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Horster Mühle

Essen-Horst
Essen-Horst Horster Mühle - heutiges Wasserkraftwerk



Überblick

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Essen-Horst Horster Mühle - heutiges Wasserkraftwerk



Schon von weitem sichtbar durch den hohen Schornstein der ehemaligen Karbidfabrik Vogelsang ist das Gebäudeensemble der Horster Mühle. Bei der Horster Mühle handelt es sich um einen mehrteiligen Gebäudekomplex im Essener Stadtteil Horst an der Ruhr. Die ehemalige Mühle besteht schon längst nicht mehr, lediglich ihre Fundamente befinden sich unter dem Bauwerk des Wasserkraftwerks. Von der Horster Ruhrbrücke führt die Straße "In der Lake" bis zum Gelände der ehemaligen Mühle. Ein Schild kurz vor Erreichen des Areals weist darauf hin, ihr Fahrzeug in den ausgewiesenen Bereichen vor dem Gelände der Mühle zu parken. Das Gelände kann besichtigt werden, die Innenanlagen der einzelnen Häuser und Fabriken sind jedoch nicht öffentlich.

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Essen-Horst Ehemalige Karbidfabrik Vogelsang


Vom Gelände zweigt ein schöner Pfad ab, der Sie bei genügend Zeit auch zur ehemaligen Zeche Wohlverwahrt führt, weiterhin zu den nördlichen Anlagen mit Bahnunterführung des Fabrikkomplexes und letztendlich weiter über die Antonienallee an der Villa Vogelsang vorbei bis zum Gelände der Vryburg. Rechts hinter der Bahnunterführung führt ein Weg an der Ruhr entlang zum Wehr des Wasserkraftwerks und weiter nach Bochum-Dahlhausen. Die Ruhr in diesem Bereich verläuft besonders malerisch und die gut ausgebauten Fahrradwege bieten die Möglichkeit, bis nach Hattingen und weiter zum Haus Kemnade am Kemnader Stausee in Bochum zu fahren. Im Sommer nutzen viele Horster Einwohner diesen schönen Flussbereich zum Baden und Sonnen.

Geschichte

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Essen-Horst Horster Mühle - heutiges Wasserkraftwerk


Die Horster Mühle war eine der ältesten Mühlenanlagen auf Essener Stadtgebiet. Mit der Entstehung eines Ruhrwehres wird sie bereits im 12. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Ihr ursprünglicher Standort war etwa 300 Meter weiter stromauf an einer Ruhrinsel. Einige Quellen bringen die Mühle im Zusammenhang als Eigentum der Herren von Horst. Bei den Bauten zur Schiffbarmachung der Ruhr ab 1774 erhielt die Horster Mühle gegenüber der neuen Schleuse ihren jetzigen Standort. Dort wurde sie als Öl-, Frucht- und Blaumühle betrieben. Erhalten ist sie in dem zweigeschossigen, 7 achsigen Trakt des westlichen Fabrikteiles Vogelsang. Die Horster Mühle ging 1846 in das Eigentum des Essener Industrieellen Wilhelm Niemann über, der sich in der Nähe als repräsentativen Wohnsitz das sogenannte "Weiße Haus" errichten ließ.

Wilhelm Vogelsang

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Essen-Horst Horster Mühle


Die Maschinenhalle mit Einlaßwehr wurde im Jahre 1910 errichtet und 1923 von 4 auf 10 Achsen erweitert. Im Jahr 1910 erwarb der Unternehmer Wilhelm Vogelsang (1877 - 1939) den Komplex zusammen mit dem Hörster Feld, dem Haus Horst und der Villa seines Vorgängers, die er umbauen und erweitern ließ. Neben der Maschinenhalle errichtete er weitere Gebäude und einen Schornstein in Backsteinarchitektur. Dieser ist heute noch vollständig erhalten und gilt als Wahrzeichen für die frühe Industriealisierung in diesem Stadtteil. Der Schornstein enthält abgesetzte helle Steinbänder und den noch lesbaren Schriftzug "W. Vogelsang". Die Carbidfabrik war bis 1932 in Betrieb, das Kraftwerk jedoch bis zum Jahr 1971. Vogelsang gründete auch die neue Zeche Wohlverwahrt (Stillegung 1962) westlich des Gebäudekomplexes. Von dieser ist noch die Maschinenhalle aus dem Jahr 1915 erhalten.


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Essen-Horst ...nordwestliche Außenseite der Horster Mühle


Die neue Mühle liegt im heutigen westlichen Fabrikteil. Sie wurde als Öl-, Frucht- und Blaumühle betrieben. Das Blau (Thénards Blau) wurde aus Cobalt gebrochen, das aus dem Hespertal am Baldeneysee stammte. Es wurde unter anderem zum Blaufärben der Sklavenkittel für Carolina (damalige Provinz in der englischen Kolonie Nordamerika- später dann Teilung in North- und South Carolina) verwendet. 1985 erwarb der Bauunternehmer Franz Rudolph die Anlage zu einem symbolischen Preis von 1 DM und investierte etwa 17 Millionen DM in das denkmalgeschützte Gebäude. Seit 1989 liefert das Kraftwerk wieder Strom in das Netz der RWE. Etwa 2.500 Haushalte können mit dem Strom dieses Kraftwerks umweltfreundlich versorgt werden. Auf der gegenüberliegenen Uferseite der Ruhr befindet sich die Schleuse Horst.


Schleuse Horst

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Essen-Horst Schleuse Horst


Die Schleuse Horst liegt auf der linken Ruhrseite gegenüber dem Wasserkraftwerk Horster Mühle. An der Straße "In der Lake" kann man über die Horster Ruhrbrücke auf die andere Ruhrseite gehen. Ein Stück die Ruhr aufwärts trifft man auf die Schleuse. Von hier aus hat man einen schönen Blick auf das Kraftwerk und die Villa Vogelsang. Die Schleuse entstand im Zusammenhang mit der 1780 auf Betreiben von König Friedrich II. von Preußen, auch Friedrich der Große oder der Alte Fritz genannt (24. Januar 1712 in Berlin - 17. August 1786 in Potsdam) durchgeführten Schiffbarmachung der Ruhr. Die Schleusenkammer wurde aus Ziegelsteinmauerwerk mit Abdeckplatten aus Naturstein hergestellt. Die hölzernen Schleusentore sind bis heute erhalten bzw. wurden aufwendig saniert.




Ruhrschleuse

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Essen-Horst Schleuse Horst


Da jedoch der schlechte Ausbauzustand und die schwankende Wasserführung eine ganzjährige Schifffahrt nicht zuließen, unterlag die Transportschifffahrt ab 1860 mehr und mehr der aufstrebenden Eisenbahn und wurde 1890 eingestellt. Fast hundert Jahre verfiel die Schleuse, bis sie 1984 vom Land Nordrhein-Westfalen unter Denkmalschutz gestellt wurde. Sie wurde aufwendig wiederhergestellt und kann jetzt wieder einen Höhenunterschied von 3,35 Meter überwinden. Die Schleusungszeit dauert etwa 20 Minuten.


Franz Dinnendahl

Essen-Bergerhausen
Essen-Bergerhausen Fassade der Dinnendahl'schen Fabrik an der Westfalenstraße


Einer der Pioniere der Industrialisierung des Ruhrgebietes wurde im Essener Stadtteil Horst, genauer gesagt auf der Horster Mühle geboren. Es handelt sich um Franz Dinnendahl, den Konstrukteur und Erbauer der ersten Dampfmaschine im Ruhrgebiet. Dinnendahl wurde am 20. August 1775 in Horst geboren. Er baute 1803 in Essen die erste Dampfmaschine im Ruhrgebiet. Dinnendahl kam als Sohn eines Müllers zur Welt. Als Jugendlicher arbeitete er als Viehhirte, um dann zwei Jahre lang als Kohlenschieber sein Geld zu verdienen...

Weitere Informationen zum Erbauer der ersten Dampfmaschine im Ruhrgebiet Franz Dinnendahl finden Sie hier....!


Zeche Wohlverwahrt

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Essen-Horst Zeche Wohlverwahrt - Rückseite der Maschinenhalle


Die ehemalige Zeche Wohlverwahrt liegt im Essener Ortsteil Horst am Fleherweg und ist heute ein Industriedenkmal. Es gehört zur Route der Industriekultur. Die Zeche war ein Steinkohlen-Bergwerk in Horst an der Ruhr, in unmittelbarer Nachbarschaft der Horster Mühle- und Schleuse. Wie nahezu alle Ortschaften an der unteren Ruhr, war auch Horst über Jahrzehnte vom Kohlebergbau gekennzeichnet. In und um Horst förderten schon früh diverse kleine Bergwerke. Dazu gehörten neben der Zeche Wohlverwahrt die Zeche Fridolin, die Zeche Robert und einige sogenannte Erbstollen. Die erste Verleihung....

Weitere Informationen zur Zeche Wohlverwahrt im Essener Stadtteil Horst finden Sie hier....!


Haus Horst

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Essen-Horst Haus Horst


Im Essener Stadtteil Horst steht hoch über den Ruhrauen die Burg Horst. Von der einstigen mittelalterlichen Burganlage sind noch die ehemalige Kapelle aus dem Jahr 1359, der östliche Wirtschaftstrakt und die Vorburgmauer mit zwei Türmen erhalten. Die Ursprünge von Haus Horst sind weitgehend unbekannt. Die Herren von Horst sind urkundlich seit dem 12. Jahrhundert belegt während der Adelssitz selbst erst ab dem 14. Jahrhundert nachgewiesen weden kann. Um 1226 beklagt das Reichsstift Essen den Verlust....

Weitere Informationen zum Haus Horst im Essener Stadtteil Horst finden Sie hier....!


Quellenangabe:


Die Informationen zur Geschichte der Horster Mühle basieren auf dem Artikel Wasserkraftwerk Horster Mühle (Stand vom 18.02.2011) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz [27 KB] für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.


Fotos Horster Mühle


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