Stadt Kevelaer

Kevelaer - Wallfahrtsort
Kevelaer - Wallfahrtsort Gnadenkapelle



Überblick

Kevelaer
Kevelaer Haus Stassen mit Restaurant Alt Derp



Kevelaer
ist ein bekannter Marien-Wallfahrtsort in Deutschland. Die Stadt liegt im Bundesland Nordrhein-Westfalen in der schönen Umgebung des Niederrheins. Jährlich besuchen etwa 1 Million Gäste diesen Ort. Das Ziel der meisten Besucher ist die Gnadenkapelle, die seit über 350 Jahren die Wallfahrer vieler Länder anzieht. Eine Verkaufsurkunde aus dem Mittelalter - datiert vom 10. Mai 1300 - ist die älteste noch vorhandene Quelle. Hier wird der Name Kevelaer im Zusammenhang mit dem Verkauf eines Bauernhofes genannt. Die Stadt bestand bis zu Wallfahrtsbeginn aus Bauernhöfen und Katen. Der größte Teil von Kevelaer war im 12./13. Jahrhundert im Besitz des Stiftes Xanten und des Klosters Graefenthal (Vallis comitis).



Lage

Kevelaer
Kevelaer ...schön dekorierte Fassaden an der Hauptstraße...


Die Stadt Kevelaer liegt in der niederrheinischen Tiefebene, im Zentrum des Kreises Kleve. Die Gewässer Niers, Dondert, Kervenheimer Mühlenfleuth und Issumer Fleuth fließen durch das Stadtgebiet. Die Umgebung ist eingebettet in eine Donkenlandschaft, was sich auch in den Namen der Ortsteile Winnekendonk, Kervendonk, Kolvendonk und Grotendonk widerspiegelt. Die Stadt Kevelaer grenzt im Norden an die Gemeinde Weeze, im Osten an die Gemeinden Uedem und Sonsbeck (Kreis Wesel), im Süden an die Stadt Geldern, sowie im Westen an die Gemeinde Bergen (Limburg, NL). Räumlich ist das Stadtgebiet in die folgenden sechs Stadtteile bzw. Ortschaften gegliedert:


  • Kervenheim (mit Kervendonk) (vormals bis 1969 namensgebender Ort des Amtes Kervenheim zu Winnekendonk);
  • Kevelaer (vormals Gemeinde Kevelaer im Amt Kevelaer);
  • Kleinkevelaer (Amt Kevelaer);
  • Twisteden (Amt Kevelaer);
  • Wetten (Amt Kevelaer);
  • Winnekendonk (vormals Hauptort des Amtes Kervenheim zu Winnekendonk);


Geschichte

Kevelaer
Kevelaer Bahnhof


Steuerlisten des Amtes Geldern von 1369 geben Aufschluss darüber, wieviel Häuser und Höfe sich in den Bauernschaften von Kevelaer befanden. Politisch wurde Kevelaer im 14. Jahrhundert von den Grafen und Herzögen aus Geldern geführt. Von den Folgen der Erbauseinandersetzungen der geldrischen Dynasten Rainald und Eduard, Söhne des verstorbenen Herzogs Rainald II., die in der Mitte des 14. Jahrhunderts zwölf Jahre lang mit Waffengewalt im Gelderland und im Klevischen ausgetragen wurden, dürfte Kevelaer als Grenzort und unweit der Festungsstadt Geldern nicht verschont geblieben sein. Im 15. Jahrhundert wird Kevelaer von Herzögen aus dem Hause Jülich, aus dem Hause Egmond und von burgundischen Herzögen regiert.


Kevelaer
Kevelaer Kapellenplatz mit Blick auf das Portal der Basilika


Im Jahr 1472 wird die an der Stelle der heutigen Pfarrkirche gelegene St. Antonius-Kapelle zur Pfarrkirche erhoben. Eine weitere Kirche gibt es in Keylaer. Diese Kirche ist dem heiligen Hubertus geweiht. Um 1500 wurde allgemein die desolate Lage des Landes beklagt. Kevelaer wird wohl auch unter der zunehmenden Gewalt im Lande gelitten haben. Im 16. Jahrhundert stand Kevelaer unter der Herrschaft der Herzöge von Egmond, von Jülich-Kleve-Berg, unter Kaiser Karl V., unter den Generalstaaten (Niederländische Republik) und unter spanischer Herrschaft.


Kaiser Karl V.

Kevelaer
Kevelaer Außenseite der Gnadenkapelle


Im Jahr 1531 existierte in Kevelaer bereits die St. Antonius-Schützengilde, die mehrere Jahrhunderte für Sicherheit und Ordnung im Ort sorgte und gleichzeitig für die Fürsorgeangelegenheiten wie Armenversorgung und Krankenversorgung zuständig war. Kaiser Karl V. vereinigte 1543 das von seinem starken Heer bezwungene Herzogtum Gelderland als eine besondere Provinz mit den übrigen 17 niederländischen Provinzen. Zwölf Jahre später legte Kaiser Karl V. die Regierung der Niederlande zu Gunsten seines Sohnes Philipp von Spanien nieder.



Postcard of Kevelaer published in or before 1905

Ansichtskarte von der Marienprozession in Kevelaer aus dem Jahr 1905

Dreißigjähriger Krieg

Kevelaer
Kevelaer Priesterhaus


Kevelaer zählte bis 1559 zur Erzdiözese Köln. Auf Wunsch des spanischen Königs Philipp wird durch Papst Paul IV. 1559 das Gelderland und somit auch Kevelaer der Diözese Roermond zugeordnet. Der im Jahre 1568 einsetzende spanisch-niederländische Freiheitskrieg und der Dreißigjährige Krieg (1618 - 1648) brachte auch den Einwohnern von Kevelaer viel Not und Elend. Sie suchten, als der Krieg unter der Herrschaft der Generalstaaten (1578 - 1587) furchtbare Ausmaße annahm, jahrelang Schutz in mit Büschen umwachsenen Schutzanlagen, die durch ein abgeriegeltes Tor geschützt waren (Schanzen oder Landwehr).


Isabella Klara Eugenia

Kevelaer
Kevelaer Impressionen


Während des 17. Jahrhunderts stand Kevelaer ausschließlich unter spanischer Herrschaft. Unter der Regentschaft der spanischen Erzherzöge Albert und Isabella Clara Eugenia herrschte seit 1609 bis 1621 ein 12-jähriger Waffenstillstand zwischen Spanien und der Niederländischen Republik. Kevelaer erlebte unter den spanischen Erzherzögen eine segensreiche Zeit. Nach dem Tode der Infantin Isabella Klara Eugenia sandte der König von Spanien 1634 seinen Bruder Ferdinand mit einem Heer in die Niederlande. Die Niederländische Republik schloss mit König Ludwig XIII. von Frankreich ein Bündnis gegen Spanien. Noch im selben Jahr besetzte Frankreich die Niederlande und erklärte Spanien den Krieg.


Kevelaer
Kevelaer Innenansicht der Basilika


Kroatische Soldaten
, die den spanischen Regenten im Krieg unterstützten, fielen am 1. August 1635 in Kevelaer ein. An diesem Tag starben 100 Kevelaerer in ihren Schutzanlagen. Während des Dreißigjährigen Krieges erlebte ein Handelsmann aus Geldern kurz vor Weihnachten 1641 inmitten der Kevelaerer Heide nahe eines Hagelkreuzes eine Stimme. Ihm wurde aufgetragen, an dieser Stelle eine Kapelle zu bauen. Als er dieselben Worte noch an zwei weiteren Tagen vernahm, stand sein Entschluss fest, hier eine Kapelle zu bauen. Im Jahre darauf kam eine französische Armee über den Rhein, die zusammen mit einem kurhessischen Korps die kaiserliche Armee bekämpfte.



Kevelaer, Germany - panoramio (107)
Kevelaer, Gnadenkapelle, Außenansicht - eingebunden über Commons Wikimedia




Kevelaer
Kevelaer Innenansicht Basilika, Altarraum


Im selben Jahr sah die Ehefrau des Kaufmanns aus Geldern bei Nacht ein großes, glänzendes Licht, in dessen Mitte sich ein Heiligenhäuschen mit einem Andachtsbild befand, das einem Luxemburger Wallfahrtsbildchen glich, das ihr vor kurzem von kaiserlichen Soldaten angeboten worden war. Sie erzählte das ihrem Mann, der das Bildchen daraufhin erwarb. Der Kaufmann hielt sein Versprechen und baute trotz widriger Zeiten einen Bildstock an der Stelle, die seine Frau beschrieben hatte. Am Sonntag den 1. Juni 1642, stellte der damalige Kevelaerer Ortspfarrer das Andachtsbildchen in den Bildstock.


Weitere Informationen:

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Wallfahrtszentrum

Kevelaer - Wallfahrtsort
Kevelaer - Wallfahrtsort Wallfahrtsbasilika


Die in den Jahren 1858 bis 1864 erbaute große Wallfahrtskirche wurde 1923 zur Päpstlichen Basilika erhoben. Das Patronat der „Aufnahme Mariens in den Himmel“ soll daran erinnern, was das Ziel irdischer Pilgerschaft ist. Die Ausmalung durch Friedrich Stummel greift den Gedanken der „biblia pauperum“ auf, das heißt: Der Pilger, der in der Basilika verweilt und innerlich ausruhen möchte, richtet seinen Blick auf die Malereien und kann meditierend ein Geschehen aus der.....

Weitere Informationen zum Wallfahrtszentrum in Kevelaer am Niederrhein finden Sie hier....!


Kevelaer
Kevelaer Häuserzeile am Kapellenplatz


Durch Erlass des Innenministers des Landes Nordrhein-Westfalen sind der Gemeinde Kevelaer am 25. Mai 1949 die Stadtrechte verliehen worden. Zwanzig Jahre später, am 1. Juli 1969, erfolgte die kommunale Neuordnung. Die Stadt Kevelaer, die Gemeinden Kleinkevelaer, Twisteden und Wetten (Amt Kevelaer) und die Gemeinden Kervendonk, Kervenheim und Winnekendonk (Amt Kervenheim) werden zu einer amtsfreien Gemeinde zusammengeschlossen. Die neue Gemeinde erhält den Namen Kevelaer und führt die Bezeichnung „Stadt“. Die Ämter Kevelaer und Kervenheim wurden aufgelöst.


Solegarten St. Jakob

Kevelaer - Solegarten St. Jakob
Kevelaer - Solegarten St. Jakob Gradierwerk Empfangsgebäude - Foto: Wallfahrtsstadt Kevelaer


Neben den Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt Kevelaer am Niederrhein - der Wallfahrtsbasilika, der Kerzenkapelle und der Gnadenkapelle - gibt es seit dem Sommer 2020 eine weitere Attraktion- den Solegarten St. Jakob mit Gradierwerk. Ein Gradierwerk ist eine Anlage zur Salzgewinnung. Sie besteht aus einem Holzgerüst, das mit Reisigbündeln (vorwiegend Schwarzdorn) verfüllt ist. Das Verb gradieren bedeutet „einen Stoff in einem Medium konzentrieren“.....

Weitere Informationen zum Solegarten St. Jakob in Kevelaer am Niederrhein finden Sie hier....!



Kevelaer3

Gruss aus Kevelaer no 489 - Kapellen Platz - Source Verlag v. Fritz Forstreuter - Kevelaer - eingebunden über Wikimedia Commons


Niederrheinisches Volkskundemuseum

Kevelaer - Museum
Kevelaer - Museum Niederrheinisches Volkskundemuseum - Kopie des Gedenksteins Marcus-Caelius, der in der Varusschlacht im Teutoburger Wald (9. n. Chr.) fiel


Im Jahr 1910 wurde in Kevelaer das Niederrheinische Museum für Volkskunde und Kulturgeschichte gegründet. Das Haus liegt mitten in der Fußgängerzone des Wallfahrtsortes. Das Museum in Kevelaer versteht sich als Regionalmuseum für die Volkskunde und Kulturgeschichte der Region zwischen Niederrhein und Maas. Vor dem Haupteingang befindet sich ein stimmungsvoller historischer Innenhof mit verschiedenen Skulpturen. Weiterhin finden Sie hier einen als Naherholungszone gestalteten Kleinpark mit Biotop, der dem Neubau vorgelagert ist. Im Innern finden Sie verschiedene Abteilungen: Abteilung für Regional- und Ortsgeschichte, Abteilung Altes Handwerk, Abteilung Bäuerliche und bürgerliche Sachkultur, Abteilung für Wallfahrt und Volksfrömmigkeit, Abteilung für Spielzeug.


Informationen:

Kevelaer - Museum
Kevelaer - Museum Niederrheinisches Volkskundemuseum - Leichenwagen


Ein Höhepunkt der Ausstellung ist die Kupferstichsammlung des niederrheinländischen Künstlers Hendrick Goltzius (1558 - 1617).


Adresse:

Niederrheinisches Museum
für Volkskunde und Kulturgeschichte e.V. Kevelaer

Hauptstraße 18
47623 Kevelaer

Telefon: 0 28 32 – 95 41 10

Fax: 0 28 32 – 95 41 44

E-Mail: info@niederrheinisches-museum-kevelaer.de

Internet: niederrheinisches-museum-kevelaer.de

Öffnungszeiten:

Täglich außer montags von 10.00 bis 17.00 Uhr;

Eintritt:

Erwachsene: 4,00 Euro

Jugendliche und Kinder ab 6 Jahren: 2,50 Euro;

Behinderte, Studenten und Auszubildende: 2,50 Euro;


Informationen:

Wappen von Kevelaer
Wappen von Kevelaer Foto: Wikipedia (gemeinfrei)


Eine kleine Bildergalerie zum Wallfahrtsort Kevelaer am Niederrhein finden Sie hierunter. Weitere Informationen zum Ort und der Umgebung von Kevelaer finden Sie hier....!


Fotos aus Kevelaer



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