Schloss Broich
Überblick
Schloss Broich stammt aus spätkarolingischer Zeit, erbaut etwa um 883/884. Es diente ursprünglich als Sperrfestung gegen die Normannen, weil die Ruhrfurt hier eine strategisch wichtige Stelle war. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Anlage mehrfach umgebaut und erweitert, so z.B. im 11., 12., 15., 17. Jahrhundert. Es sind heute noch Reste der Ringmauer vorhanden, ein Hochschloss, es ist ein Museum vorhanden und es gibt historische Ausstellungen. Seit den 1960er/70er Jahren fanden umfangreiche Ausgrabungen und Restaurierungen statt.
Das Schloss Broich befindet sich heute im Besitz der Stadt Mülheim und wird betrieben über die MST (Mülheimer Stadtmarketing und Tourismus GmbH). Es beherbergt ein Historisches Museum im Hochschloss. Zudem werden regelmäßig Veranstaltungen durchgeführt: u.a. werden Führungen angeboten, es finden Festivals, Konzerte und Mittelaltermärkte statt.
Geschichte
Die älteste, aus spätkarolingischer Zeit erhaltene Burganlage nördlich der Alpen steht in Mülheim an der Ruhr: das Schloss Broich. Der Name Broich geht auf die niederfränkische Bezeichnung für einen Bruch (Sumpf) zurück und meint ein Feuchtgebiet, besonders an Flussniederungen, wie es auch unterhalb vom Schloss Broich zu finden ist. Auf einer Karte von 1640 ist Schloss Broich in der damaligen niederdeutschen/niederländischen Schreibweise Broeck (sprich Bruuk) zu finden. Bereits in den Jahren 883 - 884 wurde die Ursprungsanlage als Festung gegen die Normannen erbaut, zwei Jahrhunderte später entstand der Hauptbau.
Befestigung
Seit dem Ende des 12. Jahrhunderts wird die Anlage durch Um- und Neubauten allmählich zu einer Festung. Die Ringmauer wird umgebaut, auf 1,50 Meter Stärke und auf 9 Meter erhöht. Aus dem nördlichen Teil wird ein Zwinger. Ein massiger, etwa 17 Meter hoher Bergfried wird errichtet. Die erneuerte Befestigung ist so effektiv, dass sie im Jahr 1240 Belagerung und Angriff des Kölner Erzbischofs widersteht. Anlass ist die Auseinandersetzung des Erzbischofs Konrad von Hochstaden mit Graf Wilhelm IV. von Jülich und Herzog Heinrich IV. von Limburg.
Dreißigjähriger Krieg
Durch die gleichzeitige Stellung Heinrichs als Graf von Berg werden seine Vasallen, die Herren von Broich, in diesen Stellvertreterkrieg mit einbezogen. Im Dreißigjährigen Krieg leidet Mülheim und Schloss Broich schwer unter den ständigen Durchzügen und Aufenthalten der spanischen Armee. Im Jahr 1598 kommt es zum Angriff der Spanier und zur Vernichtung der gesamten Verteidiger von Schloss Broich. Die Schäden an der stark zerstörten Burg werden erst Jahrzehnte später, in den Jahren 1644 bis 1648, durch Graf Wilhelm Wirich von Daun zu Falkenstein beseitigt. Die Wohngebäude werden wieder aufgebaut und ergänzt.
Wiener Kongress
Während der Herrschaft des französischen Kaisers Napoleon am Rhein und an der Ruhr 1806 – 1813 wird auch die Herrschaft Broich aufgelöst. Nach zweijähriger Übergangszeit wird 1815 auf Beschluss des Wiener Kongresses auch Broich von Preußen annektiert. Nach wechselvoller Geschichte, wiederholten Zerstörungen, Wiederaufbau und Erweiterungen befindet sich das Schloss seit 1938 im Eigentum der Stadt Mülheim. Nach umfangreichen archäologischen Grabungen und gründlicher Restaurierung in den 60er und 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts und der feierlichen Wiedereröffnung 1975 wird Schloss Broich heute für Trauungen, Ehrungen, Empfänge und zahlreiche andere attraktive Veranstaltungen genutzt.
Castle Rock Festival
Seit dem Jahr 2000 findet im Innenhof des neueren Teil des Schlosses das eintägige Castle Rock Festival statt, welches 2002 noch um das ebenfalls eintägige Festival Burgfolk erweitert wurde. Diese Feste werden mit der Unterstützung der Stadt Mülheim ausgerichtet. Die auftretenden Musikbands auf dem Festivals kommen aus der Richtung Rock, Gothic und moderne Folk-Musik. Viele der Bands sind in ihren entsprechenden Kreisen sehr populär. Als Gäste kommen jedes Jahr viele Hundert Musikfans, vorzugsweise aus der so genannten Schwarzen Szene des Ruhrgebiets. Das Castle Rock ist seit 2003 jedes Jahr einige Monate vor der Veranstaltung ausverkauft.
Gast im Schloss
In den Mauern von Schloss Broich ist u.a. auch ein kleines Kunst- und Heimatmuseum beheimatet. Im Schatten der alten Mauern kann man an heißen Sommertagen ein kühles Bier genießen und die einmalige Atmosphäre auf sich wirken lassen. Dank einer Initiative der Mülheimer Stadtmarketing und Tourismus GmbH mit Mayr´s Brauhaus aus dem RRZ (Rhein Ruhr Zentrum) und der Privatbrauerei Stauder ist das seit 2004 schon möglich.
Für ein paar Stunden kann jeder, der für seine private Feier ein ganz besonderes Ambiente sucht, zum „Schlossherr“ werden: Verschiedene Räume und der Schlossinnenhof können gemietet werden. Trauungen werden im Schloss Broich auch durchgeführt.
Schloss Broich als Hochzeitslocation
Das historische Schloss Broich in Mülheim an der Ruhr kann auch als Hochzeitslocation genutzt werden, bzw. hat das Standesamt der Stadt Mülheim hier einen Raum, in dem Paare getraut werden können. In verschiedenen Räumen des Schlosses ( je nach Größe der Feier) kann auch gefeiert werden. z.b. der Rittersaal bis ca. 80 Personen, das Schlossgewölbe bis ca. 60 Personen und das Wappenzimmer bis ca. 40 Personen. Weiterhin gibt es noch das Kaminzimmer und die sogenannten Tecklenburger Kammern mit kleineren Kapazitäten. Bei gutem Wetter treffen sich die Hochzeitsgäste auf dem Schlosshof oder vor dem Mauern der alten Festung. Auch ein Sektempfang kann hier stattfinden. Ein schöner Tag in einem schönem Ambiente- unvergeßlich für das Hochzeitspaar und die Gäste!
Weitere Informationen zur Hochzeitslocation auf Schloss Broich in Mülheim an der Ruhr finden Sie hier....!
Wasserburg
Unterhalb von Schloss Broich und direkt an der Ruhr befindet sich die Hauptverwaltung der RWW. Das Gebäude wird auch „Wasserburg“ genannt und es hat eine bewegte Geschichte: der Standort am Fluss wurde schon von verschiedenen Industriezweigen geschätzt. Eine Papiermühle nutzte seit 1755 hier die Kräfte des Wassers ebenso wie eine benachbarte Kornmühle sowie eine Walkmühle. Ende der 1880er Jahre entstand zudem eine Zellulose-Fabrik, die mit den drei ehemaligen Mühlen vereinigt und 1900 von der Dorstener Papierfabriken AG angekauft wurde. Statt der Wasserräder sorgten nun drei Turbinen für den Energiebedarf der Papierfabrik. Schließlich erwarb August Thyssen die Fabrik und wandelte sie in ein Elektrizitätswerk um.
1912 ging die Anlage am Broicher Wehr in den Besitz der neugegründeten RWW über. Gebaut wurde der Komplex 1928/29 nach Entwürfen der Architekten Pfeifer und Großmann (die auch die Mülheimer Stadthalle und das Rathaus entwarfen).
Textquelle: Infotafel vor Ort - Route der Industriekultur
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Informationen:
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