Reichswald

Reichswald
Reichswald Reichswald bei Kessel



Überblick

Reichswald
Reichswald Bereich des Reichswaldes bei Kranenburg



Im Nordwesten des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen befindet sich der größte zusammenhängende öffentliche Staatsforst - der Reichswald. Schon den Königen und Kaisern der Merowingerzeit diente der damals noch weitaus größere Wald als Jagdrevier. Der Name Reichswald wird erstmals in der Mitte des 14. Jahrhunderts erwähnt, als dieser Bereich zur Kaiserpfalz in Nimwegen (Nijmegen-Niederlande) gehörte. Hier in der Nähe bei der Ortschaft Kessel wurde im Jahr 980 Otto III. auf der Reise seiner Mutter zur Kaiserpfalz nach Nijmegen (NL) geboren. Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Wald durch Rodungen immer weiter verkleinert. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden auf diese Weise die Orte Reichswalde (Kleve) und Nierswalde (Goch).


Reichswald
Reichswald Impressionen


Der Reichswald liegt auf dem Niederrheinischen Höhenzug, der einst von eiszeitlichen Gletschern aufgeschoben worden war. Die Erhebungen dieses Höhenzuges ragen dabei deutlich aus der verhältnismäßig flachen Rheinebene heraus. 31 dieser Erhebungen erreichen dabei Höhen von über 50 Metern. Die höchste ist mit 95 Metern der Rupenberg an der östlichen Grenze des Reichswaldes (Jagen 225, in der Nähe des Parkplatzes am Treppkesweg). Der Reichswald ist ein geschlossenes Laubmischwaldgebiet, das überwiegend von seinem Rotbuchen-Bestand dominiert wird. Auf einigen Flächen befinden sich auch überwiegend Trauben- und Stieleichen. Auf Teilflächen stocken auch Nadelholzforste.


Reichswald
Reichswald Bereich des Reichswaldes bei Kranenburg


Insgesamt beträgt die Größe des Waldes noch über 5100 Hektar. Das Kernstück des Reichswaldes bildet das 580 Hektar große Naturschutzgebiet Geldenberg mit zwei Naturwaldzellen mit einer Größe von insgesamt 49 Hektar. In diesen Bereichen findet keine Bewirtschaftung statt, so dass sich wild lebende Pflanzen und Tiere ungestört entwickeln können. Für den Naturschutz bedeutsam ist das Naturschutzgebiet, weil es sich hierbei um den größten, weitgehend geschlossenen, überwiegend von Laubhölzern dominierten Altholzbestand im Reichswald handelt, welcher im niederrheinischen Raum eine herausragende Bedeutung einnimmt. Im Reichswald leben der Schwarzspecht, der Pirol, der Wespenbussard und der Hirschkäfer. Im Westen ist der Klever Reichswald an die Waldgebiete der Niederlande angeschlossen.


Reichswald

Reichswald
Reichswald Impressionen


Der Reichswald gehörte in römischer Zeit zum staatlichen Fiskalbesitz. Im frühen Mittelalter gehörte er zum Reichsgut der Kaiserpfalz Nimwegen. Mit der Verpfändung Nimwegens gelangte auch der Wald 1247 an die Grafen von Geldern. Nach mehrmaligem Besitzwechsel ging der Reichswald 1418 in den Besitz des Herzogtums Kleve über. Im Zweiten Weltkrieg - Februar und März 1945 - war der Wald Schauplatz der Schlacht im Reichswald. Die Schlacht im Reichswald - Operation Veritable - fand im Zweiten Weltkrieg zwischen alliierten Expeditionsstreitkräften der 21st Army Group und Verbänden der deutschen 1. Fallschirm-Armee vom 7. bis 22. Februar 1945 im Raum Kleve am Niederrhein statt.


Reichswald - Zweiter Weltkrieg
Reichswald - Zweiter Weltkrieg Die britische Armee in Nordwesteuropa 1944-1945 - Churchill Panzer der 34. Panzerbrigade und Träger auf einem schmalen Waldweg im Reichswald am 8. Februar 1945 - Bildquelle: Wikipedia (Public domain)


Der ursprüngliche Plan der Alliierten, innerhalb von drei bis vier Tagen bis zur Linie Xanten-Geldern vorzudringen, konnte nicht verwirklicht werden. Die erbitterten Kämpfe um den Klever Reichswald erstreckten sich über zwei Wochen; über 10.000 alliierte und deutsche Soldaten fielen. Auch die Zivilbevölkerung erlitt schwere Verluste. Nach dieser Schlacht konnten die Alliierten bei Wesel einen Brückenkopf über den Rhein schlagen und an die Eroberung des Ruhrgebiets gehen. Aufgrund der verlustreichen Schlacht wurde der Britische Ehrenfriedhof im Reichswald angelegt. Er ist flächenmäßig der größte britische Soldatenfriedhof der 15 in Deutschland liegenden Sammelfriedhöfe und hat 7.654 Gräber.


Reichswald
Reichswald Jagdstand im Reichswald - Bildquelle: Wikipedia (Public domain)


Im rechten hinteren Bereich des Ehrenfriedhofs sind Gräber von Soldaten der 53. Welsh Division, die bei dieser Schlacht fielen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden beachtliche Teile des Waldes gerodet, um Platz für die Dörfer Reichswalde (heute zu Kleve) und Nierswalde (heute zu Goch) zu gewinnen, in denen vor allem Heimatvertriebene angesiedelt wurden. Eine weitere Rodung heißt Rodenwalde (auf dem Gebiet der Gemeinde Bedburg-Hau gelegen), auf der es aber keine eigene Siedlung des gleichen Namens gibt. Seit einigen Jahren erinnert ein kleines Denkmal an der Triftstraße zwischen Kleve und Goch an diese Rodungen.


Waldnaturschutzgebiet

Reichswald
Reichswald Waldnaturschutzgebiet bei Kranenburg


Das knapp 600 Hektar große Naturschutzgebiet Geldenberg bildet den Kern des über 5100 Hektar großen Reichswaldes. Dieses Kerngebiet des Reichswaldes steht unter Naturschutz. Die großen, naturnahen Buchenwälder mit ihren störungsempfindlichen Lebensgemeinschaften sind am Niederrhein einzigartig. Deshalb sind beim Besuch des Waldnaturschutzgebietes folgende Regeln zu beachten: Betreten und Fahrrad fahren nur auf den befestigten Wegen; Hunde sind an der Leine zu führen und Reiten ist nur auf den ausgewiesenen Wegen erlaubt. [1]


Wanderkarte Reichswald

Reichswald
Reichswald Teich der sieben Quellen im Reichswald bei Nütterden-Kranenburg - Bidquelle: Wikipedia (Public domain)


Auch die Dörfer Kessel und Asperden liegen unmittelbar am Reichswald. Heute lädt er als großflächige Erholungslandschaft zum Wandern, Radfahren und Reiten auf eigens präparierten und markierten Wegen ein - Natur pur zum Nulltarif für die ganze Familie! Ihren PKW können Sie auf einem der Wanderparkplätze abstellen. Ein hervorragender Begleiter für den Naturliebhaber ist die Wanderkarte Reichswald. Sie ist als Luftbildkarte erschienen und überall im örtlichen Buchhandel erhältlich. [1]

Wanderparkplatz am Reichswald

Treppkesweg
47559 Kranenburg


Britischer Ehrenfriedhof im Reichswald

Reichswald - Ehrenfriedhof
Reichswald - Ehrenfriedhof Britischer Ehrenfriedhof im Reichswald


Eine der größten Schlachten in den letzten Monaten des Zweiten Weltkrieges fand im Reichswald bei Kleve statt. An der Schlacht im Reichswald (Operation Veritable) waren alliierte Expeditionsstreitkräfte und Verbände der deutschen Wehrmacht beteiligt. Die Auseinandersetzungen dauerten vom 7. Februar 1945 bis zum 22. Februar 1945. Aufgrund der verlustreichen Schlacht wurde der Britische Ehrenfriedhof im Reichswald angelegt. Hier ruhen u.a. Gefallene aus Großbritannien, Kanada, Australien, Neuseeland und den Vereinigten Staaten. Er ist flächenmäßig der größte britische Soldatenfriedhof....

Weitere Informationen zum Britischen Ehrenfriedhof im Klever Reichswald finden Sie hier....!




Quellenhinweis:


1.: Die Informationen zur Geschichte des Reichswaldes basieren auf dem Artikel Klever Reichswald (Stand vom 17.09.2007) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz [27 KB] für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.


Fotos aus dem Reichswald


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