Xanten - Lüttingen

Xanten - Lüttingen
Xanten - Lüttingen Kirche St. Pantaleon



Überblick

Xanten - Lüttingen
Xanten - Lüttingen Impressionen



Der Xantener Ortsteil Lüttingen war früher ein altes Fischerdorf. Diese Tradition wird gepflegt und lebt heute noch fort in den jährlichen Feiern am ersten Samstag im September. Dann wird das Fischerhüttenfest gefeiert, präsentiert von den sogenannten „Zwölf Aposteln“. Verspeist wird hauptsächlich Fisch in allen Variationen, aber auch Reibekuchen und Bratwürste werden angeboten. Das Fest geht zurück auf eine Fischerhütte am Rhein aus dem 19. Jahrhundert, am Deich gelegen bei Stromkilometer 827 nördlich von Lüttingen. Die Fischerhütte war aus Ziegeln errichtet und diente den „12 Aposteln“ - zwölf Fischern - als Unterkunft, Speiseraum und Schlaflager. Diese betrieben von hier aus zu jeweils 6 Männern in zwei je 12-stündigen Schichten Fischfang.




Xanten - Lüttingen
Xanten - Lüttingen Schützenplatz


Irgendwann danach verfiel die Hütte, und die Reste der Ruine wurde zwecks Schaffung einer Verladestelle für Schiffe abgetragen. Im Jahre 1998 wurde die Fischerhütte anhand von Zeichnungen und Fotografien originalgetreu durch die „12 Apostel“ des Heimat- und Bürgervereins Lüttingen rekonstruiert. Am Rundwanderweg der „Xantener Südsee“ gelegen, beherbergt sie heute das liebevoll eingerichtete „Fischerhüttenmuseum“, welches auf Anfrage besichtigt werden kann. Im Jahr 2019 fand mittlerweile das gut besuchte 21. Lüttinger Fischerhüttenfest statt und die Vorbereitungen für das nächste Jahr laufen schon. [2]


Lüttingen

Xanten - Lüttingen
Xanten - Lüttingen Rheinkilometer 825 bei Schloss Lüttingen


Lüttingen ist ein Stadtteil Xantens und bildet mit weiterem Umland den Stadtbezirk Lüttingen. Der Ort liegt in der niederrheinischen Tiefebene westlich von Wesel am Rheinkilometer 827. Dabei ist Lüttingen im Norden durch den Rhein, im Osten durch die Ortschaft Beek, im Süden durch die Stadt Xanten und im Westen von der Xantener Südsee, einem Teil des Freizeitzentrums Xanten, begrenzt. Die Gründung Lüttingens geht auf eine Schenkung des Kölner Erzbischofs Bruno - einem Bruder von Kaiser Otto dem Großen - im Jahre 965 zurück. Dieser vermachte der Benediktiner-Abtei St. Pantaleon in Köln einen „Lidron“ genannten Hof.


Xanten - Lüttingen
Xanten - Lüttingen Deichdurchfahrt


Aus dieser Bezeichnung entstand später die Ortsbezeichnung Lüttingen. Die Mönche besiedelten das Gebiet und errichteten eine Kirche unter dem Patronat des heiligen Pantaleon. Neben der Landwirtschaft war der Fischfang über Jahrhunderte die Lebensgrundlage der Lüttingse Prekke, wie die Bewohner mundartlich ebenfalls genannt werden. Die erste urkundliche Erwähnung Lüttingens stammt aus dem Jahre 1236. Die jetzige Lüttinger Kirche, deren Turm im Zweiten Weltkrieg zerstört und anschließend – jedoch mit eingekürztem Turmhelm – wiedererrichtet wurde, entstand um 1473, der Chorbau ist jedoch bereits älter und wurde auf den Fundamenten der Vorgängerbauten errichtet. [1]


Xanten - Lüttingen
Xanten - Lüttingen Bauernhaus beim Schloss Lüttingen


Neuzeit

Xanten - Lüttingen
Xanten - Lüttingen Blick auf das Schloss zwischen Deich und Rhein


Im Jahre 1965 wurde die Tausendjahrfeier des Fischerdorfs Lüttingen gefeiert. 1999 wurde an der „Xantener Südsee“ nahe der Ortschaft die „Fischerhütte vom Pärdendyck“ durch den Heimat- und Bürgerverein rekonstruiert. Diese hatte Jahrhunderte zuvor am Ufer des Rheins gestanden und soll heute an die Ursprünge der Lüttinger Ortschaft erinnern. Im Jahre 2000 betrug die Bevölkerung Lüttingens knapp 2.100 Einwohner. Die Stadtentwicklung der Stadt Xanten plant jedoch, die um die Ortschaft liegenden Flächen als Baugebiet auszuweisen und somit Lüttingen weiterhin zu vergrößern. Dazu gehörte auch, den Schulstandort Lüttingen für junge Familien attraktiv zu halten und zeitgemäß weiter zu entwickeln.


Xanten - Lüttingen
Xanten - Lüttingen Blick zum Rhein


So wurde die Hagelkreuzschule in den Jahren 1994/1995 und 1999/2000 in zwei Bauabschnitten um zwei Züge erweitert. Innerhalb der letzten 15 Jahre wurde somit aus einer kleinen Dorfschule inzwischen ein modernes Haus des Lernens mit jetzt ca. 300 Kindern in 12 Klassen und 21 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für Unterricht, Betreuung und Verwaltung. Das Lüttinger Wappen zeigt einen springenden Salm, der auf die frühere Lüttinger Fischerei verweist. Der grüne Hintergrund verweist auf die Landwirtschaft als Haupterwerbszweig. Die Farben Rot und Goldgelb des Fisches verweisen auf die Zugehörigkeit zum ehemaligen Herzogtum Kleve. [1]




Schloss Lüttingen

Xanten - Lüttingen
Xanten - Lüttingen Schloss Lüttingen (Scholtenhof)


Wer im Dorf Lüttingen spazieren geht, kommt unweigerlich zur sogenannten Deichdurchfahrt- eine befestigte Straße die zum einen zum „Schloss Lüttingen“ und zum anderen zu einer Anlegestelle am Rhein führt. Von hier aus ist Bislich zu sehen- man erkennt den Ort an seinem Kirchturm. Eine wunderschöne Landschaft tut sich hier auf- alles Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiete. Früher wurde hier Kies gebaggert, aber die Vorräte sind erschöpft und die Gebiete wurden renaturiert. Sie bilden heute enen Rückzugsraum für zahlreiche Wat- und Wasservögel. Von Schloss Lüttingen sieht man hier am Deichdurchbruch nur einen Turm und das rote Dach des Anwesens.


Xanten - Lüttingen
Xanten - Lüttingen Zufahrt zum Schloss


Das Schloss Lüttingen ist übrigens nicht so alt, wie es aussieht. Das Areal gehörte früher zum „Scholtenhof“, einem alten Bauernhof hier direkt am Rhein. Das Schloss Lüttingen wurde erst 1909 fertiggestellt und beherbergt 12 Räume auf etwa 500 Quadratmeter Wohnfläche. In den letzten 20 Jahren wechselte das Schloss mehrfach den Besitzer und stand oft in den Schlagzeilen der Presse. 2017 wurde das Schloss zwangsversteigert. Der neue Besitzer will, so ist zu lesen, hier Wohnungen einrichten. Das Schloss kann vom Weg zum Rhein eingesehen werden- der direkte Zugang ist nicht möglich.


Sehenswürdigkeiten

  • Abguss des sogenannten Lüttinger Knaben, einer römischen Bronzeskulptur, Kopie vor der Kirche, heute im Neuen Museum in Berlin;
  • Katholische Kirche St. Pantaleon;
  • Lüttingen hat Anteil am Freizeitzentrum Xanten, kurz FZX, einem Naherholungszentrum und soll in naher Zukunft einen Sport- und Freizeithafen an der Xantener Südsee bekommen;
  • Schloss Lüttingen - (auch Haus Lüttingen genannt) zwischen Deich und Rhein gelegen;


LÜTTINGEN - KATHOLISCHE PFARRKIRCHE

Xanten - Lüttingen
Xanten - Lüttingen Kirche St. Pantaleon


Der ehemalige Landeskonservator der Rheinprovinz - Paul Clemen - notiert hierzu (1892):

„LÜTTINGEN - KATHOLISCHE PFARRKIRCHE

Im Jahr 1332 schon hatten Wardt und Lüttingen eine gemeinsame Kapelle - als capella Werdelutingen in der Zehnterhebung für Erzbischof Walram von Jülich genannt - beide Orte bleiben vereint bis 1844. Die Kirche wurde 1486 erbaut, 1868 restauriert."


Xanten - Lüttingen
Xanten - Lüttingen Kirche St. Pantaleon


Zur Architektur des Gebäudes führt er aus:

"Einschiffiger gothischer Bau von 18,30 m Länge und 6,30 m in Breite, das Langhaus mit drei Kreuzjochen, deren Rippen mit polygonalen Kapitälchen auf Dreiviertelssäulen aufsetzen. Der durch einen tieferen Triumphbogen abgeschlossene Chor mit Sterngewölbe, die Rippen auf Blattkonsolen, einachsige Fenster. Vierstöckiger Turm von Tuff, die beiden oberen etwas eingerückten Geschosse mit Blendenverzierung (zwei Rundbogen und Vertikallisenen), in das zweite Stockwerk hineinragend das Portalfenster."

Neue Inschrift am Turm: HAEC TURRIS EXSTRUCTA A. D. MCCCCLXXXVI ET RESTAURATA EST A. D. MDCCCLXVIII

Zum Kircheninneren führt er aus:

"Holzfigur des h. Kornelius, z. H. des 15. Jh., mit Horn und pedum rectum, mittelmässig.

Figuren des h. Kornelius, der h. Barbara, der h. Elisabeth aus der 1. H. des 16. Jh., die letztere ein treffliches Werk, schlanke Gestalt mit lieblicher Kopfneigung.“ [3]


Lüttinger Knabe

Xanten - Lüttingen
Xanten - Lüttingen Lüttinger Knabe im RömerMuseum Xanten - Foto: Wikipedia - Autor: Carole Raddato - Lizenz: s.u.


Mitten im Dorf Lüttingen, unweit der St. Pantaleone Kirche und der Hagelkreuzschule steht die Statue des Knaben, genannt Lüttinger Junge, aber auch unter der Bezeichnung Xantener Knabe bekannt. Die Original Bronze-Statue befindet sich heute in der Antikensammlung eines Berliner Museums- im Bacchussaal im Neuen Museum Berlin. Entdeckt wurde die Statue am 16. Februar 1858 durch sechs Fischer aus Lüttingen und Bislich im Ufergelände des Rheins auf Höhe der Ortschaft Bislich. Der 1,44 m hohen Statue fehlen die Augäpfel und der rechte Unterarm, im Übrigen ist sie jedoch weitestgehend erhalten. Die ursprüngliche Funktion der Figur war die eines stummen Dieners, der Gästen eines Festmahls Speisen und Getränke darreicht. Das rechteckige oder ovale Tablett, das er in den Händen gehalten haben dürfte, ist jedoch nicht aufgefunden worden.


Xanten - Lüttingen
Xanten - Lüttingen Lüttinger Knabe


Der Wert der Statue wurde zum Zeitpunkt des Fundes auf 8.000 Taler geschätzt; acht Monate nach dem Fund wurde sie in die Berliner Antikensammlung gebracht, wo sie noch heute ausgestellt ist. Abgüsse des Lüttinger (Xantener) Knaben besitzen das Rheinische Landesmuseum in Bonn, das Deichdorfmuseum in Wesel-Bislich (dort auch Ausstellungsbereich zur Fundgeschichte) und das Römermuseum in Xanten. Ein weiterer Abguss des „Lüttinger (Xantener) Knaben“ wurde durch den Heimat- und Bürgerverein Lüttingen gefertigt und vor der Kirche in Lüttingen aufgestellt. Seit 1860 sind in der Berliner Gipsformerei bis heute Abgüsse der Figur erhältlich. [4]




Archäologischer Park Xanten

Xanten - Archäologischer Park
Xanten - Archäologischer Park LVR Römermuseum


Annähernd die Hälfte des antiken Stadtgebietes bildet heute das Gelände des Archäologischen Parks Xanten. Hier wurden auf römischen Fundamenten einige Gebäude teilweise rekonstruiert. Um 275 häufen sich die germanischen Angriffe aus dem rechtsrheinischen Gebiet. Anfang des 4. Jahrhundert erobern die Römer die Stadt zurück und umgeben das Zentrum....

Weitere Informationen zum Archäologischen Park Xanten (APX) finden Sie hier....!


Quellenhinweise:

Xanten - Lüttingen
Xanten - Lüttingen Wappen von Lüttingen - Foto: Wikipedia (gemeinfrei)


1.: Die Informationen zur Geschichte von Lüttingen basieren auf dem Artikel Lüttingen (Stand vom 12.04.2019) und stammen aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

2.: Die Informationen zum Fischerhüttenfest in Xanten-Lüttingen stammen von der Website des Heimat- und Bürgervereins Lüttingen, zuletzt abgerufen am 20.05.2020!

3.: Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz - Band 1: Kreis Moers by Paul Clemen (1866-1947) mit 8 Tafeln und 67 Abblidungen im Text (Seite 285/286) - Düsseldorf - Druck und Verlag von L. Schwan, 1892

4.: Die Informationen zum Lüttinger (Xantener) Knabe stammen aus der Wikipedia, zuletzt abgerufen am 27.05.2020!

Das Foto "Lüttinger Knabe im RömerMuseum Xanten - Autor: Carole Raddato" wird unter den Bedingungen der Creative Commons "Attribution 2.0 [24 KB] " „Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported“ Lizenz veröffentlicht.


Fotos Xanten - Lüttingen


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