Schloss Westerholt

Herten - Westerholt
Herten - Westerholt Schloss Westerholt – Hauptgebäude



Überblick

Herten - Westerholt
Herten - Westerholt Wasserschloss Westerholt



Im Südosten des sogenannten „Alten Dorf Westerholt“ liegt das Schloss Westerholt. Es handelt sich um ein Wasserschloss im Hertener Stadtteil Westerholt am Rande des Westerholter Waldes. Die von Gräften umschlossene Anlage ist bis heute der Stammsitz des Grafengeschlechts von Westerholt, das hier bereits im Jahr 1193 erstmals urkundlich genannt wurde und sich später von „Westerholt zu Gysenberg“ nannte. Schloss Westerholt zählt mit Schloss Herten zu den bedeutendsten Schlossanlagen im einstigen Vest Recklinghausen. Schon Mitte des 14. Jahrhunderts wurde an dieser Stelle eine wehrhafte Anlage erwähnt, doch von dieser alten Burg ist mit Ausnahme der Wassergräben nichts mehr erhalten.




Schloss Westerholt

Herten - Westerholt
Herten - Westerholt Schloss Westerholt - ehemaliger Wirtschaftstrakt


Im Zuge zahlreicher Um- und Neubauten büßte Westerholt seine Wehrhaftigkeit ein und präsentiert sich dem Besucher heute als ein im Stil des Klassizismus errichtetes Schloss des 19. Jahrhunderts. Im Herrenhaus präsentiert sich heute ein Hotel, während die Nebengebäude - früher Stallungen und Remisen - als Restaurant und Café genutzt werden. Direkt neben dem Schloss liegt das Alte Dorf Westerholt, das seinerzeit zur Freiheit Westerholt gehörte. 58 nach historischem Vorbild restaurierte Fachwerkhäuser stehen dichtgedrängt in den engen Gassen rund um die Pfarrkirche St. Martini und laden zu einem Besuch mit mittelalterlichem Flair ein. Seit 1991 steht die Siedlung als kompletter Bereich unter Denkmalschutz. Gleich neben dem Schloss Westerholt erstreckt sich mit dem Westerholter Wald das Naherholungsgebiet „Die Baut“.


Geschichte

Herten - Westerholt
Herten - Westerholt Schloss Westerholt - Schlosspark und Vogelhaus mit Teich


Der damalige Aufsitzer Wessel von Westerholt (ca. 1300 – nach 1378) übergab die damalige Burg Westerholt 1359 als sein freies Eigentum dem Kölner Erzbistum als Offenhaus und erhielt sie vom Erzbischof Wilhelm von Gennep als Lehen zurück. Bei der Lehnsauftragung wurde die Anlage als „fortalicium“ (Befestigungswerk) erwähnt und war wahrscheinlich schon einige Zeit zuvor errichtet worden. Allerdings stand das damalige Burghaus nicht an der Stelle des späteren Hauptgebäudes, sondern entweder auf der mittleren der drei Schlossinseln oder – was wahrscheinlicher ist – im südlichen Teil der östlichen Schlossinsel. Sein Sohn Wessel von Westerholt († 1388) erbte die Burg. Er wurde als Hauptmann in der Dortmunder Fehde tödlich verletzt und vererbte den Besitz an seinen Sohn Johann von Westerholt, der kinderlos blieb.


Herten - Westerholt
Herten - Westerholt Lithographie des Schlosses Westerholt von 1857/59 aus der Sammlung Duncker - Theodor Albert, Alexander Duncker (1813 - 1897) - Foto: Wikipedia (gemeinfrei)


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Herten - Westerholt Schloss Westerholt - Herrenhaus


Zusammen mit Johann wurde der entfernte Verwandte Adolph von Westerholt mit der Burg und der dazugehörigen Burgsiedlung belehnt. Außerdem war Adolphs Bruder Reyner von Westerholt, Richter von Recklinghausen, Mitbesitzer der Güter. Die formale Belehnung ging 1417 auf den Sohn Reyners, Borchard von Westerholt, über. 1421 erfolgte die Teilung der Güter zwischen Borchard und Aleff, dem Sohn Adolphs, deren beider Familien auf der Burg lebten. Da Aleff jedoch keine legitimen Nachkommen hatte, veräußerte er mit der Zeit den größten Teil seines Anteils an seinen Cousin. Weil Reyner von Westerholt, der älteste Sohn Borchards, noch zu Lebzeiten seiner zweiten Ehefrau und trotz eigener Kinder das Priesteramt wählte und somit auf das Recht seiner Erstgeburt verzichtete, wurde sein Bruder Bernhard Herr zu Westerholt, Erbvogt und Stammvater der nachfolgenden adligen Linien.


Güterteilung

Herten - Westerholt
Herten - Westerholt Schloss Westerholt - Rückseite


Der Besitz ging an den nach seinem Schwiegervater benannten Sohn Hermann von Westerholt über. Dessen Sohn Bernhardt erbte die Burg Westerholt und gelangte durch Heirat auch in den Besitz der Herrschaft Lembeck. Seine Söhne Hermann und Bernhard III. teilten die Güter im Jahr 1556 unter sich auf: Hermann wurde Herr von Westerholt, während Bernhard die Lembeck’schen Güter erhielt. 1583 wurde die Burg während des Truchsessischen Krieges von Truppen des abgesetzten Kurfürsten Gebhard I. von Waldburg belagert und anschließend eingenommen. Doch bereits am 7. Mai 1584 wurde die Anlage an Truppen des neuen Kurfürsten Ernst von Bayern zurückgegeben und die von Westerholt konnten wieder über ihren Besitz verfügen. Jedoch hatte die Anlage unter der Belagerung und Besetzung arg zu leiden gehabt.



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Schloss Westerholt in Herten-Westerholt - eingebunden über Wikimedia Commons

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Herten - Westerholt Schloss Westerholt - Portal zum Schlosspark


Darüber hinaus ließ Ernst von Bayern nach der Rückgabe ihre Verteidigungswälle schleifen, weil der Burgherr Bernd von Westerholt seinen Verwandten Konrad von Westerholt, seit 1574 Statthalter des Bistums Münster, bei der Förderung des Protestantismus dort unterstützt hatte. Seit Ende des 16. Jahrhunderts befand sich die Burg daher in einem schlechten baulichen Zustand. Im Jahr 1724 kam Ferdinand Otto von Westerholt durch Heirat mit Maria Agnes von Ketteler unter anderem in den Besitz des Gutes Gysenberg. Gemeinsam mit seinem Bruder Johannes legte er in einem Fideikommiss am 22. Februar 1726 fest, dass der gemeinsame Besitz fortan als ungeteiltes Erbe an den jeweils ältesten Nachkommen gehen und die Familie von diesem Zeitpunkt an den Namen „von Westerholt zu Gysenberg“ tragen sollte. Schloss Westerholt erbte anschließend Ferdinand Ottos Sohn Joseph Clemens August Maria von Westerholt-Gysenberg.


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Herten - Westerholt Alte Pfarrkirche St. Martinus, die heutige Schlosskapelle


Aus seiner Ehe mit Wilhelmine Franziska von der Recke ging als einziges Kind die Erbtochter Wilhelmine Friederike Franziska hervor. Durch ihre Heirat um das Jahr 1770 kam das Schloss an den Freiherrn Ludolph Friedrich Adolf von Boenen zu Berge. Er nahm gemäß einer Bedingung des Fideikommisses Wappen und Namen der Familie von Westerholt an und wurde 1790 von Kaiser Joseph II. in den Reichsgrafenstand erhoben. Obwohl er mit seiner Frau auf Schloss Berge im heutigen Gelsenkirchener Stadtteil Buer residierte, ließ er das Haupthaus des Anwesens umgestalten. Nachdem die Gebäude im Februar 1830 durch ein Feuer stark beschädigt worden waren, ließ der Sohn Wilhelm Ludwig bis 1833 das heutige, klassizistische Herrenhaus mit zwei Geschossen errichten. Aus der gleichen Zeit stammt das sogenannte Vogelhaus auf der mittleren der drei Schlossinseln, das der Schlossherr bis 1835 für seine ornithologische Sammlung errichten ließ, um ein im Jahre 1717 erbautes Orangeriegebäude zu ersetzen. [1]


Neuzeit

Herten - Westerholt
Herten - Westerholt Schloss Westerholt - Schlosspark


Die Entwürfe dazu lieferte der Essener Architekt Carl Wilhelm Theodor Freyse. Einige bauliche Veränderungen, wie zum Beispiel der Giebel an der Ostseite des Gebäudes, kamen im Jahr 1904 unter Egon von und zu Westerholt und Gysenberg hinzu. Die an der Nordseite der Vorburginsel stehenden Nebengebäude, darunter das seinerzeit in die Schlossfreiheit führende Torgebäude, wurden zwischen 1867 und 1870[4] durch Neubauten ersetzt. Lediglich der Bau an der Nordost-Ecke, das „Bureau des Landrathes“ blieb erhalten. Die Besitzungen wurden im weiteren Verlauf der Geschichte an die jeweiligen Söhne Otto und Johann sowie 1927 an dessen Enkel Egon Reichsgraf von Westerholt-Gysenberg vererbt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs verwehrten die alliierten Besatzungsbehörden dem damaligen Schlossherrn Egon zunächst wegen des Vorwurfs, nationalsozialistisch belastet zu sein, die Verwaltung und Nutzung seines Besitzes.


Herten - Westerholt
Herten - Westerholt Schloss Westerholt - Vogelhaus


Das Herrenhaus und die unmittelbaren Nebengebäude des Schlosses wurden von den amerikanischen, später englischen, Besatzungstruppen als Unterkunft genutzt. Nach Rückgabe der Verfügungsgewalt verlegte der Schlossherr die Wohnung seiner Familie in das umgebaute Vogelhaus. Das derweil stark verwohnte Herrenhaus wurde anschließend noch eine Zeit lang als Berglehrlingswohnheim genutzt. Danach stand das Gebäude über Jahrzehnte leer. 1993 wurde das Schloss einer umfassenden Restaurierung unterzogen und einer neuen Nutzung zugeführt. Es beherbergt seitdem ein Hotel sowie Café-Restaurant. Ein großer Teil des einstigen Schlossparks wird durch einen Golfclub mit 75 Hektar großen 18-Loch-Anlage genutzt, dessen Clubhaus in den einstigen Nebengebäuden zu finden ist. Heiratswillige haben darüber hinaus die Möglichkeit, sich im Rittersaal trauen zu lassen. [1]



Blick auf das Alte Dorf Westerholt WEB

Blick vom Schloss Westerholt auf die Alte Freiheit Westerholt ("Altes Dorf") - eingebunden über Wikimedia Commons


Wasserschloss Herten

Herten - Schloss Herten
Herten - Schloss Herten Blick über die Gräfte zum Schloss


Die zweiteilige Anlage ist in eine ausgedehnte Gräfte eingebettet und besteht aus einer vierflügeligen Hauptburg, die mit drei runden Ecktürmen versehen ist, sowie einer westlich vorgelagerten Vorburginsel mit Kapelle und Wirtschaftsgebäude. Die Kapelle wurde im Jahr 1908 von Schloss Grimberg an ihren heutigen Standort versetzt. Im das Gesamtensemble weitläufig umschließenden Landschaftsgarten befinden sich die Reste einer Orangerie und ein Pavillon, die Zufahrt zur Vorburg rahmen zwei Kavaliershäuser. Die Burg wird 1376 erstmals erwähnt und bestand ursprünglich aus einem steinernen Wohnturm.

Weitere Informationen zum Wasserschloss Herten in der Stadt Herten im Ruhrgebiet finden Sie hier....!


Schlosskapelle Herten

Herten - Schlosskapelle Herten
Herten - Schlosskapelle Herten Schlosskapelle mit Gräfte


Die Schlosskapelle stammt aus dem 14. Jahrhundert und stand ursprünglich bei Schloss Grimberg, auch Haus Grimberg genannt, im heutigen Gelsenkirchener Stadtteil Bismarck. Haus Grimberg gehörte zur Gemeinde Braubauerschaft, die am 6. Februar 1900 in Bismarck umbenannt wurde Der heutige Name des Stadtteils geht auf die um 1870 errichteten Zechenkolonien der Zeche Graf Bismarck, benannt nach dem preußischen Ministerpräsidenten Otto von Bismarck, zurück......

Weitere Informationen zur Schlosskapelle Herten in der Stadt Herten im Ruhrgebiet finden Sie hier....!


Gladbeck

Gladbeck - City
Gladbeck - City Rathaus, Rathausplatz mit Riesener-Brunnen


Die Stadt Gladbeck liegt im nördlichen Ruhrgebiet im Nordwesten des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen und ist eine große kreisangehörige Stadt des Kreises Recklinghausen im Regierungsbezirk Münster. Ursprünglich war Gladbeck eine kleine ländliche Gemeinde, bis Ende des 19. Jahrhunderts der Abbau von Kohle begann. Sie entwickelte sich zu einer typischen Bergarbeiterstadt des Ruhrgebietes und erhielt 1919 auch Stadtrechte. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt stark zerstört. Die Stadt zählt etwa 75.600 Einwohner.....

Weitere Informationen zur Stadt Gladbeck im Ruhrgebiet finden Sie hier....!


Quellenangabe:

Wappen - Westerholt
Wappen - Westerholt Ehemaliges Stadtwappen Westerholt - Foto: Wikipedia (gemeinfrei)


1.: Die Informationen zur Geschichte von Schloss Westerholt im Ortsteil Westerholt der Stadt Herten im Ruhrgebiet basieren auf dem Artikel Schloss Westerholt (Stand vom 21.03.2021) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz [27 KB] für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.


Fotos Schloss Westerholt



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