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Kloster Saarn

Mülheim - Kloster Saarn
Mülheim - Kloster Saarn Innenhof des Klosters



Übersicht

Mülheim - Kloster Saarn
Mülheim - Kloster Saarn Grabdenkmal für die letzte Äbtissin des Klosters: Friderike Agathe Freifrau von Hinsberg (1755 - 1822)



Neben dem Schloss Broich ist das Kloster Saarn eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Ruhrstadt Mülheim. Der offizielle Name des Klosters lautete „Aula Sanctae Mariae“ und ist eine ehemalige Zisterzienserinnen-Abtei in Mülheim an der Ruhr im Stadtteil Saarn. Es befindet sich direkt an der Bundesstraße 1. Die gut erhaltene und restaurierte Klosteranlage weist Baubestandteile vom 13. bis zum 19. Jahrhundert auf. Seit Oktober 2008 findet sich in den Kellergewölben der Begegnungsstätte Kloster Saarn das Klostermuseum. Der Verein der Freunde und Förderer des Klosters Saarn e. V. hat damit einen Raum für „Geschichte zum Anfassen“ geschaffen. Auf einer der Rasenflächen im Klosterinnenhof findet sich seit dem Herbst 2010, als eine „Außenstation“ des Klostermuseums, der Klostergarten.




Kloster Saarn

Mülheim - Kloster Saarn
Mülheim - Kloster Saarn Kloster Saarn der Zisterzienserinnen


Das Kloster Saarn der Zisterzienserinnen in Mülheim an der Ruhr, Stadtteil Saarn, wurde nach archäologischen Befunden um 1200 gegründet. Über die Gründer dieser Zeit und die ersten Frauen im Kloster weiß man sehr wenig. Einige Jahrzehnte später, in einer zweiten Gründungsphase, wurde Erzbischof Engelbert I. von Köln im Rahmen seiner politischen Aktivitäten als Erzbischof, Herzog von Berg und zugleich Reichsverweser auf das Kloster Saarn aufmerksam. Er sorgte wahrscheinlich für die Aufnahme der Saarner Nonnen in den Zisterzienserorden und die Einführung einer strengen Klausur, außerdem für eine umfangreiche Privilegierung des Klosters durch den Papst und das Reich. Das Leben der Nonnen und die Existenz des Klosters wurden damit auf eine neue, dauerhafte rechtliche und materielle Grundlage gestellt.


Geschichte

Mülheim - Kloster Saarn
Mülheim - Kloster Saarn Blick auf das ehem. Äbtissinengebäude


Das Kloster in Saarn wurde 1214 als Frauenkonvent des Zisterzienserordens gegründet und der Aufsicht des Abtes von Kamp bei Lintfort unterstellt. Kloster Kamp war das erste Zisterzienserkloster auf deutschem Boden (1123), Saarn die erste von ihm beaufsichtigte Frauenzisterze. Der Zisterzienserorden, genannt nach seinem Gründungskloster Citeaux, ist wesentlich geprägt durch den Heiligen Bernhard von Clairveaux (1090 - 1153), der die Ordensideale des Mönchsvaters Benedikt von Nursia (480 - 547), nämlich die Verbindung von Meditation und Arbeit (ora et labora) nach Zeiten der Erschlaffung der benediktinischen Lebensgestaltung wieder radikal ernst zu nehmen versuchte.


Gründung weiterer Klöster

Mülheim - Kloster Saarn
Mülheim - Kloster Saarn Klosterbrunnen


Von diesen geistlichen Anstößen waren auch viele Frauen in Europa ergriffen, und das Kloster Saarn ist eines der ersten Zeugnisse dieser religiösen Frauenbewegung des Mittelalters in Deutschland. Von Saarn aus folgte die Gründung von Duissern (Duisburg) und Sterkrade (Oberhausen). Durch Schenkungen wuchs der Besitz der Nonnen bald beträchtlich an und führte mit der Zeit zur Beeinträchtigung des religiösen Lebens. Allein im Kirchspiel Mülheim besaßen sie im Jahr 1500 fünfundzwanzig Güter und Zehnten. Hinzu kam beträchlicher Besitz auf dem linken Rheinufer.



Kloster Saarn + Klosterkirche

Kloster Saarn und Klosterkirche in Mülheim-Saarn - eingebunden über Wikimedia Commons


Kulturdenkmal

Mülheim - Kloster Saarn
Mülheim - Kloster Saarn Blick auf das Seitenschiff der Klosterkirche


Die Lehren der Reformation gingen nicht spurlos am Konvent vorrüber. Eine Reform von 1619 führte zu einer durchgreifenden Erneuerung der Klosterdisziplin. 1642 besuchte der päpstliche Legat Bischof Fabius Chicius (Fabio Chigi), der spätere Papst Alexander VII. (13. Februar 1599 in Siena; † 22. Mai 1667), das Kloster. In der Mitte des 17. Jahrhunderts war dem Kloster eine letzte Blüte beschieden, was der Bau umfangreicher Wirtschaftsgebäude zeigt. Unter dem französischen Kaiser Napoleon I. wurde das Kloster im Jahre 1808 aufgelöst. Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs das Interesse an den alten Baulichkeiten. Inzwischen ist die Abtei als Kulturdenkmal von hohem Rang allgemein anerkannt. Stadt, Land und Bistum einigten sich auf ein gemeinsames Konzept zur Restaurierung.


Mülheim - Kloster Saarn
Mülheim - Kloster Saarn Grabmal der letzten Äbtissin


Wie zuvor erwähnt, wurde das Kloster Saarn im Jahr 1808 im Zuge der Säkularisation der Kirchengüter von der französischen Regierung des Großherzogtums Berg aufgehoben. Die letzte Äbtissin war Friderike Agathe Freifrau von Heinsberg [3]. In anderen Quellen wird sie auch als von Hinsberg genannt, wie auf dem Grabdenkmal am Südeingang der Kirche. [4] Äbtissin war sie von 1798 - 1808/09- sie erlebte die Auflösung des Klosters. 1822 wird sie neben der Klosterkirche beigesetzt. Die Inschrift auf ihrem Grabmal lautet:


UNTER DIESEM BILDNIS DER ERLÖSUNG RUHT DIE
STERBLICHE HÜLLE DER LETZTEN
ÄBTISSIN FRIDERICA VON HINSBERG
GESTORBEN DEN 29TEN APRIL 1822


3.: Mülheimer Baudenkmäler: Kloster Saarn;

4.: Roden, Günter von: Das Erzbistim Köln - Die Zisterzienserinnenklöster Saarn, Duissern, Sterkrade. -1984 - Seite 51;


Museum Kloster Saarn

Mülheim - Kloster Saarn
Mülheim - Kloster Saarn Museum des Klosters


Seit einiger Zeit gibt es im Mülheim-Saarn ein weiteres Highlight: Das Museum im Kloster Saarn. Die Eröffnung des Klostermuseums erfolgte am 24.10.2008 in Anwesenheit der Mülheimer Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld. Das Museum befindet sich in den alten Kellergewölben unter der Bürgerbegegnungsstätte. Hier haben Freunde des Klosters Saarn etwa 500 Exponate zusammengetragen. Die Ausstellung vermittelt anschaulich das Leben der Nonnen, die hier von 1214 - 1808 gelebt, gewohnt und gearbeitet haben. Gegenstände aus dieser Zeit können besichtigt werden, u.a. Gefäße, Tischgeschirr, Rosenkränze und Messkelche.


Informationen:

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Mülheim - Kloster Saarn Grabplatte der 31. Äbtissin - Magdalena von Brempt


Die Zisterzienserinnen waren geübt in der Herstellung bestimmter Arzneien, vorwiegend Salben und Kräuterextrakte. Die Zutaten hierzu stammten zumeist aus dem eigenen Anbau im Klostergarten. Ferner sieht man einen Brunnen, eine Herdecke und Schusterwerkzeug. Auch an den Besuch von Kindern ist gedacht: Sie können eine Kutte anziehen und wie in alten Zeiten Mehl mit einem Mühlstein mahlen oder „kunstvolle“ Initialen zu Papier bringen. Die Einrichtung des Museums wurden mit Mitteln aus der Leonard Stinnes-Stiftung und des Landschaftsverbandes Rheinland gefördert.

Adresse:

Museum Kloster Saarn

Klosterstraße 55

D - 45481 Mülheim

Internet: www.museum-kloster-saarn.de

Öffnungszeiten:

Mittwoch: 15:00 - 18:00 Uhr
Samstag: 15:00 - 18:00 Uhr
Sonntag: 12:00 - 16:00 Uhr


Mülheim - Kloster Saarn
Mülheim - Kloster Saarn Innenhof des Klosters


Öffnungszeiten:

Mülheim - Kloster Saarn
Mülheim - Kloster Saarn ...geschlossener Kreuzgang...


Das Museum im Kloster Saarn wird von 25 ehrenamtlichen Mitarbeitern betreut. Das Konzept der Ausstellung stammt hauptsächlich von Leo Werry, der sich in vorbildlicher Weise für die Museumsgründung eingesetzt hat. In der Begegnungsstätte finden Sie auch ein Café, wo sie sich stärken und entspannen können.

Adresse:

Begegnungsstätte Kloster Saarn
Klostercafé

Klosterstr. 53
45481 Mülheim

Telefon: 0208-48 75 55

Internet: www.muelheim-ruhr.de/cms/klostercafe.html


Öffnungszeiten:

Montag: Ruhetag
Dienstag bis Freitag: 09.00 - 18.00 Uhr
Samstag: 10.00 - 18.00 Uhr
Sonntag: 14.00 - 18.00 Uhr


Mülheim - Kloster Saarn
Mülheim - Kloster Saarn Klosterkirche, Interior


Der deutsche Kunsthistoriker Paul Clemen notiert zum Kloster Saarn:

„Das Kloster wurde im Jahre 1214 gegründet und im Jahr 1223 durch Papst Honorius III. bestätigt. Die Kirche stammt aus der Zeit der Gründung und hat sich ohne Umbauten erhalten. Das Kloster wurde 1808 säkularisiert, die Kirche dient jetzt als katholische Pfarrkirche. Der Hauptteil der schlossartig an dem Abhang gelegenen Klostergebäude, die eine sehr grosse, weitläufige Anlage darstellten, ist noch erhalten und in die Tapetenfabrik Niederhoff (Besitzer Herr Kleinkamm) umgewandelt. Das aus zwei Trakten bestehende schmucklose Äbtissinnenhaus wurde im Jahre 1729 von der Äbtissin Maria Theresia von Reuschenberg errichtet. An dem nördlichen Giebel des einen Flügels die Inschrift:

Die hoch würdige hochwolgebohrne Maria Theresia Freiin von Reuschenberg zu Sillikum des Freiadlichen Klosters zu Maria Sael in Sahrn Abdissin.“


Mülheim - Kloster Saarn
Mülheim - Kloster Saarn Grundriss der Klosterkirche


Mülheim - Kloster Saarn
Mülheim - Kloster Saarn Blick in den Kreuzgang


„Der Klosterhof fand nach Norden seinen Abschluss durch eine grosse offene Durchfahrt und ein kleines Pförtchen. Die im Westen gelegenen langgezogenen Wirtschaftsgebäude tragen die Zahl 1755. Ein Wohnhaus der Äbtissin mit der gleichen Inschrift, jetzt Wohnung des Herrn Dr. Pankok, befindet sich im Ort.

Die der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts angehörende, im 18. Jahrhundert umgebaute Klosterkirche ist als katholische Pfarrkirche erhalten. Der hochinteressante einschiffige romanische Bau, im Lichten 23,8 m lang, 8,3 m breit, ist aus Bruchsteinen aufgeführt und zeigt an den beiden Langseiten eine einfache Gliederung durch Rundbogenfries und breite, im 18. Jahrhundert als Widerlager verstärkte Vertikallisenen, das Chorhaus ist mit Ziegeln geflickt, der über dem Triumphbogen aufgeführte Giebel besteht aus Tuff. Der Grundriss zeigt eine sehr auffallende scharfe Abtrennung des Chorhauses mit der anstossenden Apsis vom Langhaus. Die Apsis ist halbrund gewölbt und durch drei schmale rundbogige Fenster erleuchtet (das mittelste vermauert). Das Chorhaus besitzt ein Gratgewölbe, in den....(...)“ [1]


Musik im Kloster Saarn

Mülheim - Kloster Saarn
Mülheim - Kloster Saarn Orgel im Kloster Saarn


Über die Grenzen der Stadt Mülheim hinaus bekannt sind die Veranstaltungen der Konzertreihe „Musik im Kloster Saarn“, die 1985 nach einer Idee und deren Umsetzung von Hans-Theo Horn und Leo Werry verwirklicht wurden. Ab 1991 übernahm der heutige künstlerische Leiter - Professor Werner Schepp - die Stelle als Kantor an der Klosterkirche St. Mariä Himmelfahrt in Mülheim-Saarn. Von ihm gingen neue Impulse aus hinsichtlich der Musik im Kloster Saarn. Mittlerweile zählen die Saarner Orgeltage zu einem festen Programmpunkt im deutschsprachigen Raum. Über alle Veranstaltungen informiert das Jahresprogramm Musik im Kloster Saarn.


Weitere Informationen finden Sie hier:

Musik im Kloster Saarn

Klosterstraße 55,

45481 Mülheim an der Ruhr,
Deutschland

Internet: www.musik-im-kloster-saarn.de


Stadtteil Saarn

Mülheim - Saarn
Mülheim - Saarn Impressionen


Der Mülheimer Stadtteil Saarn ist der südlichste Ortsteil der Ruhrstadt. Saarn ist zugleich der flächenmäßig größte Stadtteil von Mülheim an der Ruhr. In diesem Mülheimer Stadtteil befindet sich das ehemalige Zisterzienserinnenkloster Saarn. Das größte Neubaugebiet der Stadt ist die Saarner Kuppe und damit auch der am stärksten wachsende Stadtteil der Stadt. Nachbarn von Saarn sind die Ortsteile Broich im Norden, die Altstadt Mülheims und Menden-Holthausen befinden sich auf der östlichen Seite....

Weitere Informationen zum Stadtteil Saarn in Mülheim finden Sie hier....!



Weitere Links:



Informationen:

Mülheim - Kloster Saarn
Mülheim - Kloster Saarn Brunnenschacht


Weitere Informationen zum Kloster Saarn, zur Musik im Kloster Saarn, zur Kirchenmusik in der Petrikirche, zum Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr, zum Aquarius Wassermuseum und zu den Sehenswürdigkeiten in Mülheim finden Sie hier.


Quellenangabe:


1.: Die Kunstdenkmäler der Stadt Duisburg un der Kreise Mülheim an der Ruhr und Ruhrort im Auftrage des Provinzialverbandes der Rheinprovinz. Herausgegeben von Paul Clemen - Zweiter Band - Düsseldorf - Druck und Verlag L. Schwann 1893 - Seiten 201/2020!


Fotos Kloster Saarn


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