Zeche Alma & Kokerei

Gelsenkirchen - Ückendorf Zeche Alma - Ansichtskarte von 1905 - Foto: Wikipedia (gemeinfrei)






Überblick



An der Almastraße im Gelsenkirchener Stadtteil Ückendorf befindet sich das Zechenareal des einstigen Bergwerks Alma. Die Zeche Alma war ein Steinkohle-Bergwerk mit mehreren Schächten und angeschlossener Kokerei. Auch bei heutiger Betrachtung wirkt das fast gänzlich abgeräumte Zechengelände riesig. Das Bergwerk - bzw. die Schächte - waren noch bis zum Ende der siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts zu Förder- und Wasserhaltungszwecken in Betrieb. Heute sieht man noch Reste der Maschinenhalle, die Zechenmauer (in einigen Bereichen noch intakt), die einstige Lohnhalle, heute in ein Wohnhaus umgebaut, ein umzäuntes Areal und die Reste des Verwaltungsgebäudes der Kokerei.



Gelsenkirchen - Ückendorf Blick auf die ehem. Maschinenhalle der Zeche Alma




Geschichte


Im Jahre 1855 erfolgte die Gründung der Gewerkschaft Neu-Uerdingen. Sie umfasste mehrere Grubenfelder mit dem Namen Alma. Die Kuxmehrheit lag in Händen der französischen Firma Société des mines et fonderies du Rhin Détillieux et. Cie. Das gesamte Grubenfeld erstreckte sich überwiegend unter den Gemarkungen Bulmke und Hüllen. Der 1870 an der Köln-Mindener Eisenbahn begonnene Schacht 1 ging 1872 in Förderung und wurde mit einem Malakowturm ausgestattet. 1873 erfolgte die Umbenennung der Gewerkschaft in „Gewerkschaft Alma“, da die Uerdinger Investoren die Gesellschaft verließen und die französischen Anteilseigner übrig blieben.



Gelsenkirchen - Ückendorf ...die ehem. Lohnhalle der Zeche Alma...


Der Name „Alma“ leitete sich vermutlich von der Schlacht an der Alma ab, welche 1854 - ein Jahr vor Gründung der Firma - am Fluss Alma unweit von Sewastopol im Rahmen des Krimkrieges zwischen Franzosen und Russen ausgetragen worden war. Von 1873 bis 1874 wurde in der Nähe von Schacht 1 der Schacht 2 als Wetterschacht abgeteuft. Auf Initiative von Friedrich Grillo und Emil Kirdorf wurde 1877 die Gelsenkirchener Bergwerks-AG gegründet, um die in der Emschermulde fördernden Schachtanlagen unter deutscher Geschäftsführung zusammenzufassen. Die Zeche Alma wurde zusammen mit der benachbarten Zeche Rheinelbe als erster Bergwerksbesitz im Jahre 1878 der neuen Gesellschaft übernommen.



Gelsenkirchen - Ückendorf Lore auf dem ehem. Almagelände - Impressionen

Gelsenkirchen - Ückendorf Zeche Alma - Blick auf das Schachtgelände, wo heute Grubengas abgesaugt wird






Die beiden Zechen wurden zusammengefasst und fortan als Zeche Vereinigte Rheinelbe & Alma weiterbetrieben. Die Alma-Schächte wurden bis Ende der 1970er Jahre betrieben. Die Gelände der Nebenschachtanlagen sind überbaut bzw. komplett abgeräumt worden. Die Hauptschachtanlage Alma 1/2/5 lag in unmittelbarer Nähe des Stahlwerks Gelsenkirchen der Thyssen AG (ehemals Schalker Verein). Nach Stilllegung dieser Schächte wurde 1927/28 auf dem Gelände die Zentralkokerei Alma errichtet, die bis 1963 betrieben wurde. In der Nachbarschaft, in Ückendorf, erinnert heute noch die Almastraße an das Bergwerk. Hier sind auch noch einige Zechenhäuser zu sehen, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichtet wurden. [1]



Gelsenkirchen - Ückendorf Zechensiedlung in der Almastraße

Almabahn


Nördlich des Geländes der Zeche Alma verläuft der Bahndamm der ehemalien Almabahn. Die Schienen sind auch hier abgeräumt und ein wunderbarer Rad- und Wanderweg ist entstanden. Die Almabahn besaß nur eine kurze Distanz, etwa 1,5 Kilometer. Sie hatte einen Anschluss an die Erzbahntrasse der Kray-Wanner Bahn und besaß die Aufgabe, die Zeche Alma und die Kokerei Alma mit anderen Produktionsstätten des Bergbaus zu verbinden. Heute sind die ehemaligen Bahntrassen der Almabahn, der Kray-Wanner-Bahn und der Zollverein-Bahn zu Radwegen ausgebaut. Am östlichen Ende des Zechenareals überspannt eine Brücke die Almastraße.



Gelsenkirchen - Ückendorf Zeche Alma - Brücke der Almabahn


Alma Hauptansicht

Ehemaliges Verwaltungsgebäude der Kokerei Alma in Gelsenkirchen-Ückendorf von Schupp-Kremmer. Ein seltenes Beispiel für ihren mehr expressionistischen Frühstil - eingebunden über Wikimedia Commons



Kokerei Alma


Die Kokerei Alma wurde 1927 – 1928 auf dem Gelände der Zeche Alma in Gelsenkirchen-Ückendorf errichtet. Die dortigen Schächte 1/2/5 waren zu diesem Zeitpunkt bereits stillgelegt. Als Zentralkokerei war sie eine der ersten Rationalisierungsmaßnahmen der im Jahr davor gegründeten Vereinigte Stahlwerke AG und ersetzte die veralteten Kokereien der Zechen Rheinelbe und Pluto. Der Anschluss der noch vorhandenen Zechenbahn zur Erzbahntrasse mit Verbindung an den Rhein-Herne-Kanal und die Zeche Carolinenglück sowie eine Seilbahn für den Kokstransport zu den Hochöfen des Schalker Vereins waren wichtige Standortvorteile.



Gelsenkirchen - Ückendorf ...ehem. Zufahrt zur Kokerei Alma....


Als im Jahre 1928 der Betrieb aufgenommen wurde, hatte die Kokerei zwei Batterien mit jeweils 63 Koppers-Verbundöfen. 1963 wurde die inzwischen zu gleichen Teilen der Gelsenkirchener Bergwerks-AG (GBAG) und der Rheinische Stahlwerke AG gehörende Kokerei stillgelegt. Sie hatte zuletzt 143 Verbundöfen mit einer Tageskapazität von 2100 Tonnen und 350 Arbeiter und Angestellte. Die Betriebsanlagen wurden direkt nach der Stilllegung bis auf das Verwaltungsgebäude vollständig abgerissen. Das 1969 auf dem ehemaligen Betriebsgelände errichtete Motodrom Gelsenkirchen wurde bis in die 1980er Jahre für Autospeedway-Rennen genutzt und liegt inzwischen brach. Das von Fritz Schupp und Martin Kremmer im Stile des Backsteinexpressionismus entworfene Verwaltungsgebäude wurde 1982 – 1983 mit Mitteln des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe restauriert und für einige Jahre als Firmenstandort genutzt.



Gelsenkirchen - Ückendorf Kokerei der Zeche Alma - Verwaltungsgebäude


Der zweigeschossige, überhöhte Mittelteil - die ehemalige Lohnhalle - mit seitlich an den dreitürigen Eingang angrenzenden, eingeschossigen Flügelbauten (Verwaltungsteil) und hinten angeschlossener Kaue ist bewusst symmetrisch und gradlinig gehalten und in Ziegel-Massivbauweise errichtet. Rückwärtig schließt sich nahtlos die leicht erhöhte und rundum verglaste Bahnaufsicht (mit Uhr auf dem Dach) mit eigenem Aufgang an. Die dort beginnende Mannschaftsbrücke über die Gleise zur Kokerei ist inzwischen abgerissen. Auf dem Bahndamm hinter der Kokerei verläuft heute ein Radweg. Die Fassade des Verwaltungsgebäudes ist durch Vor- und Rücksprünge der Mauerwerksschichten waagerecht gegliedert. Die vier senkrechten, hellen Mauervorsprünge über dem Eingangsbereich wiederholen sich als rechter Winkel in den Flügelbauten und befanden sich als gestalterische Elemente auch auf den Betriebsgebäuden wie Kohleturm und Benzolfabrik.



Gelsenkirchen - Ückendorf Kokerei Alma - Bahnaufsicht


Die Kokerei Alma war die erste Gesamtanlage, bei der Schupp und Kremmer die von ihnen gewünschte enge Zusammenarbeit von Architekten und Ingenieuren bei der Planung technischer Bauwerke durchführen konnten. Dadurch wurde anstelle der sonst üblichen unübersichtlichen und chaotisch wirkenden Anlagen eine ruhige, durchgehende Gestaltung aller Anlagenteile erreicht. Die hier noch genutzten Zierelemente fehlen bei späteren Bauten wie der Zeche Zollverein dann vollständig. Zusammen mit der zeitgleich errichteten Zentralkokerei an der Zeche Nordstern stellt das Ensemble daher ein wichtiges Frühwerk der für die Industriebauten im Ruhrgebiet wegweisenden Architekten dar. Nach der Umnutzung in den 1980er Jahren steht das unter Denkmalschutz stehende Gebäude inzwischen seit Jahren leer und verfällt. [2]



Gelsenkirchen - Ückendorf Maschinenhalle der Zeche Alma - Rückseite

Motodrom Gelsenkirchen


Das Motodrom Gelsenkirchen, heute oft auch Almaring genannt, war eine Autorennstrecke im Gelsenkirchener Stadtteil Ückendorf. Die Rennstrecke wurde 1969 von der Rheinländischen Altwagen-Gemeinschaft (RAG) (später Rheinländische Autorenn-Gemeinschaft) unter ihrem Präsidenten Anton Brenner auf dem Brachgelände der früheren Kokerei Alma angelegt, um dort sogenannte Altwagen-Rennen und später Autospeedway-Rennen auszutragen. Die zunächst mit einer Schotterdecke versehene Bahn wurde sowohl für Auto- als auch für Motorradrennen genutzt. Nach der Asphaltierung der Strecke im Jahr 1977 fanden ausschließlich Autorennen statt. Die Asphaltbahn hatte eine Länge von 750 m, eine Breite von 7,5 m und war im Gegensatz zu den meisten Speedway-Strecken kein reines Oval. Zu Beginn der 1980er Jahre gingen in acht verschiedenen Fahrzeugklassen pro Renntag durchschnittlich 150 bis 200 Teilnehmer an den Start, wovon jeweils etwa 30 bis 50 Fahrer aus dem benachbarten Ausland angereist waren. Die Rennstrecke wurde Mitte der 1980er Jahre stillgelegt. Da das Gelände danach sich selbst überlassen wurde, ist es heute größtenteils bewaldet. Die Asphaltdecke ist jedoch noch vollständig vorhanden, ebenso zahlreiche Leitplanken und andere Relikte aus Rennsporttagen. [3]



Gelsenkirchen - Ückendorf Motodrom Gelsenkirchen - Foto: Wikipedia - Autor: Spantax -Lizenz: s.u.





Zeche Rheinelbe


Der Boom des schwarzen Goldes begann um 1848 im heutigen Gelsenkirchener Stadtteil Ückendorf in einem sumpfigen Umfeld, das erst noch erschlossen werden musste. Hier begann im Jahre 1861 nach jahrelanger Vorbereitung die Kohleförderung. Heute sind nur noch wenige Gebäude der einstigen Zeche Rheinelbe vorhanden und die stehen unter Denkmalschutz. Die ehemalige Maschinenhalle der Zeche Rheinelbe wurde 1993 zum Tagungshotel „lichthof“ umgebaut.

Weitere Informationen zur Zeche Rheinelbe in Gelsenkirchen-Ückendorf finden Sie hier....!



Gelsenkirchen - Ückendorf Ehemalige Gebäude der Zeche Rheinelbe - Gelsenkirchener Bergwerks AG

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Zeche Nordstern in Gelsenkirchen-Horst
Zeche Friedrich Thyssen Schacht 1/6 in Duisburg-Hamborn
Zeche Friedrich Thyssen Schacht 4/8 in Duisburg-Hamborn
Zeche Neumühl in Duisburg-Neumühl
Hüttenwerk Meiderich in Duisburg-Meiderich
Kokerei Friedrich Thyssen 4/8 in Duisburg-Hamborn
Zeche Rheinpreußen in Moers
Schachtanlage Pattberg in Moers
Zeche Friedrich Heinrich in Kamp-Lintfort
Bergwerk Niederberg in Neukirchen-Vluyn
Bergwerk Lohberg in Dinslaken




Quellenangabe:


1.: Die Informationen zur Geschichte der Zeche & Kokerei Alma in Gelsenkirchen-Ückendorf basieren auf dem Artikel Zeche Alma (Stand vom 28.06.2015) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

2.: Die Informationen zur Kokerei Alma in Gelsenkirchen-Ückendorf stammen aus der Wikipedia, abgerufen zuletzt am 29.08.2018!

3.: Die Informationen zum Motodrom Gelsenkirchen (Almaring) in Gelsenkirchen-Ückendorf stammen aus der Wikipedia, abgerufen zuletzt am 31.08.2018!

Die Fotodatei "Motodrom Gelsenkirchen - Autor: Spantax" ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported lizenziert.



Fotos der Zeche Alma





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