Zisterzienserkloster Stiepel

Bochum - Stiepel
Bochum - Stiepel Zisterzienserkloster Stiepel



Überblick

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Bochum - Stiepel Portal der Klosterkirche



Wer hätte gedacht, das Bochum auch gleichzeitig ein Wallfahrtsort der katholischen Kirche ist? Im Bochumer Ortsteil Stiepel befindet sich das Kloster der Zisterzienser mit der Klosterkirche St. Marien. Die Kirche wurde 1914 – 1915 als Filialkirche der Mutterpfarrei Blankenstein gebaut. Bereits ab dem Jahr 1920 gab es eine Marienwallfahrt in Stiepel. Im Jahr 1955 wurde diese Kirche Pfarrkirche der neu gegründeten Pfarrei B. M. V. Matris Dolorosae (St. Marien - Zur Schmerzhaften Mutter). Seit 1988 ist die Kirche auch die Klosterkirche der Zisterzienser, die hier eine Klosterneugründung vornahmen. Nachdem die Dorfkirche Stiepel 1596 evangelisch geworden war, lebten in Stiepel zwei Jahrhunderte lang nur vereinzelt Katholiken. Erst die ab 1835 anwachsende Industrialisierung, die viele Fremdarbeiter und ihre Familien anzog, ließ auch die Zahl der Katholiken steigen, die damals zur 1842 selbständig gewordenen Pfarrei Blankenstein (Erzbistum Paderborn) gehörten. Bereits 1872 gab es in Stiepel ca. 400 Katholiken, die zum Gottesdienstbesuch entweder mit der Fähre die Ruhr überqueren oder sich nach Wiemelhausen orientieren mussten.




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Bochum - Stiepel Außenaltar auf dem Klosterhof


Das Kloster Stiepel ist ein Kloster der Zisterzienser und befindet sich im Bochumer Stadtteil Stiepel. Das Kloster ist eine Neugründung und wurde erst im Jahr 1988 gegründet. Es gehört zum Priorat des Stifts Heiligenkreuz, einer Zisterzienserabtei in Österreich. Die Gründung des Klosters ging auf eine Initiative des ersten Bischofs des Ruhrbistums, Franz Kardinal Hengsbach (1910 - 1991) zurück. Die Klosterkirche St. Marien ist zugleich Marienwallfahrtsort zum Gnadenbild der „Schmerzhaften Mutter von Stiepel“ und als solcher der einzige Marienwallfahrtsort der Diözese. Die Gebäudeflügel des Klosters sind um den Wallfahrtshof U-förmig angeordnet.


Geschichte

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Bochum - Stiepel Statue des Ordensgründers Abt Bernhard von Clairvaux


Ein Außenaltar öffnet sich nach Westen in die Landschaft hin. Die Mönchszellen befinden sich im Dachgeschoss; ihre Lage ist jeweils an der zugehörigen Dachgaube erkennbar. Zum Klosterbereich gehört die verpachtete Gaststätte „Klosterhof“. Das lateinische Stundengebet der Klostergemeinschaft und die Messen in der Kirche sind öffentlich.

„Am Fest des heiligen Abtes Bernhard von Clairvaux wurden im Jahre 1988 vier Zisterzienser aus der Abtei Heiligenkreuz in Niederösterreich von ihrem Abt Gerhard Hradil zu einer Klostergründung in das Bistum Essen entsandt, wo sie unter dem zum ersten Prior bestellten Pater Beda Zilch bei der Kirche B.M.V. Matris Dolorosae in Stiepel das klösterliche Leben begannen …“ So beginnt die auf Pergament geschriebene Urkunde, die am 3. Mai 1989 von Kardinal Hengsbach im Grundstein des neu errichteten Zisterzienserklosters eingesenkt wurde.


Gründungsgeschichte

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Bochum - Stiepel Inneres der Klosterkirche


Seit der Gründung sind zahlreiche Eintritte erfolgt, so dass die Gründung nach 25 Jahren als geglückt gelten darf. Eine Erhebung zur Abtei steht noch aus. Heute betreuen die Mönche die Wallfahrt, verrichten das feierliche Chorgebet nach zisterziensischer Tradition, tragen Verantwortung für die Pfarrgemeinde, sind in benachbarten Pfarren als Seelsorger tätig und wirken als geistliche Begleiter nicht zuletzt für die Studenten der nahe gelegenen Ruhruniversität. Auf der Suche nach einem benediktinischen Orden, der bereit wäre in seinem Ruhrbistum Essen ein Kloster zu gründen, dessen Bau das Bistum übernehmen würde, traf Bischof Franz Hengsbach 1969 auf den in Gelsenkirchen geborenen Zisterziensermönch des Stiftes Heiligenkreuz, Pater Adalbert Klaus Diehl (1929 – 1989), ab 1983 Verwalter (Kämmerer) seines Klosters, und bestürmte von da an beharrlich aber vergeblich Abt Franz Gaumannmüller, in Bochum zu gründen.


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Bochum - Stiepel Pater-Alban-Haus
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Bochum - Stiepel Blick auf die Wallfahrtskirche


Drei Jahre nach Amtsantritt von dessen Nachfolger, Abt Gerhard Hradil, beschloss der Konvent in Österreich am 13. November 1986 die Neugründung in Bochum zu wagen und sandte am 29. August 1988 Prior Beda Zilch und seine drei Mitbrüder Maximilian Heim (Kaplan), Christian Feurstein (Wallfahrtsrektor) und Severin Fochler (Kämmerer, Eintritt 1983, feierliche Profess 1987) nach Stiepel. Am 30. Oktober 1988 kam es zum Baubeginn des Klosters, am 3. Mai 1989 zur Grundsteinlegung und am 11. Oktober 1990 zur Klosterweihe. Das Klostergebäude wurde nach dem Entwurf des Architekten Roman Reiser 1989 – 1990 vom Bistum Essen gebaut. Im Innenhof des Kreuzgangs steht ein aus Ruhrsandstein gefertigter Trinkbrunnen. [1]



Weitere Gebäude

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Bochum - Stiepel Fassade der Klosterkirche


Im Kreuzgang hängt als Geschenk des Mutterklosters ein Kreuz aus der Fertigung des Benediktiners Bernward Schmid. Um den Kreuzgang gruppieren sich die Bibliothek, der Kapitelsaal (mit Grisaillefenstern und Kapitelkreuz), die Rekreation, das Refektorium und (außerhalb der Klausur) das Gästerefektorium. Die der Kirche zugewandte Nordseite wird von der Bernardikapelle eingenommen, einem runden Zentralbau, in dessen Mitte ein sechseckiger Altar aus Ruhrsandstein steht (Entwurf Klaus Böker) mit den Reliquien der hl. Bernhard von Clairvaux und Maximilian Kolbe. Die Grisaillefenster (Entwurf Heinz Dohmen) sind den Kreuzgangfenstern von Stift Heiligenkreuz nachempfunden. Dazwischen steht als Gabe des Mutterklosters eine Kopie der frühgotischen Muthmannsdorfer Madonna.


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Bochum - Stiepel Kirche St. Marien im Kloster Stiepel in Bochum-Stiepel - Foto: Wikipedia - Autor: Frank Vincentz - Lizenz: s.u.


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Bochum - Stiepel Klosterladen


Für Klostergäste und Wallfahrer steht die Pilgerhalle mit Klosterladen zur Verfügung. Das Gebäude grenzt westlich an das Klostergebäude an und beherbergt auch die Klosterbuchbinderei von Pater Matthias Schäferhoff. Vor der Pilgerhalle erlaubt der Wallfahrtsplatz mit Freialtar bei schönem Wetter Gottesdienste im Freien. Unweit befindet sich der Bernhard-Brunnen mit einer Skulptur des hl. Bernhard von Clairvaux von Werner Franzen (2003). Der Pilgerhalle nördlich gegenüber steht das Pfarrheim der Pfarrei St. Marien mit großem Saal für die Vorträge des Auditoriums oder andere Veranstaltungen. Weitere Gebäude sind das Abt-Gerhard-Haus und das Pater-Alban-Haus, die der Unterbringung von Gästen dienen. [1]


Außenbereich des Klosters

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Bochum - Stiepel Glaubensweg Mariens mit 14 Bildstöcken


Im Außenbereich des Klosters befinden sich westlich (seit 2001) 14 Kreuzwegstationen, die der Künstler Ernst Rasche Ende der 1950er Jahre in Grauguss angefertigt hat. Östlich des Klosters befindet sich der Glaubensweg Mariens mit 14 Bildstöcken, die Darstellungen aus dem Leben Mariens enthalten. Sie deuten die Biographie der Gottesmutter nicht wie üblich aus den Geheimnissen des Rosenkranzes, sondern aus den verschiedenen Aspekten ihres Glaubens. Der Glaubensweg Mariens hat eine komplizierte Geschichte. 1926 ließ Vikar Karl Schilling östlich der Wallfahrtskirche St. Marien einen Außenkreuzweg mit 14 Stationen aus Ruhrsandstein (mit Bildtafeln) anlegen.


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Bochum - Stiepel Gedenkstein mit Inschrift


Um Platz für die vermehrte Pilgerzahl zu gewinnen, schuf Pfarrer Josef Busche 1954 westlich der Kirche (unter Wiederverwendung der Bildtafeln) den neuen erheblich längeren Kreuzweg. Die alten steinernen Stationen wurden mit Motiven aus dem Marienleben gefüllt (für die 7 Schmerzen Mariens und für die 7 Freuden Mariens), bis die alten Bilder schließlich verblassten und Pfarrer Walter Kromer die Stationen für einen von ihm konzipierten Glaubensweg Mariens nutzte, zu dem er von dem Hattinger Künstler Egon Stratmann 14 Bildtafeln malen ließ (von 1978 bis 1987) und dazu meditative Betrachtungen und Gebete verfasste, die 1998 publiziert wurden. [1]


Friedhof und Glockentor

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Bochum - Stiepel Glockentor des Zisterzienser Klosters Stiepel


Unweit des Klosters befindet sich der Friedhof der Mönche mit den Gräbern von Pater Alban Ernst Bunse und Pater Ansgar Schepers (1963 – 2009). Da die Kirche St. Marien nach zisterziensischer Art keinen Glockenturm hat, ist die Hauptzufahrt der Klosteranlage als Glockentor konzipiert und beherbergt 5 Glocken. Sie wurden 1991 in der Glockengießerei Petit & Gebr. Edelbrock in Gescher gegossen und am 9. Oktober 1992 durch den Essener Bischof Dr. Hubert Luthe geweiht. [1]


Herne

Herne
Herne Evangelische Kreuzkirche


Herne ist eine Großstadt und liegt mitten im Ruhrgebiet. Die Stadt zählt etwa 161 000 Einwohner und gehört zum Regierungsbezirk Arnsberg in Nordrhein-Westfalen. Herne ist Mitglied im Landschaftsverband Westfalen-Lippe und im Regionalverband Ruhr. Harrani ist der ursprüngliche Name der Stadt und wird erstmals um 880 im Steuerregister der Benediktinerabtei Werden erwähnt. Die Stadt in ihren heutigen Grenzen ist das Ergebnis mehrerer Gebietsreformen, durch die umliegende Gemeinden, darunter die ehemalige Großstadt Wanne-Eickel, nach Herne eingegliedert bzw. mit dieser Stadt zusammengelegt....

Weitere Informationen zur Stadt Herne im Ruhrgebiet finden Sie hier....!


Quellenangabe:

Bochum - Stiepel
Bochum - Stiepel Blick auf die Klosterkirche und das Kloster


1.: Die Informationen zur Geschichte des Klosters Stiepel in Bochum basieren auf dem Artikel Kloster Stiepel (Stand vom 20.12.2020) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz [27 KB] für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

Das Foto "Kirche St. Marien im Kloster Stiepel in Bochum-Stiepel - Autor: Frank Vincentz" stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und ist lizenziert unter der Creative Commons-Lizenz „Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported [24 KB] .


Fotos Zisterzienserkloster Stiepel



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