Kleve - Schwanenburg

Kleve - Burg
Kleve - Burg Schwanenburg



Übersicht

Kleve - Burg
Kleve - Burg Hauptportal der Schwanenburg - Land- und Amtsgericht



Die Schwanenburg ist das Wahrzeichen der Stadt Kleve in Nordrhein-Westfalen am Niederrhein. Die Stadt Kleve befindet sich nahe der niederländischen Grenze. Die Burg wurde vermutlich im 11. Jahrhundert durch die Grafen und späteren Herzöge von Kleve auf einem spornartigen Ausläufer des Niederrheinischen Höhenzuges erbaut und ist somit eine der wenigen Höhenburgen am Niederrhein. Ihr Burgberg war namensgebend für die später entstehende Siedlung: Aus Cleef (für Kliff, Klippe) wurde Kleve. Den Namen erhielt sie wegen ihrer Wetterfahne in Gestalt eines großen Schwanes, dessen Flügel die Helmzier des herzoglichen Wappens waren. Die Anlage wurde auch „het slot von Cleef“ genannt.





Geschichte

Kleve
Kleve Kermisdahl - unterhalb der Schwanenburg


Auch wenn es der Name nahelegt, handelt es sich bei der Schwanenburg nicht um eine Burganlage, sondern um ein durch Umbauten einer Burg im 17. Jahrhundert entstandenes Schloss im Stil des Barocks. Graf Dietrich VI. (1202 - 1260), der 1242 die Stadt Kleve gründete, ließ u.a. ein neues Wohngebäude errichten. Von diesem Pallas, der einst zu den bedeutendsten Beispielen staufischer Profanarchitektur in Deutschland zählte, und 1771 abgerissen wurde, sind noch sechs Säulen einer Prunkpforte erhalten. Sie zieren heute zwei Tore im inneren Schlosshof. Unter den Grafen Dietrich VII. und Johann löste die Klever Burg endgültig die bei Kalkar gelegene Burg Monterberg als festen Regierungssitz der Grafschaft ab.


Kleve - Burg
Kleve - Burg Schwanenburg


Als die Grafenfamilie 1368 im Mannesstamm ausstarb, kam die Grafschaft Kleve mitsamt der Schwanenburg als Erbe an die Grafen von der Mark. Adolf II. von Kleve-Mark wurde 1417 von Kaiser Sigismund zum Herzog von Kleve ernannt. Adolf II., er regierte von 1394 bis 1448, baute die Burg zu einer spätgotischen Schlossanlage um. Aus dieser Zeit stammt der mächtige rechteckige „Schwanenturm“ mit Wehrgang und spitzem Helm, der den 1439 eingestürzten Bergfried ersetzen sollte. Den Höhepunkt ihrer Macht erlebten die Herzöge jedoch erst im 16. Jahrhundert als Herrscher der Vereinigten Herzogtümer Jülich-Kleve-Berg, die zudem im Besitz der Grafschaften Mark und Ravensberg und kurzzeitig – von 1538 bis 1543 – auch des Herzogtums Geldern waren.


Kleve - Burg
Kleve - Burg Schwanenburg


Dies wirkte sich auch auf die Schwanenburg aus, denn nur noch selten weilte der herzogliche Hof in der Klever Residenz, meist hielt er sich in Düsseldorf, Jülich oder Hambach auf. Nach dem Aussterben der klevisch-jülichen Linie kam Kleve 1609 an Brandenburg, und der Statthalter Johann Moritz von Nassau verwandelte Kleve ab 1647 in eine barocke Residenzstadt. Im Namen von Kurfürst Friedrich Wilhelm ließ er Kleve zu einer Garten- und Parkstadt von europäischem Rang ausbauen, die wiederum dem Kurfürsten ab 1660 als Vorbild für die Gartenanlagen seines Potsdamer Stadtschlosses diente. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts verlor die Stadt und somit auch das Schloss seine Bedeutung, weil sich der Schwerpunkt der Residenzfunktion und der Regierungs- und Verwaltungstätigkeit nach Berlin und Potsdam verlagerte. [1]


Kleve - Burg
Kleve - Burg Blick auf den mächtigen Turm


Die Schwanenburg wurde nur noch zu Verwaltungs- und Justizzwecken genutzt. Während der französischen Zeit Kleves richteten sich dort französische „Besatzer“ ein, denen 1821, nachdem Kleve dem Regierungsbezirk Düsseldorf zugeschlagen worden war, deutsche Beamte folgten. Noch bis 1917 diente die Burganlage als Gefängnis. Heute sind in der Schwanenburg das Amtsgericht Kleve und das Landgericht Kleve untergebracht. Im Schwanenturm befindet sich auf mehreren Etagen eine geologische Sammlung des Klever Heimatmuseums. [1]

Adresse:

Schwanenburg


Schlossberg 1
47533 Kleve

Telefon: 02821 22884

Öffnungszeiten des Schwanenturms:

1. April bis 31. Oktober:
Montag bis Sonntag 11-17 Uhr

1. November bis 31. März:
Samstag & Sonntag 11-17 Uhr


Wappentier

Kleve - Burg
Kleve - Burg Schwanenburg: Schwanenbrunnen im Schlosshof


Der Schwan aus der Lohengrinsage, das Wappentier der Klever, der eines der Ecktürmchen des eingerückten Obergeschoßes bekrönt, ist allerdings nicht mehr das Original. Er wurde im Zweiten Weltkrieg, wie vieles andere in Kleve, zerstört, und erst vor wenigen Jahren durch eine „Neuausgabe“ ersetzt. Der niedere „Spiegelturm“ im Süden der Anlage diente den klevischen Herzögen als Kanzleigebäude und enthält, ebenso wie die Ringmauer, noch einen romanischen Kern. Der Schwanenbrunnen im Burghof wurde gestaltet vom Künstler Alfred Sabisch.


Baugeschichte

Kleve - Burg
Kleve - Burg Schwanenburg - Burghof


Ausgrabungen in den Jahren 1999/2000 haben gezeigt, dass es am Ende des 11. Jahrhunderts bereits eine Burganlage gegeben hat, deren Ursprünge von Historikern jedoch in einer Befestigung aus spätkarolingischer Zeit vermutet werden. Die Arbeiten zeigten jedoch, dass Vermutungen, die Anlage könne womöglich römische Wurzeln haben, nicht korrekt sind. Indirekt genannt wurde die Klever Burg erstmals 1145, als ein Heinricus castellanus de Clevia (Heinrich, Burggraf von Kleve) auftrat. Direkte Erwähnung hingegen fand die Schwanenburg erstmals 1184 in einem Siegburger Mirakelbuch. Zu jener Zeit bestand sie bereits aus einem viereckigen, aus Tuffstein um 1100 erbauten Wohnturm mit 2,5 Meter dicken Mauern, der seit etwa 1150 von einer vieleckigen Ringmauer umgeben war.


Kleve - Burg
Kleve - Burg Torgebälk mit Wappen und der Jahreszahl 1664


An der Ostseite des Areals stand ein etwa 12 × 30 Meter messender Palas, dessen Erdgeschoss mit Tonnengewölbe den Rittersaal beherbergte. Das Burgtor im Osten war durch den sogenannten Johannisturm gesichert. Im Süden trennte ein künstlich angelegter Halsgraben die Anlage vom übrigen Bergrücken. Im Südwesten erhob sich schon damals der sogenannte Spiegelturm mit komfortabler Abortanlage samt Wasserspülung und Entlüftungsanlage. Dieser sichelförmig angelegte Komplex gehörte im 12. und 13. Jahrhundert zu den größten und prunkvollsten Profanbauten der Romanik am Niederrhein. Noch zu Beginn des 13. Jahrhunderts lag unterhalb der Anlage ein eigenständiger Burgflecken mit Unterkünften für Bedienstete und Ministeriale, der in der Folgezeit allmählich mit der nahe gelegenen Stadt Kleve zusammenwuchs.



Schwanenburg1758

Die Schwanenburg im 18. Jahrhundert. Von links nach rechts: Zwingertor, Spiegelturm, die Spitze des Schwanenturms, Herzog-Wilhelm-Tor und Kanzlei, darüber der Johannisturm - eingebunden über Wikimedia Commons


Kleve - Burg
Kleve - Burg Seitenansicht des Spiegelturms


Im 14. und 15. Jahrhundert erfolgten zahlreiche An- und Umbauten unter Verwendung von Backstein, um der gewachsenen politischen und kulturellen Stellung des Klever Herrscherhauses Rechnung zu tragen. Herzog Adolf I. ließ den Spiegelturm 1429 zu einem Archiv umbauen, wobei die beiden unteren Stockwerke mit Gewölbedecken versehen wurden. Als am 7. Oktober 1439 der alte Wohnturm einstürzte, ließ Adolf I. an Stelle des Donjons durch den herzoglich klevischen Baumeister Johan Wyrenberg den schlankeren Schwanenturm errichten. 1440 mit dem Bau begonnen, konnten die Arbeiten daran 13 Jahre später beendet werden. Der Turmspitze wurde 1455 ein vergoldeter Schwan aufgesetzt, der dem Bau seinen Namen gab. Herzog Wilhelm der Reiche ließ im 16. Jahrhundert die Schwanenburg durch die Baumeisterfamilie Pasqualini modernisieren und erweitern.


Kleve - Burg
Kleve - Burg Spiegelturm mit Schlossarkaden


Zu jenen Erweiterungsbauten, die heutzutage allesamt nicht mehr erhalten sind, zählten unter anderem das 1560 errichtete, südlich der Burg vorgelagerte Herzog-Wilhelm-Tor und ein 1558 gebautes Kanzleigebäude, das 1569/70 durch einen niedrigeren Galerieflügel im Stil der Renaissance mit dem Johannisturm verbunden wurde. Unter den Brandenburgern wurde die Schwanenburg dann durch den niederländischen Architekten Pieter Post in den Jahren 1663 bis 1666 gemäß dem Zeitgeschmack in ein schlichtes Schloss im Stil des Barocks umgebaut. Im Zuge dieser Arbeiten wurden mit Ausnahme der Türme sämtliche bestehenden gotischen Bauelemente entfernt. In jener Zeit entstanden unter anderem ein Zwischenflügel mit einem monumentalen Tordurchgang mit darüber angebrachtem brandenburgischem Wappen, der heute als Haupteingang genutzt wird, sowie Arkadengänge in den beiden Innenhöfen. Die Baumaßnahmen gaben der Anlage somit ihr heutiges Erscheinungsbild. [1]


Informationen:

Kleve - Burg
Kleve - Burg Auffahrt zur Schwanenburg (nur für Anlieger!)


Hierunter finden Sie eine kleine Bildergalerie dieser Seite und einige interessante Adressen in Kleve:

Informationen zur Stadt Kleve

Nachbarstadt Arnheim in den Niederlanden

Antenne Niederrhein - Radio im Kreis Kleve

Euregio Rhein - Waal Website

Stadt Goch am Niederrhein

De Gelderse Port - Deutsch-Niederländisches Entwicklungsprojekt

Deutsch-Niederländische Handelskammer


Quellennachweis:

Kleve
Kleve Wappen von Kleve


1.: Die Informationen zur Geschichte der Schwanenburg in Kleve basieren auf dem Artikel Schwanenburg - (Stand vom 29.10.2017) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz [27 KB] für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.


Fotos Schwanenburg in Kleve


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