Schloss Diersfordt

Wesel - Ortsteil Diersfordt
Wesel - Ortsteil Diersfordt Schloss Diersfordt



Überblick

Wesel - Ortsteil Diersfordt
Wesel - Ortsteil Diersfordt Schloss Diersfordt



Etwa 6 Kilometer nordwestlich von der Hansestadt Wesel entfernt befindet sich das Schloss Diersfordt. Es handelt sich um ein Wasserschloss mit einer fast 700-jährigen Geschichte. Die Ursprünge von Schloss Diersfordt gehen auf eine mittelalterliche Burg der Herren von Wylich zurück. Das Schloss liegt im Weseler Ortsteil Diersfordt, eine ländlich geprägte Ansiedlung in einer wunderschönen, naturnahen Umgebung. Das Anwesen ist heute ein Schlosshotel, das besonders bei Heiratswilligen hoch im Kurs steht, aber auch der Ort für Tagungen und besondere Feiern sein will. Was könnte schöner sein, als in einem über 500 Jahre alten Kreuzgewölbesaal zu feiern und seine Gäste bei gutem Wetter im Schlosshof zu empfangen?



Wesel - Ortsteil Diersfordt
Wesel - Ortsteil Diersfordt Schloss Diersfordt - Porthaus - im Vordergrund der Wassergraben


Als Lehen der Grafen von der Mark sowie der Herzöge von Kleve befand sich die Anlage nach Aussterben der von Wylich ab 1831 im Besitz der Grafen zu Stolberg-Wernigerode. Beide Familien bauten sie beständig aus und schließlich zu einem Schloss im Stil des Spätbarocks um. Durch einen Brand im Jahr 1928 vollkommen zerstört, wurde es ab 1929 stark vereinfacht neu errichtet. Lediglich ein Gebäude der Vorburg blieb bis in die heutige Zeit nahezu unverändert. Die verschiedenen Gebäude der Schlossanlage dienen heute unter anderem als Heimatmuseum und Schlosshotel. Die Schlossanlage steht auf dem Areal einer alten, ausgetrockneten Rheinschlinge unweit des Diersfordter Waldsees etwa 5,5 Kilometer nordwestlich des Stadtkerns von Wesel.


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Wesel - Ortsteil Diersfordt Schloss Diersfordt - Grabensystem


Inmitten eines Landschaftsparks stehen die meisten Schlossgebäude auf einer 150×60 Meter messenden, rechteckigen Insel, die an drei Seiten von einer rund 20 Meter breiten Gräfte umgeben ist. Ein zweiter, schmalerer Wassergraben zeugt davon, dass die Anlage früher von einem doppelten Grabensystem umgeben war. Von Süden führt eine etwa 350 Meter lange Allee auf die Schlossbrücke aus dem Jahr 1868/69 zu. Die ursprünglichen, aus dem 18. Jahrhundert stammenden Alleen mussten im Laufe der Zeit allesamt abgeholzt werden und sind genauso wenig erhalten wie die einstigen barocken Gartenanlagen östlich und nördlich des Schlosses.



Schloss Diersfordt 1612 BW

Zeichnung des Schlosses Diersfordt zu Beginn des 17. Jahrhunderts (1612) - eingebunden über Wikimedia Commons


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Wesel - Ortsteil Diersfordt Schloss Diersfordt


Lediglich die Ruine eines alten Gartenpavillons sowie ein Orangeriegebäude aus dem letzten Viertel des 18. Jahrhunderts erinnern noch an die ehemaligen Gärten, die zwischen 1823 und 1836 verschwanden. Die älteste bisher nachgewiesene Bausubstanz der Anlage datiert in das 14. Jahrhundert. Wie alle Gebäude auf der Schlossinsel ist das Haupthaus auf einem Pfahlrost aus Eichenpfählen errichtet. Das zweigeschossige Gebäude aus Backstein besitzt einen annähernd L-förmigen Grundriss, der sich aus einem rechteckigen Baukörper mit nahezu quadratischem, flankierendem Eckturm an der Nordost-Ecke ergibt. Während der Turm von einem flachen, pfannengedeckten Pyramidendach abgeschlossen ist, besitzt das übrige Gebäude ein hohes Satteldach, das sich an der Dachform der mittelalterlichen Wirtschaftsgebäude orientiert [1].


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Wesel - Ortsteil Diersfordt Schloss Diersfordt - Wappen an der Schlosskirche


Das äußerlich schlichte Haupthaus stammt vom Ende der 1920er Jahre und bezieht teilweise Bauteile eines Vorgängerbaus aus dem 18. Jahrhundert mit ein, so zum Beispiel die Eingangstür mit barocker Hausteinfassung und Oberlicht. Der westlichen Fassade ist eine Terrasse vorgelagert, unter der sich heute noch die Fundamente und Gewölbe der mittelalterlichen Burg befinden. Im Inneren sind in einigen Räumen noch Ausstattungsmerkmale des Barocks erhalten. Auf dem Areal des Wasserschloss Diersfordt befindet sich auch eine sehenswerte Schlosskirche, die im Zweiten Weltkrieg teilweise zerstört und in den Jahren 1951/52 wieder aufgebaut wurde.


Schlosskirche

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Wesel - Ortsteil Diersfordt Schloss Diersfordt - Schlosskirche


Die kleine Diersfordter Schlosskirche ist ein freistehendes Backsteingebäude mit halbrunder Apsis im Stil des Spätbarocks, das sich auf einem hohen Sockelgeschoss erhebt. Das ursprüngliche Gebäude stammt aus dem Jahr 1775. Seine südliche Fassade aus Haustein besitzt ein Risalit in dem sich das Portal befindet. Es wird von zwei Halbsäulen flankiert, die einen durch Metopen und Triglyphen gegliederten Architrav tragen. Darüber findet sich ein Volutengiebel, der in einem kleinen kupfergedeckten Glockenturm endet. Seine Turmspitze zeigt eine aus getriebenem und vergoldetem Kupfer gefertigte Sonne; eine Symbolik, die sich im Rheinland sonst nur noch in Sonsbeck findet. Das Zifferblatt am Turm erfüllt keine Funktion mehr, denn die ursprüngliche Turmuhr kam im Zweiten Weltkrieg abhanden.


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Wesel - Ortsteil Diersfordt Schloss Diersfordt - Schlosskirche


Über dem Portal findet sich ein Wappenstein mit dem Wappen der Familie von Wylich und der Inschrift:

ALEXANDER HERMANN REICHS FREIHERR VON WYLICH HERR VON DIERSFORDT SEHLEM WYLACK BISENHORST ERBHOFMEISTER DES HERTZUGTVMS CLEVE DROST ZV ISERLOHN VND ALTENA COADIVTOR DES DEVTSCHEN ORDENS ZV VTRECHT DES IOHANNITER ORDENS RITTER ERBAVTTE DIESE KIRCHE ZVR EHRE GOTTES MDCCLXXV.

Das Aussehen des Innenraums mit seiner flachen Stuckdecke wird maßgeblich durch einen Wiederaufbau in den Jahren 1951/52 bestimmt. Die Ausstattung zeigt anschaulich den Gegensatz zwischen der Prachtliebe des adligen Kirchenbauherrn und der von der evangelischen Kirche angestrebten Einfachheit von Kirchenräumen. Aus der recht schlichten Ausstattung in späten Rokokoformen sticht vor allem die aufwändige Kanzel hervor, die – ebenso wie die Empore – mit Schnitzereien der Weseler Bildhauerin Eva Brinkmann verziert ist. Ihr gegenüber befindet sich am anderen Ende die neue Orgel der Orgelbaufirma Rainer Müller aus Merxheim, die am 2. Dezember 2012 in einem feierlichen Gottesdienst eingeweiht wurde. Es handelt sich um eine einmanualige vollmechanische Schleifladenorgel mit 13 Registern und 764 Pfeifen. Die Kirche bietet Platz für etwa 120 Gläubige und ist seit Auflösung des Patronats im August 1959 im Besitz der evangelischen Kirchengemeinde Bislich-Diersfordt-Flüren [1].


...andere Gebäude...

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Wesel - Ortsteil Diersfordt Porthaus


Das sogenannte Porthaus an der Ostseite der Schlossinsel ist ein dreigeschossiger Backsteinbau mit Satteldach, der ursprünglich als Korn- und Saatspeicher diente. An seiner grabenseitigen Außenfront kann anhand von Löchern für Trägerbalken heute noch der Verlauf des einstigen, hölzernen Wehrgangs ausgemacht werden. Durch sein Erbauungsjahr 1432 ist es das älteste profane Gebäude auf Weseler Stadtgebiet. Untersuchungen haben ergeben, dass der Bau sogar auf noch älteren Resten einer alten Ringmauer aus dem frühen 14. Jahrhundert steht. Die Rundbogentore an der Westseite zeugen von seiner späteren Nutzung als Remise. Im Norden schließt sich ihm ein Bau an, der nach einem Brand um 1908 als Pferdestall errichtet wurde. Gemeinsam mit der nördlich daran anschließenden Ruine des Brauhauses und dem darunter liegenden Gewölbekeller stellt das Porthaus den Rest der mittelalterlichen Vorburg dar, deren übrige Gebäude zwischen 1800 und 1831 abgerissen wurden; darunter auch das ehemalige Torhaus, dessen Name Porthaus anschließend auf den Kornspeicher überging.


Eiskeller

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Wesel - Ortsteil Diersfordt Eiskeller


Westlich des Hauptgebäudes steht der sogenannte Schlosshof, der um 1800 auf U-förmigem Grundriss erbaut wurde. Dieser Bauernhof war Wohn- und Arbeitsplatz eines angestellten Verwalters, der die zu Diersfordt gehörigen Äcker und Weiden bewirtschaftete. Der Weg zur Schlossbrücke wird an beiden Seiten von einem Wirtschaftsgebäude flankiert. Auf der östlichen Seite steht die ehemalige Kornmühle, eine Rossmühle, deren Gebäude ab 1903 unter anderem als Rentamt genutzt wurde und heute ein Privatwohnhaus ist. Ihr spiegelbildliches Pendant am westlichen Rand der Zufahrt ist die einstige Ölmühle, die seit dem 19. Jahrhundert die Bezeichnung Eiskeller trägt.


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Wesel - Ortsteil Diersfordt Eiskeller - Heimatverein Diersfordt


Ihr Gebäude aus Feldbrandsteinen stammt aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und diente neben dem Mühlenbetrieb auch zur Lagerung von Eis, das aus den zugefrorenen Schlossgräben gesägt und zur Haltbarmachung von Lebensmitteln genutzt wurde. 1995 initiierte der Heimatverein Diersfordt eine grundlegende Restaurierung des Eiskellers, um das Gebäude anschließend als Museum und Heimathaus zu nutzen. Seine Eröffnung fand im September 2004 zum Tag des offenen Denkmals statt. Seitdem informieren dort Wechsel- und Dauerausstellungen über die Geschichte der Herrlichkeit und des Schlosses sowie über die Landschaftsentwicklung der Umgebung. Seit 2012 findet auf dem Schlossgelände alljährlich am zweiten Septemberwochenende ein frühmittelalterlicher Handwerksmarkt statt.


Informationen:

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Wesel - Ortsteil Diersfordt Eiskeller - Heimatverein Diersfordt


Adresse:

Heimatverein der Herrlichkeit Diersfordt e.V.


Museum und Heimathaus Eiskeller

Am Schloß 1A,
46487 Wesel-Diersfordt

Telefon: 0281/98 597 795 oder 02859/375

E-Mail: info@heimatverein-diersfordt.de

Internet: www.heimatverein-diersfordt.de




Stadt Wesel - Umgebung

Wesel - Umgebung
Wesel - Umgebung ...reizvoller Auesee...


Ein einzigartiges Zusammenspiel von Sehenswürdigkeiten und Naturräumen prägt die Stadt an Rhein und Lippe. Die Stadt Wesel liegt inmitten der einzigartigen niederrheinischen Landschaft mit Rheinauen und Altrheinarmen, Feldern, Obstwiesen und Wäldern und beheimatet eine Vielzahl von zum Teil seltenen Tieren und Pflanzen. Besonders prägend für den Naturraum ist die Lage an den drei Flüssen Rhein, Lippe und Issel. Hier kann man z.B. grenzenlos Fahrradfahren.....

Weitere Informationen zur Umgebung der Hansestadt Wesel finden Sie hier....!


Stadt Wesel - Geschichte

Wesel - Geschichte
Wesel - Geschichte Teil der Zitadelle


Als Ursprung der heutigen Stadt wird ein fränkischer Gutshof vermutet, der im Bereich des heutigen Kornmarkts lag. Anfang des 8. Jahrhunderts erwähnte eine Urkundenabschrift im Kloster Echternach (Luxemburg) erstmals den Namen „Wesele“. Bei Ausgrabungen in der Ruine des Willibrordi-Doms nach dem Zweiten Weltkrieg konnte die Existenz einer Fachwerkkirche im 8. Jahrhundert belegt werden. In einer Urkunde vom 1. Mai 1065 bestätigte König Heinrich IV. die Rückgabe der Kirche....

Weitere Informationen zur Geschichte der Hansestadt Wesel finden Sie hier....!


Ehrenfriedhof Diersfordt

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Wesel - Ortsteil Diersfordt Ehrenfriedhof Diersfordt


In der näheren Umgebung von Schloss Diersfordt befindet sich der Ehrenfriedhof Diersfordt, wo 538 Gefallene des Zweiten Weltkrieges ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Die Lage der Kriegsgräberstätte Diersfordt an der Straße Lindenberg unmittelbar an ein Waldgebiet grenzend ist einmalig. Neben Reihen von Einzelgräbern gibt es auch eine zentrale Gedenkstätte, die über einen Treppenaufgang zu erreichen ist. Hier befindet sich das Grab des unbekannten Soldaten und mehrere Tafeln mit den Namen der im Zweiten Weltkrieg gefallenen....

Weitere Informationen zum Ehrenfriedhof Diersfordt im Weseler Ortsteil Diersfordt finden Sie hier....!


Informationen:

Wappen von Wesel
Wappen von Wesel


Adresse:

Stadtinformation

Weseler Verkehrsverein e.V.


Großer Markt 11,
46483 Wesel

Telefon: 02 81 / 2 44 98
Telefax: 02 81 / 1 40 53

E-Mail: stadtinformation@weselmarketing.de

Internet: wesel-tourismus.de/


Quellennachweis:


1.: Die Informationen zur Geschichte des Schloss Diersfordt basieren auf dem Artikel Diersfordt (Stand vom 22.03.2014) und stammen zusammen mit dem Wappen von Wesel aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz [27 KB] für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Autoren verfügbar.


Fotos Schloss Diersfordt bei Wesel


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