Grefrath - Oedt

Grefrath-Ortsteil Oedt
Grefrath-Ortsteil Oedt Impressionen



Überblick

Grefrath-Ortsteil Oedt
Grefrath-Ortsteil Oedt Ortsmitte



Die einst selbständige Gemeinde Oedt ist heute ein Ortsteil der Gemeinde Grefrath. Oedt liegt am Niederrhein im Westen des Bundeslands Nordrhein-Westfalen und gehört zum Kreis Viersen. Auf dem Gemeindegebiet wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts Funde aus der jüngeren Steinzeit und der Eisenzeit gemacht. Auch Funde aus der Römer- und Frankenzeit auf dem gesamten Areal der Altgemeinde Oedt lassen den Schluss zu, dass dieses Gebiet schon sehr früh besiedelt wurde. In der Mitte des 10. Jahrhunderts gelangte das Land in den Besitz des Erzbistums Köln und erhielt damit erkennbar erstmals einen Landesherrn. 973 schenkte Erzbischof Gero von Köln das Oedter Land der Benediktinerabtei Gladbach.

Ortsbezeichnung

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Grefrath-Ortsteil Oedt Gasthof Altes Brauhaus


1170 wird Oedt erstmals urkundlich als "Hude" erwähnt. Die Ortsbezeichnung Hude wandelte sich durch die Jahrhunderte zum heutigen Oedt. Um 1300 erbaute Dietrich Luf III. von Kleve, Graf von Hülchrath und Herr von Kervenheim und Oedt, das Wahrzeichen des Ortes, die Burg Uda. Die Burg wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach zerstört, aber immer wieder teilweise aufgebaut. 1794 kam Oedt, wie das gesamte Rheinland, unter französische Herrschaft, gehörte zum Rur-Departement und bildete eine eigenständige Mairie im Kanton Kempen, Arrondissement de Crévelt. Vier Jahre später wurde die Honschaft Unterbroich vom Amt Oedt abgetrennt und unter dem Namen Clörath nach Neersen, heute Stadt Willich, eingemeindet. Nach dem Wiener Kongress 1815 kam Oedt zum Königreich Preußen.


Grefrath-Ortsteil Oedt
Grefrath-Ortsteil Oedt Gänselieselbrunnen


Im Rahmen der kommunalen Neuordnung wurde am 1. Januar 1970 der Ortsteil Hagen abgetrennt und in die Stadt Viersen eingegliedert. Die Restgemeinde Oedt verlor die Selbstständigkeit und wurde ein Ortsteil der Gemeinde Grefrath. Zu den sehenswerten Bauwerken in Oedt gehören die Burg Uda, die Girmes Villa und die Vituskirche. Hierbei handelt es sich um die katholische Pfarrkirche St. Vitus, die in der Zeit von 1901 bis 1903 im neugotischen Stil erbaut wurde. Oedt war einst das Zentrum der Textilproduktion in dieser Gegend, bedingt durch die im Ort ansäßigen Girmes Werke. Diese Firma musste im Jahr 2003 Konkurs anmelden, nun stehen viele Fabrikgebäude leer.

Katholische Pfarrkirche St. Vitus

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Grefrath-Ortsteil Oedt Katholische Kirche St. Vitus


Eines der größten Bauwerke im Grefrather Ortsteil Oedt ist die katholische Pfarrkirche St. Vitus. Über eine Kirche in Oedt wird bereits im Jahre 1170 berichtet, um 1320 wird sie genauer bezeichnet als Kirche "in der Nähe des Bruches liegend". Im Jahr 1392 wird als erster curator capellae ein gewisser Hermannus genannt. Ab dieser Zeit gibt es eine ununterbrochene Reihe von Pfarrernamen. Örtlich finden sich keine Nachrichten von einer Filialkirche der Stadt Kempen doch berichtet der Liber procurationem et petition archidiacono Xantenses aus dem 13. Jahrhundert über eine Filialkirche außerhalb von Kempen, die dem heiligen St. Vitus geweiht war und zu der etwa 400 Christen gehörten. Die Stelle am Altar wurde mit järhlich 60 Gulden vergütet, stand aber unter der Leitung des Pastors von Kempen [2].


Grefrath-Ortsteil Oedt
Grefrath-Ortsteil Oedt Katholische Kirche St. Vitus


Paul Clemen
schreibt hierzu: "Die Kirche liegt auf dem Grunde eines Gutes der Abtei Gladbach, war mithin früher Hofkapelle. (...) Die Pfarrkirche gehört drei verschiedenen Bauzeiten an. Der Turm, das Mittelschiff und der Chor dem Anfang des 15. Jahrhunderts, das nördliche Seitenschiff wahrscheinlich dessen Ende; das südliche dem 16. Jahrhundert, ebenso wie die beiden Joche zur Seite des Turmes".

Weiter führt er aus, dass es sich bei der Kirche um einen dreischiffigen, gotischen Hallenbau mit Chor in der "Breite des Mittelschiffes" handelte mit "anstossender Sakristei und eingebautem Westturm. Das Material ist Tuffstein, am Chor stark verwittert, am nördlichen Seitenschiff sind von dreiviertel Höhe der Fenster an die Mauern in Backstein weitergeführt. Das südliche Seitenschiff und die beiden westlichen Joche der Seitenschiffe sind ganz aus Backsteinen aufgeführt. Die gemauerten Pfeiler, deren Grundriss durch zwei durcheinandergeschobene Rechtecke gebildet wird, tragen ein rund herumgeführtes Kämpfergesims. Die Kreuzgewölbe zeigen scharf profilierte Rippen, im südlichen Seitenschiff fehlen diese vollständig. Im Chor an den beiden Längsseiten zwei Nischen, die genau dem ersten, westlichen Joche entsprechen. Die Rippen setzen auf kurzen, rasch abbrechenden Diensten auf" [1].


Grefrath-Ortsteil Oedt
Grefrath-Ortsteil Oedt Katholische Kirche St. Vitus


Den Hochaltar beschreibt er als kleines Barockwerk, entstanden um 1700. Der nördliche Seitenaltar enthalte ein Ölbild des 17. Jahrhunderts mit der Darstellung der Enthauptung der heiligen Katharina, über ihr in den Lüften zwei Engel mit Krone und Palmzweig. Der südliche Seitenaltar enthalte ein Ölbild mit der Darstellung "Christi am Kreuze zwischen Maria und Johannes, mit Maria Magdalena, die den Kreuzfuss umklammert hält, laut der Stifterinschrift am Fusse von 1666". Das Pfarrhaus beschreibt er als Haus mit geschweiftem Giebel und der Inschrift 1657. Eine Nische in der Giebelwand enthalte eine kleine Figur des heiligen Vitus mit Löwe und Kirchenmodell.



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Grefrath-Ortsteil Oedt Detail von St. Vitus


Bis etwa 1888 wurde die Kirche in der beschrieben Bauweise genutzt, danach traten Schäden auf, die eine notwendige Gesamtsanierung des Gebäudes nachsichgezogen hätten. Nun dachte man über einen Neubau an dieser Stelle nach. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts erfolgte der Abriß der alten Oedter Kirche. Der Neubau von St. Vitus erfolgte in der Zeit von 1901 bis 1903, wobei der Kirchturm aus Geldmangel erst ab 1910 errichtet wurde. Jährlich am 17. Juni findet traditionell das Patronatsfest der Oedter Pfarrgemeinde St. Vitus statt. Alle 2 Jahre wird es von einem großen Pfarrfest rund um die Kirche begleitet. Die Kirche St. Vitus ist innerhalb der nächsten 10 Jahre von Schließung bedroht, wie aus einer Mitteilung des Bistums Aachen zu erfahren ist. Das wäre das Ende des Niers-Doms, wie die Kirche liebevoll von den Gemeindemitgliedern genannt wird.


Kurzgeschichte der Burg Uda

Grefrath-Ortsteil Oedt
Grefrath-Ortsteil Oedt Burg Uda


Die Geschichte der Burg ist auch eng mit der Geschichte von Oedt verbunden. Hier die die Kurzgeschichte der Burg Uda:

In den Jahren 1348/49 gelangte die Burg in den Besitz des Kölner Kurfürsten Walram. Als Landesburg diente sie zum Schutz des Erzstiftes Köln gegen den Einfluss der Herzogtümer Jülich und Geldern. Um 1560 werden umfangreiche Baumaßnahmen und Instandsetzungungsarbeiten durch den Drosten Johann von Brempt an der Burg durchgeführt. Während des Dreißigjährigen Krieges (1618 - 1648) besetzen hessische Truppen die Burg um 1643 und machen die Festung durch Brand und Sprengung wehrunfähig. Anschließend diente die Burg bis etwa 1757 als Amtsgebäude von Oedt. Danach wird die Burg durch französische Truppen gesprengt.

Weitere Informationen zur Burg Uda im Grefrather Ortsteil Oedt finden Sie hier....!





Abtei Mariendonk

Grefrath-Mülhausen
Grefrath-Mülhausen Abtei Mariendonk


Die Abtei Mariendonk ist ein Benediktinerinnenkloster in Grefrath bei Kempen im Bistum Aachen. Die Gründung des Klosters Mariendonk an der Grenze der Kreise Viersen und Kleve ist eng mit der allgemeinen Geschichte des ausgehenden 19. Jahrhunderts verbunden. Das Kloster Mariendonk wurde von Holland aus gegründet - hatte große Anziehungskraft auf junge Frauen und wuchs sehr schnell. Eine Spenderin aus Kempen war bereit, ein Grundstück sowie Geld zum Bau eines Klosters zu schenken. Um eine materielle Grundlage zu schaffen und die Ernährung der Gemeinschaft zu sichern, wurde bald mit dem Aufbau einer kleinen Landwirtschaft begonnen.....

Weitere Informationen zur Abtei Mariendonk bei Grefrath finden Sie hier....!


Niederrheinisches Freilichtmuseum

Grefrath-Niederrheinisches Freilichtmuseum
Grefrath-Niederrheinisches Freilichtmuseum Plan


Das Niederrheinische Freilichtmuseum ist ein Regionalmuseum für bäuerliche und handwerkliche Kultur des mittleren Niederrheins und befindet sich in Grefrath unweit der Eissporthalle. Herzstück des Ausstellungsgeländes ist die Dorenburg, deren Geschichte bis in das 14. Jahrhundert zurückreicht. Im Burggebäude selber sind Ausstellungsstücke zur bürgerlichen und adligen Wohnkultur des Niederrheins zu sehen....

Weitere Informationen zur Dorenburg und zum Freilichtmuseum in Grefrath finden Sie hier...!


Quellennachweis:

Wappen von Oedt
Wappen von Oedt Bildquelle: Wikipedia (Public domain)


Die Informationen zum Ortsteil Oedt der Gemeinde Grefrath basieren auf dem Artikel Oedt (Grefrath) (Stand vom 03.03.2009) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz [27 KB] für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

1.: Die Kunstdenkmäler des Kreises Kempen im Auftrage des Provinzialverbandes der Rheinprovinz - herausgegeben von Paul Clemen, Seiten 116-120 - Druck und Verlag von L. Schwann 1891, Düsseldorf.

2.: Vergleiche Binterim und Mooren (E. K. II, S. 19) - Die alte und neue Erzdiözese Köln in Dekanate eingetheilt oder das Erzbistum Köln, zuletzt abgerufen am 28.10.2013 - Mainz, erschienen in der Simon Müllerschen Buchhandlung 1828.



Fotos aus Grefrath-Oedt


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