Stadtteil Rotthausen

Gelsenkirchen - Rotthausen
Gelsenkirchen - Rotthausen Karl-Meyer-Str.



Überblick

Gelsenkirchen - Rotthausen
Gelsenkirchen - Rotthausen Karl-Meyer-Str. - Impressionen



Rotthausen ist ein Stadtteil der Ruhrgebietsstadt Gelsenkirchen. Er befindet sich im Südwesten der Stadt an der Grenze zur Nachbarstadt Essen. Der Stadtteil hatte am 31. Dezember 2018 insgesamt 14.155 Einwohner und gehört zum Stadtbezirk Gelsenkirchen-Süd. Östlich von Rotthausen liegt der einstige Industriestandort Ückendorf mit der bekannten Zeche Rheinelbe. Auch in Rotthausen gab es Zechen, u.a. die Zeche Dahlbusch mit mehreren Schächten, verteilt über mehrere Standorte. Der Stadtteil Rotthausen ist bekannt für seine vielen Grünanlagen und als ehemaliger Standort der modernen Solarenergie-Industrie. An der Stadtgrenze zu Essen liegt das Naturschutzgebiet Mechtenberg. Auch ist der Stadtteil ein Beispiel für gelungene Integrationspolitik und das friedliche Zusammenleben der Kulturen.



Stadtteil Rotthausen

Gelsenkirchen - Rotthausen
Gelsenkirchen - Rotthausen Evangelische Kirche in Rotthausen


Die frühere Bauerschaft Rotthausen entstand aus drei historischen Kernen. Rotthausen hatte im Jahr 1795 345 Einwohner. Ab 1808 gehörte Rotthausen zur neugeschaffenen Munizipalität (ab 1813 Bürgermeisterei) Altenessen mit dem Verwaltungssitz in Stoppenberg. Ab 1873 gehörte die Gemeinde Rotthausen zur Bürgermeisterei Stoppenberg im Landkreis Essen. 1846 wurde in Rotthausen erstmals nach Kohle gegraben und 1847 die erste Eisenbahnstrecke, die Stammstrecke der Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft gebaut.

Eine Station für Personenzüge wurde 1876 an der Verbindungsstrecke zwischen der Rheinischen Ruhrgebietsstrecke und der Köln-Mindener Strecke eingerichtet, diese wurde 1895 zu einem Bahnhof mit Güterabfertigung ausgebaut.



Gelsenkirchen - Rotthausen
Gelsenkirchen - Rotthausen Kreuzung Steeler Str. - Karl-Meyer-Str.


1891 und 1893 bildete sich zuerst eine katholische und dann eine evangelische Kirchengemeinde. Am 1. Oktober 1906 wurde die Gemeinde Rotthausen zu einer eigenen Bürgermeisterei erhoben. Am 25. Mai 1912 wurde der Flugplatz Essen-Gelsenkirchen-Rotthausen in Betrieb genommen und von der Lufthansa angeflogen. Er befand sich im Bereich der jetzigen Trabrennbahn unter der Halde am Gut Nienhausen. Am Flughafen Rotthausen befand sich das Stammwerk der Kondor Flugzeugwerke. Auf dem Flughafen trainierte der Flugpionier und Fluglehrer Bruno Werntgen, der hier auch Flugunterricht gab. 1921 wurde das Volkshaus Rotthausen errichtet. Sein Architekt war Alfred Fischer, der auch das Hans-Sachs-Haus entwarf.


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Gelsenkirchen - Rotthausen Pfarrhaus von St. Mariä Himmelfahrt

Solarzellenfertigung

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Gelsenkirchen - Rotthausen Solarzellenfabrik - auf dem Gelände der Schachtanlage Dahlbusch 1/7


Am 1. Januar 1924 wurde Rotthausen aus dem Landkreis Essen bzw. der Rheinprovinz ausgegliedert und zur Stadt Gelsenkirchen in der Provinz Westfalen eingemeindet. 1927 entstand in Gelsenkirchen-Rotthausen eine Tafelglasfabrik. Ab 1999 wurden an diesem Standort Solarzellen produziert, die in der Stadt der Tausend Feuer, wie Gelsenkirchen früher genannt wurde, Begeisterung auslöste. Die Shell Solar Deutschland GmbH eröffnete 1999 in Gelsenkirchen eine der modernsten Solarzellenfertigungen der Welt. 2004 übernimmt das Solarunternehmen Scheuten Glas Groep die Solarmodulfabrik der Flabeg Solar. 2007 übernimmt Scheuten Solar die Solarzellenfertigung der SolarWorld AG, Bonn im Stadtteil Rotthausen, die nun als Scheuten Solar Cells GmbH firmiert. Doch die Freude über diese Art von Strukturwandel währte nicht lange. [1]


Kirche St. Mariä Himmelfahrt

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Gelsenkirchen - Rotthausen Portal der Kirche


Eines der bedeutendsten Bauwerke in Gelsenkirchen-Rotthausen ist die Kirche St. Mariä Himmelfahrt. Die Kirche war eine katholische Pfarrkirche in Rotthausen in der Beethovenstraße 11. Am 7. Juni 2007 wurde die Kirche außer Dienst gestellt. Die Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt wurde nach Plänen des Paderborner Diözesanbaumeisters Arnold Güldenpfennig in den Jahren 1893/1894 erbaut. Die örtliche Bauleitung hatte der Gelsenkirchener Architekt Lambert von Fisenne. Der Weihbischof in Paderborn, Augustinus Gockel, konsekrierte die Kirche am 12. Juni 1896, doch schon 1897/1898 wurde ein Erweiterungsbau notwendig. Auch hieraus wird die sprunghafte Zunahme der Bevölkerung im Zusammenhang mit dem Einzug der Industrie sichtbar. In der Spitzenzeit zählte die Gemeinde 15 000 Mitglieder; außer dem Pfarrer waren vier Kapläne an St. Mariä Himmelfahrt tätig.


Architektur

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Gelsenkirchen - Rotthausen Kirche St. Mariä Himmelfahrt


Das Baugrundstück schenkte Wilhelm Bauer zu Rotthausen; den Bau selbst erstellte Bauunternehmer Anton Runte. Die Baukosten betrugen 108 000 Mark. 1897 erfolgte der Erweiterungsbau und der Bau des Glockenturms, in ihm hängen Glocken der Gießerei Junker (Brilon); Das Pfarrhaus wurde 1893 errichtet. Im Jahr 1945 (Zweiter Weltkrieg) wurde die Kirche teilweise zerstört. 1949 begann der Wiederaufbau unter der Leitung des Architekten Hermann Quacken aus Gelsenkirchen und wurde 1954 beendet. Die Kirche zeigt sich als neugotische dreischiffige Basilika, geostet und mit mächtigem Westturm und zwei Hahnentürmen, die den Chorabschluss flankieren. Anstelle einer Spitze wird der Westturm durch eine Kupferhaube in Laternenform abgeschlossen. Der Grundriss bildet ein lateinisches Kreuz, und die Querschiffsenden treten nur geringfügig aus der Flucht des Langhauses heraus.


Gelsenkirchen - Rotthausen
Gelsenkirchen - Rotthausen Detail des Westturms


Die Portalfiguren der Westseite sind Kaiser Heinrich II. und Johannes der Täufer an der Südseite, Elisabeth und Agnes nördlich. Weist schon das Steinbild des Kaisers, der von 1002 bis 1024 regierte, auf die alte Zugehörigkeit Gelsenkirchens zum Bistum Paderborn hin, so ist das „Dreihasenmotiv“ im Pflaster ebenfalls Zeichen für die Zuordnung zum Erzbistum an der Pader. Letzteres spielt an auf das „Hasenfenster“ im Kreuzgang des Paderborner Doms, das jeder wandernde Handwerksbursche, der Meister werden wollte, gesehen haben mußte. Jeder Hase hat seine zwei Ohren, und doch sind es zusammen nur drei. Dieses geheimnisvolle Zeichen soll im Mittelalter ein Symbol der Dreifaltigkeit gewesen sein.


Innenausstattung

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Gelsenkirchen - Rotthausen Kirche St. Mariä Himmelfahrt


Die Innengestaltung der Kirche St. Mariä Himmelfahrt heute geht wesentlich zurück auf den Ückendorfer Architekten Rotthoff. Im Chorabschluss wird der Blick gefangen durch das prächtige Patroziniums-Mosaik, dessen Bildprogramm in seiner betonten Zeichenhaftigkeit dem Betrachter eine wesentliche Meditationshilfe bietet. An den Langhauswänden als „Umstehende“ die steinsichtig gefaßten Figuren; an der Nordseite Petrus, Barbara, Hildegard von Bingen. An der Südseite Paulus, ein Bischof und Christophorus. Am Ambo Evangelistenfiguren vom alten Taufbrunnen. Die besonders geglückte Lösung der neuen hölzernen Faltdecke verbindet Schönheit und Zweckmäßigkeit. Die Breil-Orgel wurde in den Jahren von 1950 bis 1953 erbaut und hat 45 Register. Die Fenster in der Kirche wurden durch Stiftungen ermöglicht.

Im Sepulcrum des Hochaltars sind Reliquien der heiligen Märtyrer Blandinus und Clementia beigesetzt. Im Zuge der Neuordnung der Pfarreien im Bistum Essen wurde die Kirche an Fronleichnam am 7. Juni 2007 außer Dienst gestellt. Die Kirche, sowie das Pfarrhaus und die ehemalige Kaplanei stehen seit dem 23. August 1993 auf der Denkmalliste. [2]


Rotthausen heute

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Gelsenkirchen - Rotthausen Impressionen


Der Gelsenkirchener Stadtteil Rotthausen zählt etwa 14 150 Einwohner. An der Bahnstrecke Essen–Gelsenkirchen wird der Bahnhof Gelsenkirchen-Rotthausen von der Linie S 2 der S-Bahn Rhein-Ruhr im Stundentakt angefahren. In Essen und Gelsenkirchen besteht Anschluss an das Fernverkehrsnetz der Deutschen Bahn. Zusätzlich führen durch Rotthausen fünf Buslinien, die von verschiedenen Verkehrsunternehmen (Ruhrbahn, Bogestra) innerhalb des VRR betrieben werden. In Rotthausen gibt es eine Evangelische Kirchengemeinde an der Steeler Straße. Zwei Katholische Kirchen, wobei die Kirche St. Mariä Himmelfahrt im Jahr 2007 geschlossen wurde und seitdem nur noch St. Barbara (Düppel) aktiv ist. Außerdem gibt es eine Neuapostolische Kirche und ein islamisches Gemeindezentrum. Auf dem Platz an der Karl-Meyer-Straße (heute Elisabeth-Käsemann-Platz) findet jeden Samstag ein kleiner Wochenmarkt statt. Die Karl-Meyer-Straße bildet in Rotthausen einen gesellschaftlichen Treffpunkt zum Verweilen und Einkaufen.


Gelsenkirchen - Rotthausen
Gelsenkirchen - Rotthausen Kirche St. Mariä Himmelfahrt

Wappen von Rotthausen

Gelsenkirchen - Rotthausen
Gelsenkirchen - Rotthausen Wappen von Rotthausen - Foto: Wikipedia - Autor: Kurt Schweder - Lizenz: s.u.


Das Wappen Rotthausens wurde von Kurt Schweder aus Essen entworfen. Blasonierung: „In Gold (Gelb) ein rotes Haus mit silbernem (weißem) Fachwerk und offenem Tor, in dieses hineinragend eine aufrechte blaue Pflugschar im Schildfuß; über dem Giebel rechts und links ein blaues Andreaskreuz.“ Das Wappen ist ein sogenanntes „redendes Wappen“; die Pflugschar im Schildfuß steht für den Namensbestandteil „Rott-“, der sich von roden herleitet. Das Fachwerkhaus darüber symbolisiert den Namensbestandteil „-hausen“. Die Andreaskreuze sollen an die einstige Thingstätte auf dem Oberhof Rotthausen erinnern. [1]


Zeche Dahlbusch

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Gelsenkirchen - Rotthausen ...ehemaliger Zaun am Bergwerk Dahlbusch - Schachtbereich 2/5/8


Die Stadtteil Rotthausen hat den Gelsenkirchener Stadtteil Rotthausen wesentlich mitgeprägt. Der Kohlenabbau in der Zeche Dahlbusch begann im Jahr 1848. In der Zeche ereigneten sich in der Mitte des 20. Jahrhunderts drei schwere Grubenunglücke: Am 23. August 1943 gab es 38, am 20. Mai 1950 78 und am 3. August 1955 42 Tote. An diese Unglücke erinnern drei Denkmäler, die auf dem Rotthauser Friedhof errichtet worden sind. Am 12. Mai 1955 wurden nach einem Grubenunglück drei Bergleute von unter Tage mit der Dahlbuschbombe gerettet. Durch dieses Ereignis wurde die Zeche in ganz Europa bekannt. 1966 wurde die Zeche Dahlbusch stillgelegt.

Weitere Informationen zur Zeche Dahlbusch in Gelsenkirchen-Rotthausen finden Sie hier....!


Quellennachweis:


1.: Die Informationen zum Gelsenkirchener Stadtteil Rotthausen basieren auf dem Artikel Gelsenkirchen-Rotthausen (Stand vom 28.02.2020) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz [27 KB] für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

2.: Die Informationen zur Geschichte der Kirche St. Mariä Himmelfahrt in Gelsenkirchen-Rotthausen stammen aus dem Gelsenkirchener Geschichten Wiki, zuletzt abgerufen am 15.03.2021.

Das Foto "Wappen von Rotthausen - Autor: Kurt Schweder" ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported lizenziert.


Fotos Gelsenkirchen-Rotthausen


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