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Zeche Vondern

Oberhausen - Zeche Vondern

...letzte Relikte des ehemaligen Steinkohlebergwerks...




Überblick

Oberhausen - Zechensiedlung Vondern

Bergwerkssiedlung



Vonderort und Vondern sind Stadtteile des Stadtbezirks Osterfeld der Stadt Oberhausen. Im Stadtteil Vondern steht die Burg Vondern, deren Ursprünge auf das 12. Jahrhundert zurückgehen. Unweit davon, ebenfalls im Stadtteil Vondern, befindet sich die alte, mittlerweile teilweise sanierte und restaurierte Arbeitersiedlung der Zeche Vondern. Nicht weit entfernt von dieser Arbeitersiedlung befand sich die ehemalige Schachtanlage Vondern, die im Jahr 1903 ihren Betrieb aufnahm. Das Steinkohlenbergwerk war die jüngste Zeche im Steinkohlenfeld der Zeche Oberhausen. Ihren Namen erheilt die Zeche nach dem adeligen Haus Vondern (Burg Vondern), in dessen Nähe das Bergwerk errichtet wurde.

Lage

Oberhausen - Zeche Vondern

Brache Vondern - im Hintergrund der Gasometer und das Kunstobjekt "roter Turm"


Bereits 1863 fand ein erster Versuch statt, eine Zeche hier an dieser Stelle anzusiedeln- die Zeche Herzog von Arenberg. Zwei Jahre später wurde dieses erfolglose Bauvorhaben beendet. Das heutige verlassene Zechengelände liegt eingebettet zwischen der Bundesautobahn A 42 im Norden und der Emscher, die im südlichen Teil des Geländes vorbeifließt. Im Westen führt die Osterfelder Straße und im Osten die Breilstraße am Gelände vorbei. Ein Teil der alten Anlagen befand sich auf dem Teil, auf dem jetzt die Autobahn A 42 entlang läuft. Bei dem ehemaligen Zechengelände handelt es sich um ein riesiges Areal, das heute den Namen Brache Vondern erhalten hat. Über einem Teil des Geländes verläuft der Emscher-Park-Weg des Sauerländischen Gebirgsvereins.


Zechengelände

Oberhausen - Zeche Vondern

Schacht 2 der ehemaligen Zeche Vondern


Überall auf dem alten Zechengelände stößt man auf Hinterlassenschaften des einstigen Steinkohlenbergwerks. Obwohl die Zeche Vondern bereits 1932 stillgelegt wurde, blieb ein Teil der Tagesanlagen erhalten. Im April 1965 wurden die beiden vorhandenen Schächte mit Bergematerial verfüllt und mit einem Deckel aus Beton versiegelt. Die anderen Gebäude wurden abgerissen und das Gelände planiert. Trotzdem sieht man hier und da noch ein paar Stahlstreben aus dem Boden ragen und zahlreiche Betonteile der Tagesanlagen sind immer noch über das Gelände verteilt. Im Westen des Geländes wurde der Rote Turm installiert, ein Kunstobjekt, von dem viele meinen, es sei im Gedenken der dort befindlichen Schächte errichtet worden. Auch bei der Aktion SchachtZeichen hatte ich diesen Eindruck, denn der gelbe Ballon war hier installiert. Der ursprüngliche Ort der Schachtanlagen lag aber viel weiter östlich...!


Geschichte

Oberhausen - Zeche Vondern

...letzte Relikte des Bergbaus auf der Brache Vondern...


Im Jahr 1898 wurde mit den Teufarbeiten für den neuen Wetterschacht im nördlichen Teil der Zeche Oberhausen begonnen. Der Grund für die Abteufung eines Wetterschachtes hier in Osterfeld war die ungünstige Bewetterung der Zeche Oberhausen und die dadurch erhöhte Schlagwettergefahr. Als günstigster Standort für den Schacht wurde durch den Markscheider ein Grundstück in der unmittelbaren Nähe der Burg Vondern in Osterfeld ermittelt. Aufgrund eines Vorstandsbeschlusses wurde für den Schacht ein Schachtdurchmesser von fünf Metern gewählt. Aus diesem Wetterschacht (erster Name: Schacht Oberhausen 3) entwickelte sich der spätere Schacht 1 der ab 1903 eigenständigen Zeche Vondern.


Beginn der Förderung

Oberhausen - Zeche Vondern

Blick auf den Standort von Schacht 1


Für die Errichtung der Zechenanlagen sprach auch die unmittelbare Nähe des Osterfelder Verschiebebahnhofs (Rangierbahnhof), der ursprünglich von vier privaten Eisenbahngesellschaften bedient bzw. durchfahren wurde und ab 1891 von der Preußischen Staatseisenbahn übernommen wurde. Ab diesem Datum wurde der große Rangierbahnhof Oberhausen-Osterfeld Süd errichtet. 1899 erreichte der Schacht bei einer Teufe von 167 Metern das Karbon(lateinisch „Kohle“). Noch im selben Jahr wurde begonnen, den Schacht 2 direkt neben Schacht 1 abzuteufen. Im Jahr 1903 wurde die Anlage als selbstständiges Bergwerk in Betrieb genommen. Bereits im zweiten Quartal des Jahres 1903 wurden die ersten Kohlen gefördert.


Oberhausen - Zeche Vondern

...letzte Relikte des Bergbaus auf dem ehemaligen Zechenareal


Im Jahr 1905 wurde der Schacht 2 in Betrieb genommen. Schacht 1 wurde als Abwetterschacht genutzt und Schacht 2 wurde nun Hauptförderschacht. Damit die Abwetter über den Schacht aus den Grubenbauen abgesaugt wurden konnten, wurden zwei Grubenlüfter neben dem Schacht 1 installiert. Die Zechen Oberhausen und Vondern waren untertägig über zwei Sohlen miteinander verbunden, daher konnte das anfallende Grubenwasser über eine zentrale Wasserhaltung auf der Zeche Oberhausen entwässert werden. Zu Beginn des Jahres 1907 wurde auf der Zeche Vondern eine Kokerei in Betrieb genommen. Im Jahr 1910 wurde begonnen, das Grubenfeld Neu-Oberhausen auf der zweiten und der 3. Sohle auszurichten. Hierfür wurden Strecken aufgefahren, um die 3000 Meter nördlich geplante Zeche Jacobi zu erschließen.


Weltwirtschaftskrise

Oberhausen - Zeche Vondern

Betondeckel über Schacht 1


Im Rahmen der Weltwirtschaftskrise führte die Gutehoffnungshütte umfangreiche Rationalisierungsmaßnahmen für ihre Förderanlagen im Oberhausener Gebiet durch. Auch die Zeche Vondern war hiervon betroffen- im Oktober 1930 wurde die Kokerei stillgelegt. Aufgrund des schlechten Kohleabsatzes in den nachfolgenden zwei Jahren wurden zunächst Feierschichten verfahren, um die Förderung zumindest etwas an den Kohlenabsatz anzupassen. Schon bald folgten weitere Rationalisierungen. Die Leitung des Bergwerks Oberhausen entschloß sich, die Zeche Vondern und die Zeche Jacobi zu einem Verbundbergwerk zusammenzuführen. Das führte dazu, dass am 15. Januar des Jahres 1932 die Förderung auf dem Baufeld Vondern ganz eingestellt wurde. Zum 1. Februar wurde das Baufeld Vondern der Zeche Jacobi zugeschlagen. Die im Baufeld Vondern abgebauten Kohlen wurden untertägig zur Zeche Jacobi gefördert und dort zu Tage gefördert.


Stillegung

Oberhausen - Zeche Vondern

...letzte Überreste der Zeche...


Die meisten Tagesanlagen wurden danach abgerissen, die beiden Vondernschächte blieben zunächst noch für die Seilfahrt und die Materialförderung offen. Ab dem 1. Oktober des Jahres 1932 wurde die reguläre Seilfahrt in den Schächten des Baufeldes Vondern eingestellt. Als Außenstelle der Zeche Jacobi wurde sie noch bis 1965 zur Wetterführung genutzt und danach vollständig abgebaut. Das mit Altlasten belastete Gelände blieb anschließend sich selbst überlassen. Im Jahr 1956 wurde das Fördergerüst über dem Schacht 1 abgerissen, da der Schacht keine weitere Aufgaben mehr hatte. Außerdem wurde ein neuer Grubenlüfter installiert. Der Schacht erhielt eine luftdichte Schachthalle. Im Jahr 1965 wurden die beiden Schächte Vondern 1 und Vondern 2 mit Waschbergen und Kies verfüllt. Die noch verbliebenen Gebäude wurden abgerissen. Heute spricht man von dem ehemaligen Zechenareal als Brache Vondern.


Siedlung Vondern

Oberhausen - Zechensiedlung Vondern

...ehemalige Verkaufsanstalt IV. der Gutehoffnungshütte in der Zechensiedlung Vondern


Auf dem Weg zur Burg Vondern passiert man über die heutige Arminstraße (damals Bruchstraße) die ehemalige Zechensiedlung Vondern, die hier unweit der einstigen Zeche Vondern erbaut wurde. Die Siedlung entstand von 1907 bis 1917 für die Arbeiter der Zeche Vondern. Die Arbeiter der Zeche Vondern kamen zu einem großen Teil aus dem Osten des Deutschen Reiches und den angrenzenden Ländern. Es entstanden etwa 125 Häuser mit mehr als 400 Wohnungen. Die Zeche lag etwa dort, wo jetzt die Trasse der Autobahn A 42 entlang führt. Bei der Wanderung 2 - ausgehend vom Gehölzgarten oder der Siedlung Ripshorsterstraße - trifft man auf das Gelände, sobald die Emscher in Richtung Burg Vondern überquert wurde.


Oberhausen - Zechensiedlung Vondern

Arminstraße


Nur noch ein paar Relikte erinnern daran, dass hier einstmals die Zeche Vondern Kohle förderte. Die Natur hat sich das Areal mittlerweile vollständig zurückgeholt. 1932 - nach der Weltwirtschaftskirche wurde die Zeche geschlossen. Der Zeche war keine lange Betriebstätigkeit beschieden- lediglich 29 Jahre. Auf dem nebenstehenden Bild ist das Haus der "Verkaufsanstalt IV. der Gutehoffnungshütte" zusehen. Hier konnten die Belegschaftsmitglieder der GHH preiswert einkaufen. GHH- die Abkürzung eines Namens, dem wir hier in Oberhausen noch oft begegnen werden. Der 1912 errichtete ehemalige Kindergarten dient heute den Bewohnern der Siedlung als Bürgerhaus.


Was gibt es zu sehen?

Oberhausen - Industriebrache Vondern

Blick nach Westen während der Aktion SchachtZeichen


Die Freizeitmöglichkeiten in diesem Gebiet sind sehr zahlreich. Nach einem Spaziergang durch die alte Zechensiedlung Vondern (hier einen Parkplatz suchen) können Sie die Burg Vondern besichtigen. Nun kehren Sie ein kleines Stück auf der Arminstraße zurück und unterqueren die Bundesautobahn A 42 durch einen Tunnel und gelangen so auf die alte Industrie- und Zechenbrache Vondern. Durchqueren Sie das Zechenareal von Westen nach Osten, gehen Sie in der Nähe der Emscher (aber immer noch Brache Vondern) wieder zurück und überqueren die Eisenbrücke über die Emscher und weiter zur nächsten Brücke über den Rhein-Herne-Kanal zum Läppkes Mühlenbach.

Oberhausen - Zechensiedlung Vondern

Bushaltestelle Burg Vondern


Von hier gelangen Sie zum Haus Ripshorst, wo es ein Café gibt, in dem Sie sich stärken können. Haus Ripshorst wurde urkundlich als Lehnsgut erstmals am Anfang des 14. Jahrhunderts erwähnt. Hier in Haus Ripshorst können auch Fahrräder gemietet werden, mittlerweile sogar E-Bikes. Von hier geht es auch wieder zurück über die beiden Brücken und jetzt nur noch geradeaus von Süden nach Norden das Zechengelände überqueren, durch den Tunnel und dann zur Zechensiedlung, wo Sie ihren Wagen wiederfinden.

Auch Busse des Verkehrsverbund VRR fahren diesen Bereich an: direkt von Oberhausen Hbf - Bus Linie 957 - bis Haltestelle Burg Vondern.

Das untenstehende Video zeigt Aufnahmen vom Rhein-Herne-Kanal im Bereich Oberhausen und dem Gehölzgarten Ripshorst in der Nähe der Industriebrache Vondern....




Schachtzeichen

Oberhausen - Zeche Vondern

Aktion SchachtZeichen


Im Rahmen der Ruhr 2010 wurde auch in Oberhausen die Aktion Schachtzeichen durchgeführt. Die Schachtzeichen markierten jene Orte, wo früher Bergwerke und Schachtanlagen standen, Fördertürme weithin sichtbar in den Himmel ragten, Schächte bis zu 1000 Meter senkrecht in die Tiefe führten und hunderttausende Menschen lebten und arbeiteten. So nahm auch ein Team der VCP Pfadfinder Essen-Dellwig an dieser Aktion teil und betreute während der Tage der SchachtZeichen das Equipment des Veranstalters.


Oberhausen - Zeche Vondern

Aktion SchachtZeichen


Die Aktion fand in der Woche vom 22. - 30. Mai 2010 statt und als besondere Attraktion ließ man am 24. Mai und am 29. Mai alle 350 SchachtZeichen-Ballons bis 01.00 Uhr nachts in bis zu 80 Meter Höhe aufsteigen, die zusätzlich noch beleuchtet waren und somit von einem guten Standort im ganzen Ruhrgebiet zu sehen waren. In Oberhausen geschah dies an den Standorten der ehemaligen Zechen Oberhausen 1/2, der Zeche Hugo Haniel Oberhausen-Holten, der Zeche Sterkrade 1/2, der Zeche Osterfeld 4, der Zeche Osterfeld 1/2/3, der Zeche Jacobi 1/2, der Zeche Vondern 1/2, der Zeche Concordia 4/5, der Zeche Concordia 1/2/3, der Zeche Concordia 6, der Zeche Roland 1/2 und der Zeche Alstaden 1/2/3.


Industriebrache Vondern

Oberhausen - Industriebrache Vondern

...ehemaliges Zechengelände Vondern - heutige Brache Vondern


Mit dem Rückgang des Bergbaus und der Eisen- und Stahlindustrie fielen seit 1960 im Ruhrgebiet große Areale brach. Zwischen den Überresten der Produktionsanlagen und auf den industriell stark veränderten Böden wuchsen Moose, Farne, Blütenpflanzen und erste Birken. Das Vogelkonzert wurde allmählich vielstimmig und nachts trieben sich sogar Füchse auf den weitläufigen, verlassenen Flächen herum. Die Natur kehrte zurück, jedoch in neuer und vielfältigerer Zusammensetzung...

Weitere Informationen zur Industriebrache Vondern im Stadtteil Vondern des Oberhausener Stadtbezirks Osterfeld finden Sie hier....!


Zeche Osterfeld

Oberhausen - Zeche Osterfeld

Steigerhaus


Die Zeche Osterfeld war einst wie die Zeche Oberhausen als Hüttenzeche des Konzerns Gutehoffnungshütte (GHH) konzipiert worden und wurde zwischen 1873 und 1879 errichtet und entwickelte sich nicht nur zur führenden Zeche innerhalb des GHH-Bergbaus, sondern nahm auch im Ruhrgebiet stets eine Spitzenstellung ein. 1873 wurde durch die Zeche Oberhausen begonnen, einen dritten Schacht im Gebiet von Osterfeld abzuteufen, der aber durch einen Schwimmsandeinbruch zunichtegemacht wurde....

Weitere Informationen zur Zeche Osterfeld in Oberhausen finden Sie hier....!




Zeche Oberhausen

Oberhausen - Zeche Oberhausen

Ehemaliges Tor- und Markenhaus


Die Zeche Oberhausen war einst ein Steinkohlen-Bergwerk im Besitz der Gutehoffnungshütte. Diese war Eigentümerin umfangreicher Grubenfeldbesitzungen im Bereich der damals selbständigen Gemeinden Osterfeld und Sterkrade. An der Straße nach Frintrop (heute Stadtteil von Essen- damals gehörte Frintrop zum Bürgermeisteramt Borbeck bis zur Eingemeindung nach Essen im Jahre 1915) wurde 1856 mit dem Abteufen der ersten beiden Schächte mit den Namen "Königsberg 1" und "Königsberg 2" begonnen....

Weitere Informationen zur Zeche Oberhausen in Oberhausen finden Sie hier....!


Zechen im Ruhrgebiet und am Niederrhein



Halden im Ruhrgebiet und am Niederrhein

Quellenangabe:


Die Informationen zur Geschichte der Zeche Vondern basieren auf dem Artikel Zeche Vondern (Stand vom 12.07.2012) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz [27 KB] für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.


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Fotos der Zeche Vondern




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