stefan Frankewitz (Hrsg.), die das Findbuch von Friedrich Nettesheim überarbeitet haben mit den farbigen Abbildungen aller Siegel der urkundlichen Überlieferung bis 1450. Weiterhin aus dem Findbuch zum Archiv Schloss Haag mit einer Einführung - Regesten - Siegel - Register (Geldrisches Archiv 10), Geldern 2008.


Geldern - Schloss Haag

Wappen der Familie von Hoensbroech im Torbereich


Im Wesentlichen ist das Archiv von Schloss Haag in sechs Teile unterteilt:

I.: Archiv der Familie von Hoensbroech (mit Linien Veurdt, Ostham, Geul, vgl. auch Stichwort Wien) 1376–1939 (481 VE), seit 1588 geldrische Erbmarschälle, 1635 Reichsfreiherren, seit 1733 Reichsgrafen; Überlieferung zum Erbmarschallamt Geldern 1423–1846 (46 VE); Oberquartier Geldern 1328–1816 (138 VE); Land Valkenburg im Herzogtum Limburg: allgemeine Landessachen 1549–1794 (142 VE), Landesgesetze 1568–1794 (36 VE), Lehnhof 1446–1666 (10 VE) und Protokolle des Lehnhofs 1636–1754 (11 VE), Lehnstatthalter 1586–1674 (5 VE), Greffieramt 1685–1747 (6 VE), Prozesse 1634–1759 (19 VE), Drostamt 1727–1770 (3 VE).

II.: Archiv der Familie Schenk von Nideggen 1312 – 1713 (148 VE)

III.: Archiv der Familie Schellart von Obbendorf 1403 – 1723 (110 VE)

IV.: Überlieferung hauptsächlich zu den umfangreichen hoensbroech´schen Familienbesitzungen im Herzogtum Limburg (Hoensbroek bei Heerlen,

V.: Archiv der kurkölnischen Herrschaft und Haus Buschfeld (Erftstadt, Rhein-Erft-Kreis) 1447 – 1843 (66 VE)

VI.: Überlieferung zu Kloster Dalheim (Kreis Heinberg), Urkunden (3) 1237 – 1420, Regesten. [1]

Das Publikationsfindbuch ist als Druck erschienen: Rien van den Brand - Stefan Frankewitz, "Das Findbuch zum Archiv Schloss Haag", herausgegeben von Stefan Frankewitz in der Reihe Geldrisches Archiv 10,
ISBN 978-3-933969-88-0, 36 Euro.


Golfplatz Schloss Haag

Geldern - Schloss Haag

Golfplatz


Auf einem Teil des Geländes von Schloss Haag entstand 1995 ein Golfplatz. Die Eröffnung aller 18 Bahnen war am 21. Juni 1997. Etwa 2 Jahre vorher konstituierte sich der Golfclub Schloss Haag e.V. und 1996 wurde eine Betreibergesellschaft gefunden. Die Anlage des Golfplatz Schloss Haag fügt sich ein in die typische Auenlandschaft des unteren Niederrheins, die von Hecken und Waldstrichen mit altem Baumbestand durchzogen ist. In unmittelbarer Nähe liegt die historisch interessante Stadt Geldern mit etwa 30 000 Einwohnern.


Links zu Geldern und Umgebung:



Quellenangabe:


Die Informationen zur Geschichte von Schloss Haag basieren auf dem Artikel Schloss Haag (Stand vom 26.12.2010) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz [27 KB] für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

1.: Die Aufzählung der wesentlichen Bestandteile des Archivs von Schloss Haag stammt von der Publikation des LVR (Landschaftsverband Rheinland), Thema: Adelsarchive, hier Archiv Schloss Haag, zuletzt abgerufen am 28. Juli 2013!

Weitere Informationen zum Schloss Haag finden Sie hier....!


Fotos Schloss Haag




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